Volkstrauertag: Gedenken im Stadtpark – Schülerinnen und Schüler gestalten zentrale Veranstaltung
Heute fand im Stadtpark am Ehrenmal die zentrale Gedenkveranstaltung zum Volkstrauertag statt. Trotz Nieselregen und niedriger Temperaturen kamen zahlreiche Menschen zusammen, um an Kriegstote, Opfer von Gewalt und die Folgen von Krieg und Terror zu erinnern. Neben Bürgerinnen und Bürgern nahmen auch Vertreterinnen und Vertreter aus Verwaltung, Politik, Bundeswehr und Institutionen teil, darunter Landrat Axel Flader und Oberbürgermeister Dr. Jörg Nigge.






















Die Veranstaltung stand auch in diesem Jahr im Zeichen der Zusammenarbeit mit Schulen. Gestaltet wurde sie vom bilingualen Geschichtskurs des 12. und 13. Jahrgangs des Hermann-Billung-Gymnasiums unter Leitung von Petra Höxtermann. Die Schülerinnen und Schüler führten durch das Programm und setzten dabei inhaltliche Akzente.
Schülerinnen und Schüler geben Opfern Namen und Stimme
Die musikalische Eröffnung übernahm ein Bläserensemble der Kreismusikschule Celle unter Leitung von Dietrich Ackemann.
Im Anschluss begrüßte Schülerin Amelia Podgorska die Anwesenden und erläuterte die Bedeutung des Volkstrauertages. In ihren Worten ging es um Erinnerung, Verantwortung und den Auftrag, den Frieden nicht als selbstverständlich zu betrachten.
Gemeinsam mit Stina Maili Klaus, Enya Rothberger und Raphael Künstler berichtete sie aus Archivaufzeichnungen, Briefen und dokumentierten Einzelschicksalen von Menschen, die während des Zweiten Weltkrieges in Celle ums Leben kamen. Die Gruppe hatte zuvor den Waldfriedhof besucht, auf dem 976 Menschen begraben liegen – darunter deutsche und ausländische Soldaten sowie Zivilisten. Etwa 20 Einzelschicksale wurden recherchiert, um diesen Menschen Namen und Persönlichkeit zurückzugeben.
In persönlichen Texten – darunter ein Brief an die mit 22 Jahren verstorbene Waltraud Maika sowie ein fiktives Gespräch mit Richard Pollex, der 83 Jahre alt wurde – wurde beispielhaft an die Opfer erinnert.
Historische Verantwortung und Gegenwartsbezug
In einem weiteren Beitrag betonte Schüler Raphael Künstler, dass Erinnerung nicht Vergangenheit, sondern Auftrag sei. Er verwies auf zunehmende antisemitische Straftaten, das Erstarken extremistischer Positionen und den Verlust lebender Zeitzeugen. Er appellierte, Erinnerungskultur wach zu halten und aktiv gegen Ausgrenzung und Hass einzutreten.
Worte des Oberbürgermeisters
Oberbürgermeister Dr. Jörg Nigge, zugleich Stadtverbandsvorsitzender des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V., dankte den Jugendlichen für die Vorbereitung und sprach von einem „würdigen Rahmen“, den sie durch ihre Beiträge geschaffen hätten. Er hob hervor, dass es eine bewusste Entscheidung sei, die Gedenkstunde nicht politisch zu dominieren, sondern Schülerinnen und Schülern die inhaltliche Gestaltung zu überlassen.
Zum Abschluss lud Nigge alle Anwesenden zu Kaffee und Tee in das Foyer des Neuen Rathauses ein.
Begleitende Ausstellung im Rathaus
Die begleitende Ausstellung „Menschenrechte im Krieg“, ebenfalls mit Beiträgen der Schülerinnen und Schüler, ist ab sofort im Rathausfoyer zu sehen. Sie zeigt auf, welche Folgen der Verlust grundlegender Menschenrechte für Einzelne hatte und welche Bedeutung sie heute für eine demokratische Gesellschaft besitzen.
Hintergrund
Der Volkstrauertag wird jährlich zwei Wochen vor dem ersten Advent begangen. Er erinnert an Kriegsopfer, Opfer von Gewaltherrschaft und Menschen, die durch Krieg, Vertreibung oder politischen Terror ums Leben kamen. Neben der zentralen Veranstaltung in Celle fanden heute auch zahlreiche Gedenkformate in Ortsteilen und im Landkreis statt.
Redaktion
Celler Presse
Fotos: Celler Presse
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