Mittwoch, 11. März 2026

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Kein Bahnhof für Bergen – Gelungene Infoveranstaltung zur Neubautrasse

Das Interesse an der Infoveranstaltung über den aktuellen Stand beim geplanten Trassenneubau Hamburg-Hannover war riesig. Und das Publikum im mehr als vollbesetzten Stadthaus Bergen wurde nicht enttäuscht, der Erste Vorsitzende des Aktionsbündnisses gegen Trassenneubau, Christian Böker, referierte sehr professionell und aussagekräftig über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Thematik. Die Bergener Bürgermeisterin Claudia Dettmar-Müller moderierte nicht nur, sondern positionierte sich im Zuge der abschließenden Fragerunde klar und eindeutig gegen einen Trassenneubau und für die Reaktivierung der früheren regionalen OHE-Strecke, aktuell Sinon-Trasse genannt.

Gleich zum Auftakt stellte Böker klar: „Lassen Sie sich nicht irreführen, einen Bahnhof Bergen wird es nicht geben!“ Es handele sich auf der Website der Deutschen Bahn (DB), die die Konzeptidee für den Trassenneubau Hamburg-Hannover darstellt, um nicht mehr als einen Haltepunkt „mit dem Charme eines Rangierbahnhofes“ zwischen Lohheide und Bergen, keinen Personen-Bahnhof. Für den Bau von Bahnhöfen sei nicht die DB, sondern das Land Niedersachsen zuständig, und dessen Vertreter, darunter der Verkehrsminister Grant Hendrik Tonne, hätten auf der Infoveranstaltung in Bispingen am 17.8. zum Ausdruck gebracht, es werde keine Regionalbahnhöfe in Soltau und Bergen geben.

Die von der DB favorisierte Neubautrasse würde direkt durch die Stadt Bergen führen und umliegende Dörfer tangieren. Die Auswirkungen für die Region wären erheblich und laut Böker durchweg negativ. „Einen Mehrwert gibt es nur für die Bahn, nicht für uns.“ Jeder Meter Neubautrasse liege im Land Niedersachsen. „Hamburg ist nur Profiteur“, betonte Christian Böker. Der Fachbereichsleiter Bauen, Umwelt und Verkehr im Bergener Rathaus Thomas Schumacher stellte die Konsequenzen für die Stadt Bergen im Einzelnen dar: „Es wäre ein wesentlicher Eingriff mit hohen Kosten“, lautete sein Fazit. Die Verantwortlichkeit für die Finanzierung sei im Moment noch völlig unklar, fest stehe nur, dass ein zusätzlicher Bedarf an Brücken und Querungen von der Stadt übernommen werden müsste. Im zentralen Ortsteil Bergen würden 2,7 km neue Schienen verlegt und drei Kilometer Straße gebaut werden müssen. Für das Stadtgebiet Bergen bedeute dieses 20 km Bahnlinie und 8,5 km Straße. Würde das Konzept der DB umgesetzt, stellt dieses zudem eine massive Beeinträchtigung in die kommunale Planungshoheit dar, die Flächen sind einer Verwendung zugeordnet und damit der Verfügung der Kommune entzogen.  

Eine Neubautrasse würde das Landschaftsbild in der Region erheblich verändern. Die Eigentümerin des historischen Naturreservoirs „Entenfang“ in Celle-Boye, Dr. Iris Barckhausen, vermittelte in ihrem Kurzreferat einen Eindruck: „Zwölf Kilometer non-stop durch Landschaftsschutzgebiete. Das darf nicht sein!“, hatte sie eine Folie überschrieben. Sie wies darauf hin, dass der Naturpark Südheide bereits seit mehr als 60 Jahren besteht. „Und seit 1936 ist der Entenfang Boye ein Landschaftsschutzgebiet“. Dieses dient dem Wohl der Allgemeinheit, ist für die Eigentümerin aber auch mit zahlreichen Auflagen verbunden. Es durfte beispielsweise keine Bebauung vorgenommen werden. „Das darf jetzt nicht ausgenutzt werden“, mahnte Iris Barckhausen. „Man muss hinterfragen, ob die Einstufung der Raumwiderstandsklassen willkürlich erfolgte“.

Die abschießende Fragerunde wurde rege in Anspruch genommen. Auch Befürworter der Neubautrasse, u.a. Vertreter des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) meldeten sich zu Wort.

Christian Böker hatte sein mit großem Applaus bedachtes Referat beendet mit dem Hinweis auf die letzte große Möglichkeit, Protest auszudrücken, bevor der Bundestag die endgültige Entscheidung fällt, ob im Bestand saniert und ausgebaut wird oder eine Neubautrasse zwischen Hamburg und Hannover eingerichtet wird.

Am Sonntag, den 14. September 2025, veranstaltet das Aktionsbündnis gegen Trassenneubau ein „Whyte Dynner“ des Widerstands an der Marxener Straße zwischen Ramelsloh und Marxen, Beginn 14 Uhr. Alle Teilnehmer sind gebeten, in Weiß zu erscheinen als Symbol für Klarheit, Frieden und Entschlossenheit. Es wird ein Busshuttle ab Bergen eingerichtet, nähere Auskünfte sind erhältlich im Vorzimmer von Bürgermeisterin Claudia Dettmar-Müller.

Anke Schlicht
Redaktion Celler Presse
Fotos: Anke Schlicht

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