Dialogforum Schiene Nord: Nicht alle Teilnehmer waren begeistert

Dialogforum Schiene Nord: Nicht alle Teilnehmer waren begeistert

8. November 2015 Aus Von

CELLE. Am Donnerstag wurde das Dialogforum Schiene Nord nach neun Zusammenkünften mit einem einhelligen Votum für Alpha-Variante abgeschlossen. Nur über zu ertüchtigende Bestandsstrecken soll in Zukunft der Hafenhinterlandverkehr von Hamburg und Bremen nach Süden abgeleitet werden. Anliegen der meisten Forumsteilnehmer war von vornherein, einen Streckenneubau zu verhindern. Der Sieg wurde zwar euphorisch gefeiert, jedoch gab es am Rande auch Kritik.

So vertritt Walter Gaußmann, Vorsitzender der Bürgerinitiative Deutsch Evern 21 die Position, dass die Zusammensetzung des Forums regional nicht ausgewogen gewesen sei. Zwei Drittel kamen aus der Region durch die die ursprünglich geplante Y-Trasse verlaufen sollte. Nach Gaußmanns Eindruck ging es denen nur darum, diesen Neubau zu verhindern, ohne Rücksicht auf die Belange anderer Regionen. Einen Neubau verhindern wollten aber auch andere Teilnehmer. Walter Gaußmann: „Wir hatten als eine der am stärksten betroffenen Gemeinden weder Sitz noch Stimme im Dialogforum. Alle unsere Anträge auf einen Platz wurden abgelehnt.“ Gaußmann ist ein Verfechter einer Neubautrasse parallel zur A 7. Letztendlich sprach sich aber nur eine Minderheit im Forum gegen die Alpha-Variante aus. So habe das Ergebnis des Dialogforums bereits nach drei oder vier Sitzungen schon festgestanden. Die Leitung des Forums habe von vornherein gewusst, wohin es gehen solle. Fragen, die gefährlich werden konnten, seien unterdrückt worden. Fragen, die dem Ziel näher kamen, seien ausführlich behandelt worden. Als die Lühmann Alpha-Trasse ins Gespräch kam, wurde sofort eine Arbeitsgruppe gebildet, und es ging um nichts anderes mehr. „Gutachten, die dagegen sprachen, wurden unter den Tisch gekehrt, wurden anders definiert. Es wurde alles getan, um diese Alpha-Trasse, die dann später in fünf Varianten zu erleben war, so zu favorisieren, dass man gar nicht mehr anders konnte, als diese als endgültige Lösung darzustellen“, berichtet Wolfgang Gaußmann.

Dieses Dialogforum sollte eigentlich für die Bundesrepublik Deutschland, so Gaußmann, das maßgeblich Stuttgart 21 vergessen lassen. Nun bleibe nur noch die Hoffnung, dass nicht alles so in Berlin übernommen wir wie es aus Hannover kommt. Nach Schluss des Dialogforums hatte Wolfgang Gaußmann Gelegenheit, mit dem Wirtschaftsminister Olaf Lies über seine Feststellungen zu sprechen. Lies signalisierte wohl Verständnis, verwies aber auf den demokratischen Prozess und die getroffene Entscheidung.

Die nun vom Forum favorisierte Alpha-Variante verläuft mitten durch den Ort Deutsch Evern, eine Strecke, die ohnehin stark befahren wird mit derzeit 185 Güterzügen, einschließlich Nahverkehr und Fernverkehr sind es sogar 289 Züge insgesamt. Durch den Hafenhinterlandverkehr werden auf diesem Streckenabschnitt von Hamburg nach Uelzen 341 Züge erwartet, ein Zuwachs, den der Ort nicht verkraften kann. Derzeit läuft der Zugverkehr zweigleisig durch den Ort. Die Bürgerinitiative und die Ratsmehrheit wehrt sich vehement gegen ein 3. Gleis durch den Ort. In der Hinsicht ist die Gemeinde optimistisch, da auch von Hamburg und vom Landkreis Lüneburg ähnliche Bedenken für ein 3. Gleis vorgetragen wurden.

Redaktion
Celler Presse





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