Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende begrüßte die „Saveurs-Pompiers Professionnels“ aus der Partnerstadt Meudon

CELLE. 4 Tage lang besuchen Führungsnachwuchskräfte der französischen Berufsfeuerwehr in Meudon (südlich von Paris) mit ihrem Hauptfeldwebel Christophe Grangeret die Stadt Celle, um sich mit den Kollegen der Freiwilligen Feuerwehr Celle auszutauschen und Erfahrungen zu sammeln. Zusammen mit dem französischen Städtepartnerschaftskoordinator Gérard Quéméneur, Hauptbrandmeister Bernd Müller und Brandmeister Thomas Drösemeyer von der Celler Hauptwache wurden sie heute von Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende im Alten Rathaus begrüßt.

Zunächst erläuterte er, dass die Städtepartnerschaft mit Meudon die älteste für Celle sei, und wie wichtig es sei, dass die Gründerstaaten der Europäischen Gemeinschaft, Frankreich und Deutschland, weiterhin in engem Kontakt stünden. Bereits Kinder und Jugendliche beider Länder nähmen an regelmäßigen Austauschen statt; umso mehr freue es ihn, dass nun auch die Feuerwehren beider Städte kooperieren.

Da bislang niemand der Gäste in Celle war, stellte er die Stadt kurz mit ihren Sehenswürdigkeiten, der Wirtschaft, der Bauhausarchitektur und der umliegenden Landschaft – la lande de Lunebourg avec beaucoup de bruyères (Lüneburger Heide) – vor und betonte auch die brandtechnischen Herausforderungen, die Celle mit über 500 Fachwerkhäusern zu meistern habe. Anschließend überreichte er als Gastgeschenk Kaffeebecher mit dem Celler Logo, Anstecknadeln mit dem Stadtwappen und wünschte allen eine gute Zeit: „Genießen Sie wunderschöne Tage hier, grüßen Sie mir Meudon, und freuen Sie sich auf das Stadtfest, das morgen beginnt.“ Die Gäste bedankten sich für den herzlichen Empfang und überreichten ihm eine Flasche Bordeaux, Chateau Cossien-Couteln, sowie das offizielle Emblem der 16ten Kompanie der Saveurs-Pompiers de Paris. Anschließend gab es einen regen Austausch zwischen den Gästen und Gastgebern. Auf die Frage an die Franzosen, ob ihnen der deutsche Kaffee denn schmecke, sagte ein Feuerwehrmann schmunzelnd: „Aus militärischer Sicht ist der Kaffee ganz o.k.“

Warum aus militärischer Sicht? Hauptbrandmeister Bernd Müller erklärte uns im Interview, dass die Feuerwehren in Frankreich dem Militär unterstellt seien; deshalb gebe es dort nur Berufsfeuerwehren. In Deutschland sei das anders, denn erst ab einer Einwohnerzahl von 100.000 sei dies gesetzliche Pflicht. Die Celler Feuerwehr arbeite ausschließlich mit ehrenamtlich Tätigen, denn anders wäre es finanziell nicht zu leisten. Die Personalkosten würden sich jährlich auf ca. 3 Mio Euro belaufen, was einfach nicht machbar sei. „Wir investieren lieber in moderne Technik, eine umfassende Ausbildung der Mannschaft und bekommen die Aufgabe momentan gut hin. Was nützt es, hauptamtliche Mitarbeiter zu haben, wenn die Löschzüge veraltet sind und die Geräte nicht funktionieren?“ Er erklärte uns auch, dass die Feuerwehr in Celle mit 150 Jahren eine der ältesten sei, und dass viele Städte und Kommunen in Deutschland die hier entwickelten Ausbildungsvorschriften übernommen hätten.

Gérard Quéméneur erläuterte uns seine Funktion als Organisator Meudon Ville d’Europe: „Ich möchte die Städtepartnerschaft weiter vorantreiben und dafür sorgen, dass noch mehr Austausch zwischen den Ländern stattfindet. Deshalb bin ich hier und begleite diesen Besuch.“

Hauptfeldwebel Christophe Grangeret zeigte sich beeindruckt von der Stadt Celle, den historischen Häusern und dem guten Wetter. Die ganze Truppe freue sich sehr auf die nächsten Tage und natürlich auf das Stadtfest.

Dort wird man wohl in netter Gesellschaft einen anderen „Brand“ löschen, bevor es am Sonntag wieder zurück nach Meudon geht.

Redaktion
Celler Presse

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