Neues Baugebiet in Lachendorf sorgt schon in der Aufstellungsphase für Unmut bei den Grünen

LACHENDORF. Die öffentliche Auslegung des Bebauungsplanes Nr. 40 in Lachendorf „Am Immanuel Kant Gymnasium“ wird gerade noch vorbereitet, da fallen auf dem Gebiet schon die ersten Bäume und die erste Kritik wird laut. Marlies Petersen (Grüne) blickt skeptisch auf die Beschlussphase und die nun geschaffenen „Fakten“ vor Ort. Obendrein sieht Petersen das Schrumpfen ortsnaher Erholungsgebiete kritisch.

Die Samstgemeinde Lachendorf plant ein neues Baugebiet. „Der Bebauungsplan Nr. 40 „Am Immanuel Kant Gymnasium“ befindet sich derzeit in der Aufstellungsphase. Der erste Verfahrensschritt, die frühzeitige Bürgerbeteiligung und die erste Beteiligung der Träger öffentlicher Belange sind abgeschlossen. Danach sind die Stellungnahmen zusammengefasst worden und anschließend wurde entschieden, wie mit diesen Stellungnahmen weiter verfahren werden soll. Auf dieser Basis wird jetzt die öffentliche Auslegung des Bebauungsplanes vorbereitet. Diese wird vom 30. April 2016 bis zum 30. Mai 2016 erfolgen. Danach erfolgen dann der Satzungsbeschluss und die Veröffentlichung des Bebauungsplanes“, erläutert in diesem Zusammenhang Samtgemeindebürgermeister Jörg Warnke.

Die Vorsitzende des Grünen Ortsverbandes Eschede / Lachendorf Marlies Petersen kritisiert jedoch, dass das Baugebiet nicht nur mehr versiegelte Fläche schaffe und ortsnahe Erholungsgebiete wegfallen, vor Ort sind auf dem geplanten Baugebiet auch schon die ersten Bäume gefallen. „Es ist Interessant daran, dass scheinbar ein Teil des Waldes bereits vor der endgültigen Genehmigung des Bebauungsplanes durch den Rat entfernt wurde. Das würde bedeuten, dass bevor die Ratsmitglieder mögliche Umweltaspekte aus der öffentlichen Auslegung zum Umdenken bewegen könnten, Fakten geschaffen wurden. Der Wald ist ja jetzt schon weg“, schlussfolgert Petersen.

Warnke hingegen widerspricht: „Das großflächige Entfernen von Bäumen trifft nicht zu“, und führt weiter aus: „Bisher wurden von der Samtgemeinde Lachendorf nur Bäume für eine spezielle Lieferung entnommen. Selbstverständlich ist die Entnahme von Bäumen aus diesem Wirtschaftswald zulässig und wird sowohl von Privatwaldbesitzern wie auch von den Landesforsten ständig durchgeführt“.

Petersen sieht diesen Punkt jedoch kritisch, denn das großflächige Abholzen schadet einem wirtschaftlich genutzten Wald. Daher werden in einem Wirtschaftswald auch nur selektiv Bäume gefällt, so Pertersen weiter.

In Lachendort berichten uns dazu Bürger, dass es sich Hinter dem Acker um eine circa 1,3 ha Waldfläche handelt, die durch den Landwirt gefällt wurde. Sicherlich wird der Landwirt von einem drohenden Verkauf seiner Flächen wissen. Privatwaldbesitzer und bewaldete Gemeindeflächen werden in diesem Fall als Wirtschaftswald genutzt. Das Abholzen dieser Fläche unterliegt somit auch wirtschaftlichen Interessen, die sowohl auch der Erschließung des späteren Baugebietes entgegenkommt.

Doch auch die Lage des Baugebietes macht Petersen stutzig. „Erst plant und baut man eine Umgehungsstraße, um den Verkehr aus dem Ort zu bekommen und das erste größere Neubaugebiet soll außerhalb des Rings entstehen. Für die Kinder, die später in diesem Gebiet wohnen, bedeutet das, dass sie für den Weg zum Kindergarten und zur Grundschule natürlich die Umgehungsstraße queren müssen. Mit den logischen Folgen daraus. So eine Planung kann bei jedem Schulpädagogen eigentlich nur für Kopfschütteln sorgen.“

Während die Samtgemeinde die Entwicklung weiter vorantreibt, sind die politischen Diskussionen nun eröffnet.

Redaktion
Celler Presse

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