Mittwoch, 22. Juli 2026

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Künstlerinnengruppe „FRida“ stellt im Freiraum aus

Es ist ihre erste gemeinsame Ausstellung, bisher kennt man den Namen der aus sieben Künstlerinnen bestehenden Gruppe nur als Vorname der berühmten Frida Kahlo, und dennoch ist die Vernissage zu „Draußen nur Kännchen… drinnen Kunst“ am Freitagabend sehr gut besucht. Zurückzuführen ist dies sicherlich auch auf das Konzept des Veranstaltungsortes, des städtischen Freiraumes, wo jeder und jede sich anmelden kann, um seine bzw. ihre Werke der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Hier traut man sich hinein, benötigt keine Einladung, läuft nicht Gefahr, einem elitären Zirkel von Kunstkennern zu begegnen. Unter den Besuchern befinden sich etliche, die selber künstlerisch tätig sind, dem Celler „Amateurmalkreis“, dem „Atelier 22“ oder dem „Bund Bildender Künstler und Künstlerinnen Celle“ (BBK) angehören. Pures Interesse an dem, was andere machen, oder auch das Lernen über Kunst sind die Motive.

Bei dieser Schau bietet sich ihnen eine große Bandbreite an unterschiedlichen Techniken und künstlerischen Ausdrucksformen: Zeichnung, Grafik, Collage, Assemblage, Objekte aus verschiedenen Materialien, Lichtinstallationen. Die sieben Frauen aus dem Raum Celle und Hannover zeigen jeweils, womit sie sich befassen, einen inneren, inhaltlichen Zusammenhang gibt es nicht. Entsprechend darf man einen roten Faden beim Rundgang durch den Freiraum nicht erwarten, vielmehr stehen die Stile für sich, sind in sich geschlossen, thematische Übergänge existieren nicht.

Angelika Dors‘ „Erinnerungsstücke“ in Form von Assemblagen und Silke Jüngsts große Installationen fallen sofort ins Auge. Auf Gefälligkeit legt Dors keinen Wert: „Die Objekte sollen Assoziationen und Erinnerungen wecken, darüber möchte ich mit Ihnen ins Gespräch kommen“, sagt sie in der Vorstellungsrunde. Die Vergangenheit, vielleicht die Kindheit, ist Gegenstand ihrer Auseinandersetzung, „Hölzerne Dokumente“, Puppengesichter, deren Liebreiz durchbrochen ist, ein Gehstock neben einem Holzgewehr. Silke Jüngst gibt indes mit ihrem überdimensionierten „Binary II“ eher unserer computerdominierten Gegenwart ein Gesicht. Eines alten Handwerks bedient sich dagegen Angela Schönewald, sie betreibt eine Schmiede am Ortsrand von Hannover. Vielsagend beschreibt die gelernte Technische Zeichnerin ihre Kunst als „Zeichnen mit glühendem Stahl“. Als Liebeserklärung an die Natur und hier die Bäume im Besonderen möchte Eva Hennecke ihre Bleistiftzeichnungen verstanden wissen. Eva Bellack hat im Zuge ihrer künstlerischen Auseinandersetzung mit der Formenvielfalt ebenfalls die Natur im Blick: „Kein Blatt ist wie das andere“, nennt sie ein Beispiel. In einer ihrer Collagen hat sie Bananenschalen Augen verliehen. Almut Ranze-Sanders widmet sich der Flächengestaltung, auch mittels Textilien. Ihre Lampen aus gesteifter Seide erzeugen ein dezentes Licht. Bleibt, last but not least, Gabi Hoppe, deren Grafiken aus einem experimentellen Handdruckverfahren entstehen.

Die Erklärung für ihren Namen „FRida“ bleiben sie während der Vorstellungsrunde schuldig. Eine Nachfrage ergibt das Naheliegende: Die berühmte mexikanische Künstlerin Frida Kahlo stand Pate.

Wer die Ausstellung sehen möchte, hat bis zum 18. Oktober Gelegenheit: Do, Fr und Sa: 13 – 18 Uhr, Schuhstraße 3, Altstadt. Am 3. Oktober findet ein Workshop „Druck-Einheit zum Ausprobieren“ von 14 bis 16 Uhr statt, am 11. Oktober folgt ein „Kaffeekränzchen mit Kunst“, ab 14 Uhr.

Anke Schlicht
Redaktion Celler Presse
Fotos: Anke Schlicht

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