Brauhoffete bei Betz wieder ein Besuchermagnet

CELLE. Wie schon bei der ersten Brauhoffete im Jahre 1993, meinte es Petrus bei der 23. Fete wieder gut mit dem Veranstalter und den vielen Besuchern. Das war in anderen Jahren nicht immer so. Die drei traditionellen tollen Tage jedes Jahr Anfang August sind aus dem Veranstaltungskalender nicht mehr wegzudenken. Am Freitag ging es los; Höhepunkt mit einem proppenvollen Brauhof war am Samstag. Am Sonntag dann der Frühschoppen mit der Vorstellung der Damenhandballmannschaft der 1. Bundesliga SVG Celle.

Die „MoorBuam“ aus Bayern zogen wieder alle Register ihres musikalischen Repertoires und hatten spontan das Publikum im Griff. Da wurde geschunkelt und mitgesungen. Der Brauhof füllte sich zusehends, und bei Anbruch der Dunkelheit war kaum noch ein Durchkommen auf dem Platz. Showdown dann am Sonntag beim traditionellen Frühschoppen. Pünktlich um 11 Uhr waren dann bereits fast alle Sitzplätze vor der Bühne belegt. Und die Besucher harrten der Dinge, die da kommen sollten. Die Bundesligamannschaft des SVG Celle hatte sich schon auf dem Platz eingefunden und wartete auf „die Torte“, die eine Celler Konditorei der Mannschaft spendieren wollte. Nach einem Mannschaftsfoto und dem Tortenanschnitt stellte Hallensprecher Christoph Buchmüller dem Publikum die Mannschaft vor. Neben den Spielerinnen, die teilweise schon seit vielen Jahren dem Team angehören, wurden auch viele neue Spielerinnen vorgestellt.

Erstmalig fand die Brauhof-Fete aus Anlass des 100-jährigen Firmen-Jubiläums am 13. August 1993 statt. Es war nur ein Versuch. Das Fest hatte Frauke Betz organisiert, und sie ist heute noch stolz darauf, wie toll die Menschen das Fest angenommen haben. Hinzu kam, dass es ein strahlender Sonnentag war. So kam es, dass mehrere tausend Celler dem Brauereihof förmlich überfielen. Mit diesem spontanen Ansturm hatte niemand gerechnet.

Somit stand fest: Die Brauhof-Fete wird ein fester Bestandteil des Jahresablaufs. Sie findet jährlich im August am zweiten Wochenende von Freitag bis Sonntag statt. Der Auftakt ist am Freitag. Ab etwa 18:00 Uhr sind die Tore geöffnet und es kann losgehen. Am Sonnabend spielt die Musik zur selben Zeit wieder auf und ist bis Mitternacht unermüdlich dabei, den Festbesuchern richtig “einzuheizen”. Am Sonntag beginnt ab etwa 11:00 Uhr vormittags zum Ausklang ein Frühschoppen, der sich als Familientreff steigender Beliebtheit erfreut.

Als Musiker wurde von Anfang an eine stimmungsvolle Bayern-Kapelle engagiert, das “Werdenfels-Echo” aus Bad Bayersoien. Sie brachten die Celler von 1993 bis 1997 fünfmal in Schwung. Diese Gruppe hat sich jedoch aufgelöst. Seitdem sind die “MoorBuam“, ebenfalls aus Bayern, dabei. Sie beherrschen das musikalische Spektrum von Rock, Pop und Folk und bieten in dieser Mischung ein abwechslungsreiches schwungvolles Programm, das die Besucher mitreißt.

Im Jahre 1893 wurde die Brauerei von Carl Betz in Celle gegründet. Hergestellt wurde zunächst Farbebier, ein nach dem Reinheitsgebot gebrautes Spezialbier, das in den mittleren und größeren Brauereien zur Farbgebung dunkler Biere gebraucht wird. Später kam die Herstellung von flüssigem Zucker für die Malzbier- und die Limonadenherstellung und von Zucker-Kulör für verschiedene Nahrungsmittelbereiche hinzu, so dass die Brauerei zu einem reinen Zulieferbetrieb wurde.

Nach notdürftiger Wiedererrichtung nach der Zerstörung des Betriebes im zweiten Weltkrieg wurde die Produktion wieder aufgenommen, doch im Jahre 1949 etablierte sich das Unternehmen auf dem Gelände der Stadt Celle am Waldweg 101. Hier am Waldweg musste ein zweites Mal nach dem Krieg aufgebaut werden und zwar völlig neu “auf der grünen Wiese” in den Jahren 1949/1950.  Am 1.April 1966 traten Dieter Betz (Jurist) und Karl-Friedrich Betz (Braumeister) in die OHG ein. In den 70er Jahren schieden die damaligen Senioren aus und die Cousins D. + K.-F. Betz wurden in dritter Generation geschäftsführende Gesellschafter.

Im Jahre 1983 war es dann soweit: Die Gesellschafter fassten den Beschluss, nun auch selbst Bier herzustellen und über den Handel und die (zum Teil eigene) Gastronomie zu vertreiben. Nach Einrichtung der technischen Voraussetzungen (kalte Gärführung und Lagerung) wurde der erste Sud im Mai 1984 eingebraut. Die erste Sorte was das “Celler Urtrüb”, ein naturtrübes Bier, das sofort von den Cellern begeistert aufgenommen wurde. Dem folgte ein ebenfalls naturtrübes oder naturgeklärtes Bockbier, der “Cellenser Bock” und zusätzlich im Frühjahr ein “Maibock”.

Ende 1988 bereitete man sich bei Betz einer steigenden Nachfrage entsprechend darauf vor, auch ein filtriertes, klares Celler Pilsener zu entwickeln, weil der Kreis derer, die ein natur-trübes Bier annehmen, begrenzt ist. Seit Januar 1989 gibt es bei Betz das “CELLER PILSENER”.

In Celle braut man seit dem 700-jährigen Stadtjubiläum und dem 100-jährigen Bestehen der Brauerei Betz im Jahre 1993 das “Celler Dunkel”, ein untergäriges Festbier. Das Bockbier ist inzwischen ein Ganzjahresbier geworden und heißt nach dem Celler Herzog der Reformation “Bekenner-Bock”.

Nach genau 40 Jahren hat die vierte Generation die Firma übernommen. Zum 1. April 2006 übergaben die bisherigen Gesellschafter die Leitung der Brauerei: Dieter Betz an seine Tochter Frauke Betz (Diplom-Ökonomin) und Karl-Friedrich Betz an seinen Sohn Stephan Betz (Diplom-Braumeister). Somit ist sichergestellt, dass die über 100-jährige Tradition als mittelständisches Familienunternehmen auch in Zukunft weitergeführt wird.

Redaktion
Celler Presse

 

 

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