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Dialog zwischen Generationen und Nationen – Der Volktrauertag – ein stiller Feiertag

MUNSTER Einen Tag nach dem 66. Aufstellungstag der Bundeswehr, fand am 13. November 2021 die feierliche Gedenkveranstaltung zum Volkstrauertag an der Panzertruppenschule in Munster statt. Neben dem Bürgermeister der Stadt Munster, Ulf-Marcus Grube, und weiteren Gästen, begrüßte der Kommandeur der Panzertruppenschule, Brigadegeneral Ullrich Spannuth, neben vielen anderen Teilnehmern die Schülerinnen und Schüler der Realschule und des Gymnasiums Munster, die stellvertretend für Ihre Schulen als Gäste der Veranstaltung beiwohnten.

Mehr als ein Zurückschauen

Nach dem Einmarsch der Truppenfahne, begleitet durch den Ehrenzug und das Heeresmusikkorps Hannover, sprach Brigadegeneral Spannuth zu den rund 150 Gästen. Am Anfang seiner Rede betonte der General, dass die Gedenkfeiern zum Volkstrauertag mehr seien als nur ein Zurückschauen. „Der Volkstrauertag ist jedes Jahr aufs Neue die aufrichtige Anstrengung, dass Unbegreifliche von Krieg und Gewaltherrschaft begreifen zu wollen und für uns, die wir in der vermeintlichen Selbstverständlichkeit von Frieden und Freiheit aufgewachsen sind, der Versuch, das Unfassbare, erklärlich zu machen“, so der General. Er führte weiter fort, „Es eint uns der gemeinsame verpflichtende Blick nicht nur zurück, sondern auf das, was wir, die wir heute in Verantwortung stehen, für unser Tun ableiten können – ja müssen“!

Die Zukunft gestalten

„Viel wichtiger sei dieser Tag, für jene, die die Zukunft gestalten werden“, damit sprach der General die rund zwanzig Schülerinnen und Schüler der Realschule und des Gymnasiums aus Munster an. Die Teilnahme der Schülerinnen und Schüler und ihrer Schulleitung, Frau Silke Meyer und Björn Edelmann, sei ein ganz besonderes Zeichen. Als weitere Vertreter der Zukunftsgeneration standen eine deutsche Offizieranwärterin und ein niederländischer Offizieranwärter neben General Spannuth. Beide angehenden Offiziere boten in ihren Reden ein eindrucksvolles Bild von ihrem Verständnis zum Volkstrauertag. Der niederländische Kornett Ch. Klöppner fasste seine Ansprache zusammen: „Indem wir uns selbst aktiv für unsere Zukunft einsetzen, würdigen und respektieren wir die Menschen derer wir heute gedenken am meisten, weil wir das Werk, wofür die Opfer gebracht worden waren, in Ehren halten“. Klöppner hat deutsche Wurzeln, dient aber auf eigenen Wunsch in der niederländischen Armee. „Diese Entscheidung hätte vor 75 Jahren einen Riss durch unsere Familie bedeutet“, so Klöppner in seiner Rede. Dass beim Volkstrauertag nicht nur der Opfer der großen Kriege gedacht wird, dazu trug sehr bewegend Stabsfeldwebel (OA –Offizieranwärterin–) J. Friedrich in Ihrer Rede bei. Sie erinnerte dabei an Hauptmann Markus Matthes, der 2011 in Afghanistan bei einem Sprengstoffanschlag ums Leben kam. „Der Volkstrauertag ist ein innerer Appell, die Verstorbenen nicht zu vergessen und ihnen ein würdiges Gedenken zuteilwerden zu lassen. Es ist ein Tag an dem wir die Möglichkeit haben, darüber nachzudenken, was sie uns zu sagen haben und was wir durch sie für zukünftige Herausforderungen lernen können. Mit dem bewussten Erinnern leisten wir einen wesentlichen Beitrag gegen das Vergessen“, zog Friedrich ihr Resümee.

Reflexion als innerer Kompass

Als inneren Kompass bezeichnetet General Spannuth die schlussfolgernde Reflexion am Volkstrauertag. „Ein Kompass, der uns hilft, im gemeinsamen Gedenken nicht vor dem unfassbaren zu erstarren, sondern die uns Kraft daraus ziehen lässt, unsere Zukunft zu gestalten“, so der Kommandeur. Kurz vor der Kranzniederlegung sprach der katholische Militärpfarrer Georg Ischler in einer eindringlichen Rede mit anschließendem Gebet zu den Anwesenden. Zum Trommelschlag wurden Kränze zur Gedenkstätte getragen und niedergelegt. Das Lied „Der gute Kamerad“, untermalte die sehr bewegende Kranzniederlegung anschließend. Das Heeresmusikkorps Hannover begleitete, unter der Leitung von Oberstleutnant Martin Wehn, die Gedenkveranstaltung unter anderem mit den Chorälen „So nimm` denn meine Hände“ von Fr. Selzer und „Ave Verum“ von W.A. Mozart sowie der Europa- und der Nationalhymne.

Thomas Rotter
Fotos: Michel Baldus






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