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„Wir fordern ja auch nicht: Und morgen schaffen wir die Gurtpflicht ab!“

HANNOVER. „Wir fordern ja auch nicht: „Und morgen schaffen wir die Gurtpflicht ab!“ – in der Hoffnung, dass dann alle vorsichtiger fahren“, kritisiert der Marburger Bund Niedersachsen die Forderungen des Kassenärztechefs Andreas Gassen nach einem „Freedom Day“ nach britischem Vorbild scharf.

„Für die Aufhebung aller wesentlichen Corona-Beschränkungen zum Ende Oktober sehen wir aktuell keine verantwortungsvolle Grundlage. Ein solch entscheidender Schritt wäre zum jetzigen Zeitpunkt hochriskant und kurzsichtig. Ein Spiel mit dem Feuer beziehungsweise unserer aller Gesundheit“, sind sich die niedersächsischen Landesvorsitzenden Hans Martin Wollenberg und Andreas Hammerschmidt einig.

Besonders gefährlich würde es für die nicht-geimpften Menschen werden, darunter auch jene, die nicht die Wahl haben, weil sie sich nicht impfen lassen können. „Mit seiner Haltung fällt Andreas Gassen all jenen in den Rücken, die täglich aufs Neue dafür kämpfen, einen bestmöglichen Kompromiss aus maximaler Sicherheit und maximaler Freiheit zu finden“, stellt Wollenberg klar.

Mit Sorge beobachtet der Landesverband, wie sich derzeit in Niedersachsen die vierte Welle der Corona-Pandemie weiter aufbaut: „In einigen Krankenhäusern ist schon jetzt kein Normalbetrieb mehr möglich. Zudem müssen mancherorts bereits wieder elektive Eingriffe zugunsten der Pandemie-Bewältigung zurückgestellt werden.“

Der Prophezeiung Gassens, durch die Ankündigung des Stichtags am 30. Oktober würde sich die Impfbereitschaft im Vorfeld signifikant erhöhen, steht Hammerschmidt skeptisch gegenüber: „Einen solchen Tag, an dem die von uns allen herbeigesehnte Freiheit und Normalität herrscht, gibt es doch bereits: Nämlich dann, wenn wir durch entsprechende Impfraten die Herdenimmunität erreicht haben. Jedoch müssen wir bislang beobachten, dass sich viele Menschen trotz dieser Aussicht nicht impfen lassen.“

Laut des niedersächsischen Ärzteverbands führt der einzige verantwortungsvolle Weg zurück zu mehr Normalität und Freiheiten über das Impfen: „Mit vereinten Kräften gilt es, die Impfkampagne voranzubringen, weitere Impfanreize zu schaffen und niedrigschwellige, aufsuchende Impfaktionen in Niedersachsen weiter auszubauen. Nur so können wir wieder zur Normalität finden – ohne hiermit leichtsinnig schwere Krankheitsverläufe und eine Überlastung des Gesundheitssystems zu riskieren.“

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