Großeinsatz der Freiwilligen Feuerwehr Celle in Flüchtlingsunterkunft – Brandstiftung? Tatverdächtiger in Untersuchungshaft ***aktualisiert(3)***

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CELLE. Die Freiwillige Feuerwehr Celle löste kurz nach 23 Uhr Großeinsatz aus. Die Meldung „Feuer in der Flüchtlingsunterkunft in der Hohen Wende“ lautete die Meldung. Menschen waren nach ersten Erkenntnissen in Gefahr. Nach dem Eintreffen der ersten Rettungskräfte konnte kein offenes Feuer entdeckt werden. Zwei Etagen einer Unterkunft waren allerdings verraucht – Menschen darin eingeschlossen. Die Einsatzkräfte retteten die Eingeschlossenen über Leitern, andere konnten sich selbst in Sicherheit bringen. Ein Großaufgebot an Einsatzkräften war vor Ort, um sicherzustellen, dass niemand mehr im Gebäude war.

Einsatzobjekt:

Bei dem Einsatzobjekt handelte es sich um eine Flüchtlingsunterkunft in der ehemaligen britischen Kaserne in der Hohe Wende. Das vom Feuer betroffene Gebäude hatte eine Belegung von ca. 170 Personen.

Einsatzlage:

Bei Eintreffen der Feuerwehr an der Einsatzstelle drang dichter Rauch aus dem 1. und 2. Obergeschoss des Gebäudes. Die Stockwerke waren stark verraucht. Mehrere Personen befanden sich noch im Gebäude. An mehreren Fenstern waren Personen zu erkennen. Diverse Personen versuchten in das Gebäude zu gelangen um selber andere Personen zu retten. Die Lage und Ausbreitung des Brandes war unklar.

Durch die Einsatzleiter wurden daher sofort weitere Alarmstufenerhöhungen veranlasst und ein Großeinsatz für die Feuerwehr Celle veranlasst. Ebenfalls erhöhte der Rettungsdienst von MANV 7 auf MANV 25.

Menschenrettung und Brandbekämpfung:

 Durch die Einsatzkräfte der Feuerwehr Celle wurde sofort die Menschenrettung eingeleitet. So gingen bereits im Ersteinsatz an der Gebäudevorderseite und -rückseite je eine Drehleiter in Stellung. Des Weiteren gingen mehrere Trupps unter Atemschutz in das Gebäude vor. Zusätzlich erfolgte eine Menschenrettung über Steckleiter. Insgesamt sind 25 Personen Betroffen gewesen und befanden sich in unmittelbarer Gefahr. Sieben Personen wurden verletzt und in ein Celler Krankenhaus verbracht.

Die Erkundung im Gebäude unter Atemschutz ergab ein Feuer im 1. Obergeschoss. Hier brannten Einrichtungsgegenstände. Das Feuer konnte mit einem Kleinlöschgerät abgelöscht werden. Zur Belüftung und Entrauchung des Gebäudes wurden mehrere Drucklüfter eingesetzt.

Zur besseren Koordinierung der Einsatzstelle wurde diese in drei Einsatzabschnitte eingeteilt. Der Einsatzleiter wurde durch Mitglieder der Führungsgruppe Einsatzleitung bei organisatorischen Aufgaben unterstützt.

Rettungsdienst und Versorgung der Einsatzkräfte:

Durch den Rettungsdienst musste eine Vielzahl von Personen an der Einsatzstelle betreut werden. Hinzu kam die Versorgung der von der Feuerwehr geretteten Personen. Zur Betreuung der Personen wurde ein Nachbargebäude auf dem ehemaligen Kasernengelände genutzt.

Im weiteren Einsatzverlauf verblieb zur Absicherung der Einsatzkräfte ein Rettungswagen am Einsatzort. Dieser wurde zunächst vom Regelrettungsdienst gestellt und während des Einsatzes durch ein Fahrzeug der Schnelleinsatzgruppe (SEG) ersetzt.

Eingesetzte Kräfte:

Im Einsatz waren über 150 Einsatzkräfte der

– Freiwilligen Feuerwehr Celle-Hauptwache

– Freiwilligen Feuerwehr Celle-Groß Hehlen

– Freiwilligen Feuerwehr Celle-Altenhagen

des Rettungsdienstes des Landkreises Celle, des Deutschen Roten Kreuzes, der Johanniter Unfallhilfe, des Malteser Hilfsdienst und der Polizei.

Nach Mitteilung der Polizei wurden sechs Personen leicht verletzt. Am Gebäude entstand ein Sachschaden von mehreren zehntausend Euro. Die bisher durchgeführten polizeilichen Ermittlungen sprechen dafür, dass ein 44 Jahre alter männlicher Bewohner gegen 23.00 Uhr im Wohnheim auf zur Zeit nicht bekannte Art und Weise im Flur des 1. OG Gebrauchsgegenstände vorsätzlich in Brand setzte. Durch das Feuer entstand eine extreme Hitze- und Rauchentwicklung, die schließlich dazu führte, dass mindestens sechs Bewohner und ein Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes durch Rauchgaseinatmung leicht verletzt wurden. Durch die im Gebäude installierten Rauchmelder wurden die Bewohner auf das Feuer aufmerksam und verließen teilweise das Gebäude. Die weiteren Bewohner wurden mit Hilfe des Sicherheitsdienstes und der zwischenzeitlich alarmierten Feuerwehr unter Einsatz einer Feuerwehrleiter aus dem Gebäude evakuiert. Die Bewohner wurde noch inder Nacht zum Teil zur LAB nach Braunschweig gebracht beziehungsweise bei nahen Angehörigen untergebracht. Der der Tat dringend verdächtige Mann montenegrinischer Abstammung wurde unmittelbar nach der Tat auf dem Gelände der Unterkunft angetroffen und vorläufig festgenommen. Er wurde in den Räumen der Polizeiinspektion Celle vernommen. Der Tatverdächtige wurde im weiteren Verlauf des Tages einem Richter beim AG Celle vorgeführt. Dieser erließ nach Anhörung einen Untersuchungshaftbefehl.

Florian Persuhn/ots

Redaktion
Celler Presse

Fotos: Tobias Franke, Florian Persuhn, Polizei Celle