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Baumschutz bleibt interessant in Eschede – Ein Rückblick auf einen Informationsabend mit Maren Bromund öbv Sachverständige für Baumpflege

Zu einem Informationsabend ins Rosencafé in Eschede luden die Grünen des Ortsverbandes Eschede-Lachendorf. Marlies Petersen, grüne Ratsfrau in Eschede, begrüßte Maren Bromund. Sie ist Gartenbau-Ingenieurin und von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige für Baumpflege. Seit 30 Jahren arbeitet sie „am Baum“ und bildet unter anderem auch Treeworker und Fachagrarwirte für Baumpflege aus. 

20 Interessierten Zuhörer führte sie durch die bestehenden rechtlichen Bestimmungen und verwies darauf, dass es notwendig sei, unsere Altbäume besonders zu schützen und zu erhalten. Ersatzpflanzungen kompensieren Baumfällungen nur optisch, während die vielen Ökosystemleistungen  erst Jahrzehnte später kompensiert werden können.

„Bäume sind multitasking, sie produzieren Sauerstoff , binden Kohlenstoff, kühlen ihre Umgebung, bieten Schatten, schlucken Lärm, verbessern im Boden den Luft – und Wasserhaushalt, erfüllen ökologische, gestalterische und ingenieurbiologische Funktionen. Gleichzeitig bieten Bäume vielen Lebewesen Nahrung oder eine Lebensstätte. Besonders Altbäume sind oft Habitatbäume, die von streng geschützten Spechten oder Fledermäusen besiedelt werden können“, erläutert Bromund den interessierten Zuhörenden.

So sind es auch, nach Aussage der Sachverständigen, überwiegend artenschutzrechtliche Bestimmungen des  Bundesnaturschutzgesetzes,  die in Niedersachsen vornehmlich auch den Schutz von Einzelbäumen innerorts abdecken. Aus diesem Grund können konkrete kommunale Satzungen eine äußerst sinnvolle zusätzliche Unterschutzstellung des urbanen „Grüns“ sein und werden von Landesebene sogar begrüßt.  Leider, so stellten Marlies Petersen und Maren Bromund fest, führe schon die Diskussion über eine Satzung dazu, dass Baumbesitzende ihre Bäume schnellstens fällen. Um mit dem Thema behutsam umzugehen, viele Menschen anzusprechen und niemanden abzuschrecken, könnte die Kombination aus einer Baumschutz-Satzung und einer Baumpflege-Fördermaßnahme vielleicht mehr Zuspruch gewinnen.  Förderbar könnten Maßnahmen zum Baumerhalt sein, Gutachten zur Stand- und Bruchsicherheit  und zur Erhaltensfähigkeit alter Hofbäume, oder  Pflanzungen auf privaten Grundstücken.

Der Baumschutz ist ein Kostenfaktor, den vor allem die Besitzer tragen müssen. Baumschutz steht manchmal auch im Konflikt mit der Energiewende, wenn Solaranlagen durch Bäume verdeckt werden oder Geothermie die Wurzeln der Gehölze beschädigen. Zudem ist eine abschließende Baumbeurteilung nur vor Ort möglich. Selten können klare Aussagen zum Baumschutz allein durch Fotos getätigt werden. Ohne einen Verwaltungsaufwand ist die Umsetzung einer Baumschutzsatzung oder einer Baumpflege-Fördermaßnahme nicht möglich.

 Die Anwesenden stimmten mit der Ratsfrau überein, dass eine Satzung vor allem der Unterstützung der Besitzer und Besitzerinnen der Bäume beinhalten muss. Braunschweig hat seine Baumschutzsatzung abgeschafft und unterstützt nun die Baumbesitzer finanziell.  Meinersen hat eine Satzung, die seit 20 Jahren praktikabel erscheint und wenig Unmut beschert.  Baumfällungen müssen dort schriftlich beantragt werden und die Verwaltung entscheidet über den Baumverbleib.  

Im Stadtgebiet Hannover, wo ebenfalls seit Jahren die Bäume unter Schutz stehen,  werden sogar Bauherren speziell auf „Baumschutz auf Baustellen“ hingewiesen, denn Schutzgut von Bäumen sind nicht nur der sichtbare Stamm und die Krone, sondern auch die Baumwurzeln, Kronentraufe zuzüglich 1,5m.

Ein informativer Abend bei dem viele Fragen beantwortet werden konnten und die Motivation sich breitmachte: Es gibt noch mehr am Baumschutz interessierte Menschen. Vernetzung ist wichtig, damit gegenseitig Ideen ausgetauscht werden.

Wer sich dafür interessiert an einer Baumpflegesatzung in Eschede mitzuarbeiten, melde sich bitte bei: Marlies  Petersen – marlies.petersen@gruene-celle.de.

PR
Fotos: Marlies Petersen

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