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Dem Frieden auf der Spur – Gäste aus Äthiopien und Russland besuchten den Friedensort2GO

Drei Frauen aus Russland, vier Männer aus Äthiopien und ein knappes Dutzend Deutsche – es ist eine bunte Gruppe, die Ingrid Lüdemann an diesem sonnigen Montag im Juni über den Friedensort2GO führt. Der vier Kilometer lange Pilgerweg durch Hermannsburg lädt dazu ein, anhand von Kunstwerken und Texten über Frieden und Gerechtigkeit nachzudenken und zwischen den Stationen ins Gespräch zu kommen.

Für die Teilnehmerinnen aus der russischen Stadt Toljatti ist es schwer, überhaupt Worte zu finden für das, was sie bewegt. „Es tut in der Seele weh“, sagt eine von ihnen in nahezu akzentfreiem Deutsch. Zur politischen Lage möchte sie sich nicht äußern. Das Einzige was sie tun könne sei, in ihrem persönlichen Umfeld Frieden zu schaffen.

So ähnlich nähert sich auch Ingrid Lüdemann, Referentin für den Friedensort2GO im Ev.-luth. Missionswerk in Niedersachsen dem großen Thema an. Zur ersten Station vor dem Verwaltungsgebäude des Missionswerkes in der Georg-Haccius-Straße hat sie ein Glas Gummibärchen mitgebracht. Wie sieht eine gerechte Verteilung aus? Wenn alle die gleiche Anzahl bekommen? Oder gibt es auch geschmackliche Unterschiede zwischen den roten, gelben und grünen Bären? Und ist somit vielleicht ein gelbes Bärchen mehr wert als ein grünes? Gerechtigkeit ist nicht immer einfach zu definieren, lautet das Fazit. Und ohne Gerechtigkeit gibt es keinen Frieden.

Das Kunstobjekt vor dem Missionsgebäude besteht aus einem horizontalen hölzernen Kreuz, das zum Sitzen einlädt, und einem geschmiedeten Schriftzug, der auf zwei Metallstangen ruhend, darüber „schwebt“. „Gerechtigkeit & Frieden“ liest man, wenn man nach oben blickt. Für Bezuneh Sumudo ist sofort klar, was damit gemeint sein könnte: „Wenn wir zum Himmel schauen, sehen wir Frieden und Gerechtigkeit“, erklärt der Synodenpräsident aus Äthiopien. In seinem Land herrscht seit mehreren Jahren  Bürgerkrieg. „Viele Menschen sind auf der Flucht“, berichtet er. Auch in den Regionen, die nicht unmittelbar von gewaltsamen Auseinandersetzungen betroffen sind, litten die Menschen. Zu den unmittelbaren Folgen des Krieges im eigenen Land kämen die gestiegenen Lebensmittelpreise – die Sumudo wiederum als eine Folge des Krieges in der Ukraine sieht.

Für ihn ist das Pilgern auf dem F2GO aber auch ein Hoffnungerlebnis. „Ich bin sehr glücklich, an diesem Ort zu sein. Hier hat die Mission ihren Ursprung“, so der evangelische Christ, der Mitglied der Mekane Yesus Kirche ist. Mit seiner Synode arbeitet das ELM seit 40 Jahren zusammen und finanziert die theologische Ausbildung für jeweils sechs Männer und sechs Frauen. Der Ausflug nach Hermannsburg ist für Bezuneh Sumudo und seine Kollegen Teil ihres Deutschland-Aufenthaltes im Rahmen einer Partnerschaft zwischen der Süd-Zentral-Synode der Mekane Yesus Kirche und dem ev.-luth. Kirchenkreis Wolfsburg-Wittingen. Toljatti pflegt auf kommunaler und kirchlicher Ebene eine Partnerschaft mit der Stadt Wolfsburg bzw. dem Kirchenkreis. Über das ELM werden die kirchlichen Partnerschaften durch die Referentinnen Marlene Altebockwinkel und Verena Berndt professionell begleitet.

Susanne Zaulick
Fotos: Susanne Zaulick

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