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Nahverkehrsplanung im Kreistag

Kreistagsmitglied Dr. Hans-Georg Ratsch-Heitmann nimmt Stellung zu dem im Kreistag vorgelegten Nahverkehrsplan. Hier sind die Ausführungen im Wortlaut:

„Ein Plan mit strategischen Zielen als Rahmen für den künftigen ÖPNV ist gut. Sehr gut auch, wie versucht wurde, alle Akteure mit einzubinden. Es ist ein Riesenfortschritt, dass jetzt sogenannte „Kreis übergreifende Relationen“ und die Integration in das Fernverkehrssystem zum Ziel erklärt werden. Früher wurde eine solche Notwendigkeit vom Gutachter und natürlich dann auch von der Verwaltung rundweg verneint. Auch jetzt hieß es noch im ersten Entwurf, es gebe „keinen Bedarf an zusätzlichen Angeboten“.

Enttäuschend bleibt dann aber, dass im Süden und Südosten die Anbindung des Celler ÖPNV an den ÖPNV der Region Hannover und die Bahnlinie Hannover-Wolfsburg nicht explizit zum strategischen Ziel erklärt wurde.

Vorgesehen sind „Abstimmungen mit den Nachbarkreisen“, um dann „bedarfsorientiert“ und „ggfs. über Pilotprojekte“ entsprechende Angebote zu machen. Das hört sich neutral an. Man will ja allen Grenzregionen gerecht werden.

Dabei wird völlig außer Acht gelassen, dass es im Südkreis weit fortgeschrittene Voraussetzungen gibt. Seit 30 Jahren mühen sich Lokalpolitik, Schulen und ehrenamtliche Initiativen, eine Verbindung vom Flotwedel in den Bereich Uetze zu schaffen.

Und es war leider immer der Landkreis Celle, der auf der Bremse stand. Mal war es der vermeintlich nicht erkennbare Bedarf, mal unüberwindliche Lizenzprobleme, mal die Unmöglichkeit einheitlicher Monatskarten, mal die vage Sorge vor zu hohen Kosten, mal der Busfahrer-Mangel. Das Karussell sich wiederholender Ablehnungsbegründungen drehte sich unentwegt, ohne jemals die Sachlage zu prüfen.

Bedarf? Knapp 50 Pkw mit Celler Kennzeichen stehen täglich an den Park&Ride-Bahnhöfen.

Pilotprokjekte? 14 Jahre lang betrieb ein Verein im Flotwedel auskömmlich und ohne öffentliche Zuschüsse eine Kleinbus-Verbindung von Langlingen über Bröckel und Uetze zur Bahn. Während innerörtliche Bürgerbusse erfreulicherweise unterstützt wurden, sah sich der Landkreis wegen der Grenzüberschreitung und der Lizenzprobleme bei der erforderlichen Bus-Ersatzbeschaffung außerstande zu helfen. Mittlerweile wurde in Hannover beim Dezernat für Wirtschaft, Verkehr und Bildung diesbezüglich längst Einvernehmen hergestellt. Die Initiative dazu ging nicht vom Celler Kreishaus aus. Und es gibt das Deutschland-Ticket! Und die Taxi-Bezuschussung für den Schülertransport zum Gymnasium und der Gesamtschule in Uetze könnte sich damit auch erledigen.

Kosten? Bei nicht ausreichender Nutzung hatte die LEADER-Region Aller-Fuhse-Aue bereits 2019 einen sechsstelligen Zuschuss in Aussicht gestellt.

Alles lag vor, alles ist da, nur nicht der politische Wille im Celler Kreishaus!

Diese zusätzliche Verbindung zur Region Hannover und der Bahnlinie Hannover-Wolfsburg ist reif zur Umsetzung. Die Metropolregion mit Hannover und Wolfsburg/Braunschweig liegt uns räumlich am nächsten. Diese Verbindung vage in eine Aufreihung eventuell zu prüfender Verbindungen in alle Nachbarkreise und vielleicht ins Nirgendwo zu platzieren, kommt einem erneuten Ausbremsen gleich. Braunschweig und Wolfsburg erscheinen namentlich gar nicht erst bei der Aufzählung umliegender Ziele, dafür aber Uelzen.

Der Dezernent sieht kein Ausbremsen und verweist auf die kommende Ausschreibung. Ich hab’s vernommen. Vielleicht dauert es tatsächlich nicht noch einmal 30 Jahre.

Die CZ reduzierte in ihrer Berichterstattung die Verbindung zur Bahn als gewünschten Bus von „meinem Heimatort Bröckel nach Uetze“. Als wenn es hier um ein kirchturm-orientiertes Leckerli ginge. Nein, es gibt Pendler nach Wolfsburg, Schüler nach Uetze und Pendler und Berufsschüler nach Hannover, die aus dem Südkreis nicht den Umweg über Celle wählen. Kurzum: Die zusätzliche Anbindung an die Metropolregion Hannover-Braunschweig-Wolfsburg muss explizit ein strategisches Ziel sein!

Jeder Pkw, der gar nicht fahren muss, hilft bei der Dekarbonisierung am besten und schont den Geldbeutel der Bürger am meisten!

Dr. Hans-Georg Ratsch-Heitmann“

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