Interkultureller Familiengesundheitstag in Eschede

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ESCHEDE. Bereits zum dritten Mal besucht „positive kids“ der Aidshilfe Niedersachsen mit dem Projekt des Interkulturellem Gesundheitstages Celle. Im Landkreis kamen am Samstag ca. 80 Teilnehmer zu dem Treffen.

Drei Jahre lief das das Projekt, welches sich zielgerichtet an Geflüchtete und Fachkräfte richtet. Entwickelt hatte es Ingrid Mumm von der Aidshilfe Niedersachsen. Zum 30. April läuft das Projekt aus, doch unter anderem der Interkulturelle Gesundheitstag, der bereits Goslar, Wolfsburg und Hannover beuchte, kam gerade im Landkreis Celle gut an.

In der Region fand dieser schon in der Stadt Celle, in Nienhagen und nun in Eschede statt. Das Projekt hatte sich im Laufe der Zeit auch immer verändert, erläutert Mumm. Das Ziel war zu Beginn die Frau, doch später kamen die Kinder und letztendlich die Männer hinzu. Auch die Angebote an die Teilnehmer wurde ausgeweitet. Neben dem Gesundheitstag, der gezielt Geflüchtete und Migranten anspricht, gab es zudem ein breites Angebot an Fortbildungen für Fachkräfte, wie Hebammen oder Gynäkologen. Das Thema Gesundheitsvorsorge war jedoch immer der Schwerpunkt dieses Projektes.

Der Interkulturelle Gesundheitstag ist immer ein besonderer Moment mit den Menschen in Kontakt zu kommen und auf ihre Bedarfe einzugehen, berichtet die Geleichstellungbeauftragte der Gemeinde Eschede Ute Labudde.

Ulrich Mennecke von der Celler Aidshilfe begrüßt das Konzept des Projekts. Mit verschiedenen Partnern bildet man ein Netzwerk. Die Teilnehmer werden zunächst mit allgemeinen Themen und einem Erste Hilfe Training abgeholt. Erst wenn die nach Geschlechtern getrennten Gruppen untereinander warm geworden sind, dann gehe es um Themen wie Partnerschaft und das generelle Geschlechterverhältnis in der Gesellschaft, erklärt Mennecke. Bei der Trennung der Frauen, Männer und der Kinder gehe es jedoch nicht um kulturelle Unterschiede, es gehe vielmehr darum, dass bei Themen, die in das Sexualleben gehen, Hemmungen entstehen.

Das Organisationsteam um Ute Labudde, Ingrid Mumm und Ulrich Mennecke konnte an diesem Tag auf insgesamt 15 Helferinnen und Helfer zählen. Zur musikalischen Begleitung am Anfang und zum Mittagessen sorgte die Trommelgruppe „EMmens“. Der Name ist eine Kombination aus den Benennungen der Elfenbeinküste und dem deutschen Ort Emmen. Aus diesem in der Samtgemeinde Hankensbüttel liegenden Ort kommen die Musikerinnen und Musiker. Kulinarisch versorgte die Veranstaltung Salhattin Kizilyel („Hatti“) mit vielen warmen und kalten Köstlichkeiten.

Vor dem Gebäude stand während der Veranstaltung ein Krankentransporter des DRK. Christian Naaß hatte an dieser Station die Teilnehmer in kleinen Gruppen empfangen und die Funktion und Ausrüstung eines solchen Wagens erläutert. Naaß und das gesamt Team des DRK bildeten ein gut funktionierendes Netzwerk zu den anderen Helfern vor Ort.

Ulrike Brinken, Sachgebietsleitung Koordinierungsstelle Migration und Teilhabe des Landkreises Celle, begrüßt diese Entwicklung. Schon bei den anderen beiden Tagen zeigte sich diese Entwicklung, erläuterte Brinken und verwies auf den sich schon gebildeten „Grünen Tisch für Migration & Gesundheit“. Das so entstandenen Netzwerk kann sich austauschen und die verschiedensten Themen können gemeinsam umgesetzt werden.

Es ist ein Projekt, das Anstöße gab und in den unterschiedlichen Regionen stets gut angenommen wurde, so Mumm. Sie würde sich zwar freuen, wenn das Projekt nun weiterlaufen könnte, doch sie sieht positiv auf das bisher Erreichte zurück. Die Veranstaltungsorte verlagerten sich in der Laufzeit eher auf den Bereich Ost-Niedersachsen, dies liegt jedoch an der Verteilung der Zielgruppe und auch den anzufordernden Aids-Beratungsstellen im Land Niedersachsen. Mumm freut sich, dass gerade der Landkreis Celle diese Unterstützung wahrnahm, was Mennecke von der Celler Beratungsstelle ebenfalls unterstrich.

Die Teilnehmer freuten sich über die vielen Informationen und machten rege mit. Es ist ein Entwicklungsprozess, der stets vorangeht. Dank der immer besseren Sprachkenntnisse hat sich eine Gemeinschaft entwickelt, was auch Labudde freut, die jedoch auch jeden Weggezogenen vermisst.

Redaktion
Celler Presse

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