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Hausschutzzauber schützt Handwerkerhaus in der Celler Altstadt schon über 400 Jahre

CELLE. Manche Häuser bewahren ihre Geheimnisse für immer, andere geben sie zufällig wieder preis. Das Haus in der Bergstraße 12 in der Celler Altstadt ist in der Beziehung eine wahre Schatztruhe. Während der Sanierung im Jahre 2013 wurden in den Holzbalken des rund 400 Jahre alten Fachwerkhauses Opfergaben entdeckt: ein Handwerkerbrauch, der Haus und Bewohner seinerzeit schützen sollte. Für den in Deutschland seltenen Fund und die originalgetreue Sanierung erhielt das Haus den Deutschen Fachwerkpreis.

Als die heutigen Eigentümer vor acht Jahren mit dem Rückbau der Wandverkleidungen begannen, kamen zunächst originale Steinfliesen, Sandsteinplatten und Dielenfußböden zum Vorschein. Nicht ungewöhnlich für ein Haus mit jahrhundealter Geschichte. Besonders bemerkenswert war aber ein anderes Detail: Während der Arbeiten am Fachwerkskelett wurden in einem Holzbalken Löcher gefunden, die mit Opfergaben der damals am Bau beteiligten Handwerker gefüllt waren: ein sogenannter Hausschutzzauber für das Haus und seine Bewohner. Eine für Fachleute kleine Sensation, denn solche Verpflockungen sind eher in der Schweiz als Schutzzauber gegen Pest und Unglück bekannt; in Deutschland werden sie nur sehr selten gefunden. Die Entdeckung in der Celler Altstadt ist daher ein wahrer Glücksfund. 

Das Fachwerkhaus aus dem 16. Jahrhundert ist in Celle als sogenanntes „Handwerkerhaus“ bekannt:  Schneider, Schuster, Maler, Knochenhauer und Bäcker gingen hier ihrem Handwerk nach und verkauften ihre Waren. Heute beherbergt es das Geschäft „Alter Provisor“, in dem Eigentümerin Dörte Hirschfeld den gleichnamigen Kräuterlikör nach einem uralten Geheimrezept der ehemaligen Rats-Apotheke Celle herstellt. 

Unter Bewahrung vieler Details restaurierte sie das Haus mit hohem Aufwand und viel Liebe, um es als Likör-Manufaktur und Boutique für schöne Dinge zu betreiben. Für die „außerordentliche und sensible Sanierung“ – so das Urteil der Jury – wurde Dörte Hirschfeld bereits im Herbst 2020 mit dem Deutschen Fachwerkpreis ausgezeichnet.

Der Deutsche Fachwerkpreis?
Die Arbeitsgemeinschaft Deutsche Fachwerkstädte e.V. trägt zur Erhaltung des kulturellen Erbes bei und lobt alle fünf Jahre den Deutschen Fachwerkpreis aus. Der Deutsche Fachwerkpreis zeichnet vorbildliche Sanierungen von Fachwerkgebäuden aus. 2020 wurden gleich zwei Gebäude in Celle geehrt. Weitere Infos: 
www.fachwerk-arge.de

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CELLE. überraschend. vielfältig.

Rund 40 Kilometer nördlich von Hannover entfernt, ist Celle mit seinen rund 70.000 Einwohnern das malerische Südtor zur Lüneburger Heide. Die mehr als 700 Jahre alte Residenzstadt beherbergt nicht nur eines der schönsten Welfenschlösser Norddeutschlands mit eigenem Barocktheater. Celle besticht auch durch seine historische Altstadt mit einem der dichtesten Fachwerkensembles der Welt. Dazu kommen Bauhaus-Architektur, klassische und moderne Museen und ein vielfältiger Mix aus Kultur und Gastronomie. Celle ist ein Urlaubsort für Jung & Alt und begeistert mit vielen inhabergeführten Geschäften in der Altstadt auch als Einkaufsstadt mit Flair. www.celle-tourismus.de 

PR
Foto: Celler-Presse.de / Manuela Mast






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