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Nach 5875 Tagen als Geschäftsführer des Abfallzweckverbandes geht Henry Mäurer in den Ruhestand

Dez 6, 2015

CELLE. Nach turbulenten 16 Jahren ist der Geschäftsführer des Abfallzweckverbandes, Henry Mäurer, am Freitag in den Ruhestand verabschiedet worden. Mit 58 Jahren folgt er seiner Familie nach Bremen und lässt Celle hinter sich. Alt ist er nicht und fühlt er sich nicht und schon längst nicht wie ein Rentner. Das komme erst dann, so sein Nachfolger im Amt, Tobias Woeste, wenn die Enkelin fragt, ob er denn auf der Arche Noah war; wenn er dann „Nein“ sagt und sie fragt, warum er nicht ertrunken sei.

Es war eine mit Bonmots angereicherte Verabschiedung, die die Historie des Abfallzweckverbandes in einem anderen Licht erscheinen lässt. Eine enorme Herausforderung war die Zusammenführung der ganz unterschiedlich gelagerten Entsorgungseinrichtungen von Stadt und Landkreis, verbunden mit einer Gebührenvereinheitlichung; davon hat zwar die Bevölkerung etwas mitbekommen, dass aber hinter den Kulissen ein Müllnotstand befürchtet wurde, davon hat sicher keiner was gemerkt, da er ja auch nicht eingetreten ist. Auch diese Herkulesaufgabe musste Henry Mäurer als erster Geschäftsführer nach der Fusion im Jahre 2000 bewältigen. Als anfänglicher Skeptiker zu diesem Vorhaben outete sich nun Landrat Klaus Wiswe und zollte dem Neurentner Respekt und Anerkennung, der auch diese Aufgabe bei allen Problemen mit viel Geduld gemeistert habe. Henry Mäurer habe hervorragende Arbeit geleistet und habe den Abfallzweckverband zu dem gemacht, was er heute ist, so dass er einen Vergleich mit privatwirtschaftlichen Unternehmen nicht zu scheuen braucht.

Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende betonte, dass Mäurer während seiner Amtszeit viel auf den Weg gebracht habe, so dass der Abfallzweckverband ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für die Region sei. Neben der Fusion seien auch die Abfallberatung und die Abfallvermeidung bedeutende Themen gewesen. Tobias Woeste erinnerte an die Sache mit den Chips, die an den Mülltonnen befestigt werden sollten, damit die Leerungen registriert werden können. Chips erinnerten ja eher an etwas zum Essen – und nun an Mülltonnen? „Das kann ja nicht gutgehen“, wurde seinerzeit befürchtet. Aber auch das war ein Irrtum und heute sind Chips allgegenwärtig, nicht nur an Mülltonnen.

Der Personalratsvorsitzende Helmut Olbrich erinnerte ebenfalls an die Zusammenführung der Entsorgungsbetriebe mit zwei ganz unterschiedlicher Größenordnungen. So galt es, den Mitarbeitern Vorurteile und Ängste zu nehmen. Aber, so Olbrich: „Ohne die hochmotivierten Mitarbeiter würden Sie heute hier nicht sitzen.“ In seinen Dankesworten befand Henry Mäurer, dass das Berufsleben eine Aneinanderreihung von Erfolgen und Misserfolgen sei; es sei ein Mannschaftssport, bei dem jeder Mitarbeiter täglich seine Leistung einbringen müsse. Er dankte dem Personalrat für viele Jahre der vertrauensvollen Zusammenarbeit. In Celle habe er es mit insgesamt 24 Jahren in seinem Berufsleben am längsten ausgehalten.

Mäurer hatte Geographie, Geologie und Botanik studiert und kam 1992 nach Celle, wo er zunächst die Abteilung Abfallwirtschaft und Stadtreinigung übernahm. Im Jahre 2000 wurde er der erste Geschäftsführer des Abfallzweckverbandes Celle. Es gelang ihm, die Abfallgebühren über Jahre auf einem gleichmäßigen Niveau zu halten. Mit ihm verbunden ist auch die Einführung der Papiertonne, die Eröffnung der Entsorgungseinrichtung in Hambühren und die Einführung des Schadstoffmobils und des Waschmobils für Biotonnen. In den letzten Jahren setzte er sich vehement dafür ein, dass die Abfallentsorgung in kommunalen Händen bleibt. Bestrebungen, den Markt für private Anbieter zu öffnen, lehnte er ab und hatte dafür auch die Rückendeckung der Kommunalpolitik und der Verbandsversammlung. Befürchtet wurde, dass sich die privaten Anbieter nur die „Rosinen“ rauspicken – z. B. zusammenhängende Wohngebiete – und dem kommunalen Entsorger nur die entlegenen und unwirtschaftlich zu bedienenden Gebiete bleiben.

Henry Mäurer kann sich nun ganz seinen privaten Interessen widmen. Wie sagte doch der Personalratsvorsitzende: „Bleiben Sie weiter ein fröhlicher Opa.“ Da muss man sich keine Sorgen machen. Die Enkelin, ein 20 Monate alte Wirbelwind, machte schon bei der Verabschiedungsfeier ihre Ansprüche an den Opa geltend.

Für den musikalischen Rahmen bei der Verabschiedung sorgte das “Ziesmann-Bogon-Quartett” mit bekannten Vokalbeiträgen.

Redaktion
Celler Presse






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