Kirche für mehr Miteinander

UNTERLÜß. In der Unterlüßer Kirchengemeinde der Friedenskirche steht das Gefühl von Gemeinsamkeit im Vordergrund. Seit 25 Jahren finden im neuen Kirchengebäude, das an einen Schafstall erinnert, Gottesdienste statt, die jede Generation ansprechen wollen und die Menschen an allen Schlüsselpunkten des Lebens begleiten möchten.

„Miteinander unterwegs“, so lautet das Motto der Friedenskirche Unterlüß und dies zeigt sich facettenreich in allen Formen des Gemeindelebens. Vom Kleinkind bis zum Senioren findet jeder ein Angebot, das er wahrnehmen kann. Insbesondere in der Kinder- und Jugendarbeit engagiert sich die Friedenskirche vielfältig mit mehreren Kinder- und Jugendgruppen unter der Leitung des Jugenddiakons Ingo Voigt. Für diesen finanziert die Kirchengemeinde eine Teilzeitstelle aus Spenden und Einnahmen aus der Kriegsgräberpflege, die die ehemaligen Konfirmandinnen und Konfirmanden übernehmen. Aber auch Erwachsene können im Umfeld der Kirchengemeinde, die 1900 Mitglieder umfasst, Angebote wahrnehmen, wie beispielsweise die Frauengruppe „Heidekraut“.

„Uns ist es wichtig, Menschen von der Geburt, bis zum Tod zu begleiten“, erklärt Wilfried Manneke, der Pastor der evangelisch-lutherischen Gemeinde Unterlüß. Dieses Konzept zeigt sich auch in der besonderen Mühe, die er besonderen Gottesdiensten wie solchen zur Taufe, zu Trauungen oder zum Begräbnis widmet. Auch der Besuchsdienstkreis, der Senioren ab dem 80. Lebensjahr an ihrem Geburtstag besucht, ist Teil des Ziels der vollständigen Begleitung auf dem Lebensweg. Zu runden Geburtstagen kommt der Pastor auch persönlich vorbei. Jährlich werden so 400 Besuche abgestattet und auch sonst möchte die Friedenskirche Senioren viel anbieten. So werden beispielsweise häufig Fahrten nach Langeoog, Dresden oder auf die Wartburg veranstaltet, die Senioren vorbehalten sind.

Schnittstelle des Gemeindelebens ist dabei der Gottesdienst, der alle Altersgruppen der Gemeinde ansprechen soll. Für die Jüngsten gibt es die Kinderkirche, die alle zwei Wochen einen Kindergottesdienst ausrichtet. In den eigentlichen Sonntagsgottesdiensten sollen traditionelle Elemente mit Modernem verbunden werden. Deshalb finden auch häufig Gospelgottesdienste statt, die von den drei Gospelchören der Gemeinde gestaltet werden. Der größte von ihnen ist „Cantate Domino“, zu Deutsch: „Singet dem Herrn“. Auch sonst ist das Chorangebot der Friedenskirche breit gefächert und um einen Kinderchor, sowie einen Jugendgospelchor ergänzt.

Diese Angebote führt der Pastor der Gemeinde auf die Bedürfnisse der Menschen im Dorf zurück. „Alles, was dir vor Handen kommt, zu tun, das tue frisch; […]“, heißt es, in den Predigern Kapitel 9, Vers 10, sagt Wilfried Manneke, „Und so wollen wir es hier in der Gemeinde handhaben.“ Die Friedenskirche will in der Gemeinde da helfen, wo es gebraucht wird. Beispielsweise durch die Einrichtung einer Selbsthilfegruppe für Sucht, Aufklärung und Beratung mit dem Namen „Neue Basis“, die Gemeindemitgliedern die Möglichkeit zu einem Neuanfang bieten soll. Als die Frauen der spät zugezogenen Migranten aus Russland weitgehend von den Deutschkursen unerreicht blieben, richtete die Friedenskirche Deutschkurse für diese Frauen ein. Auch in der aktuellen Flüchtlingssituation setzt sich die Friedenskirche ein, wie beispielsweise mit dem „Runden Tisch Migration“, der eine der offenen Präsenzen der gelebten Toleranz ist, die der Gemeinde wichtig ist.

Auch der Pastor der Gemeinde setzt sich massiv gegen Intoleranz ein. Für seinen Einsatz gegen Rechtsextremismus erhielt Wilfried Manneke jüngst den Paul-Spiegel Preis des Zentralrats der Juden. Er ist ebenfalls Vorsitzender der Initiative „Kirche für Demokratie – gegen Rechtsextremismus“, die 2010 gegründet wurde. Leider sorgten diese Aktionen auch dafür, dass er vermehrt Anfeindungen von politisch rechts Gesinnten und auch direkte Angriffe erdulden musste.

Henrike Beyer
Redaktion
Celler Presse

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