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Nachwuchssorgen verstärkt durch Pandemie

Landkreis CELLE. Die Chöre des Kreischorverbandes Celle sind in Altencelle zu ihrem Sängertag zusammengekommen. In harmonischer Atmosphäre haben die Chorvorstände auf das Corona-Jahr 2020 zurückgeblickt. Dabei ging es mehr um Inhalte als um Regularien. Neuerungen im Vorstand gab es nur insoweit, als dass Stephan Hentschel offiziell in das Amt des KITAMUSICA-Beauftragten gewählt wurde. Hentschel hatte dieses Amt vorab schon kommissarisch wahrgenommen.

(v.l.): Der KITAMUSICA-Beauftragte Stephan Hentschel zusammen mit dem KCV-Vorsitzenden Matthias Blazek

Der Vorsitzende Matthias Blazek führte wie gewöhnlich geradlinig und zügig durch die Tagesordnung. Begrüßung, Wahlen, Kassenbericht, Entlastung des Vorstandes und Termine wurden zügig abgehandelt. In der Rückschau auf das Jahr 2020 gab es die erfolgreich durchgeführten Kinder- und Jugendchortage im Februar sowie den Besuch des Chorverbandstages in Hannover und ein durchgeführtes Seminar zum Thema Pressearbeit.

Erwähnung fand auch die eigens produzierte Weihnachts-CD, welche einen Reinerlös von über 5000 € zugunsten der Hospizarbeit in Celle erbrachte. Zur Einleitung wurden zwei musikalische Vorträge als Videoeinspielung vorgestellt. Der Chorleiter Joschua Claassen hatte in der Corona bedingten Pause digitale Chorproben mit seinem Großmoorer Chor abgehalten, und das daraus resultierende Ergebnis ist der Song „Happy together“. Matthias Blazek hatte als Chorleiter einer privaten Gruppe zur Verabschiedung seines Dienststellenleiters auch einen digitalen Beitrag erstellt („Irischer Segenswunsch“). Die Chorproben via Internet haben mit dem Erleben und der Nähe zueinander, die man während einer realen Chorprobe erfährt, nicht so viel gemeinsam. Diesen Aspekt griff Kreischorleiter Egon Ziesmann in seinem Bericht auf. „Was macht Chorsingen für uns so reizvoll und unentbehrlich?“, fragte er. „Chorarbeit hat für mich einen wichtigen kulturellen Akzent. Aber genauso bedeutet es für mich: gemeinschaftliche Nähe, stimmliche Verbindung, aufeinander hören. Eine Chorprobe zu genießen, bedeutet: Loslassen vom Alltag, Unbekümmertheit, seelische Erfüllung und gleichzeitig auch Konzentration, Ernsthaftigkeit. Es entsteht eine Freude, die wir mit in den Alltag nehmen und die dort lange anhält.“ Ziesmann machte sich Gedanken über die Zukunft der Kinder, denen Pandemie bedingt die fundamentale Bildung im Bereich der Musik und des Singens fehlt. Und wie sollen aus diesen Kindern später Chöre für Jugendliche und Erwachsene entstehen, wenn die begeisternden Erfahrungen beim Singen nicht gemacht werden konnten? So hoffen Ziesmann und alle anderen Teilnehmer, dass im Frühjahr die Kinder- und Jugendchortage wieder stattfinden können.

Ute Schworm
Foto: Ute Schworm






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