„Sie bereichern diese Stadt“ – Bundesverdienstkreuz für Sabine Schöllchen
Lächeln sieht man sie häufig, und auch ihre Gegenüber bringt der ihr eigene Humor zum Lachen, aber so von Herzen lachen hat man Sabine Schöllchen selten gesehen. Vielleicht lag es daran, dass die Rahmenbedingungen für die Verleihung der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland im Celle-Saal des Neuen Rathauses einfach stimmten. Ein gut aufgelegter Oberbürgermeister und ein großer Kreis von – in erster Linie – Weggefährtinnen und einigen Weggefährten. Diese Gruppe von Menschen, die mit ihr arbeiten oder sie unterstützen, scheint für „Schöllchen“, wie sie oft genannt wird, wie eine Familie zu sein.





Und so verwundert es nicht, dass sie in ihrer Dankesrede zum Ausdruck bringt, diese Medaille, die sie nun an ihrem Revers heften hat, stehe ihr nicht allein zu, sondern gehöre dem gesamten Team, das hinter der Kultur Trif(f)t steckt. Offiziell ist ihr der Verdienstorden zuerkannt worden für „fünfjähriges Engagement im Bereich der Kulturpflege“. Da der Kulturverein vor sieben Jahren ins Leben gerufen wurde, bildet er das Herzstück für die Ehrung. „Wir sind seit 2019 dieselbe Besetzung“, merkt sie an. Aber auch zuvor war die langjährige Leiterin der Berufsbildenden Schulen Albrecht Thaer fürs Gemeinwohl aktiv, so z.B. bei der Anlegung des Heilpflanzengartens im Rahmen der Expo 2000. Dr. Jörg Nigge verliest die lange Liste mit Aktivitäten und sagt am Ende: „Das ist Wahnsinn, was Sie alles machen!“, und dann fügt er das Wichtigste und Entscheidende hinzu: „Sie bereichern die Stadt!“
Und dieses füllt sie im Moment aus durch ihr Wirken als Vorsitzende der „Kultur Trif(f)t“, die sie gemeinsam mit Alwin und Zandra Gröschner aus der Taufe gehoben hat. „Ich habe ein kulturelles Wohnzimmer gefunden – bei Gröschners im Barockpalais“, sagt Schöllchen in ihrer Ansprache. Die Arbeit der „Kultur Trif(f)t“ zu beschreiben ist gar nicht so einfach, die Vorsitzende selbst sagt: „Es fehlt ein wenig der rote Faden, vielleicht macht es das auch manchmal so schwierig.“ Von Ausstellungen und Konzerten über ein Textilcollektiv und Modenschauen, Workshops unterschiedlicher Art, vor allem aber Kinder- und Jugendarbeit, findet sich eine riesige Bandbreite an kulturellen Angeboten in dem geschichtsträchtigen Palais im Herzen Neuenhäusens. Auch internationale Gäste sind hier oft anzutreffen.
Sabine Schöllchen ist der Motor hinter allem, überrollt hier und da auch mal ihre Mitstreiter, sprudelt vor Ideen, organisiert, knüpft Netzwerke, rekrutiert Fördergelder und ist – nicht zuletzt – das Gesicht der „Kultur Trif(f)t“. Hinter allem steckt eine ungeheure Fülle an Arbeit und ehrenamtlichem Engagement. Sabine Schöllchen lächelt die Mühen häufig weg, heute hatte sie Anlass, sich von Herzen zu freuen über die mehr als verdiente Anerkennung in Form des Bundesverdienstkreuzes.
Anke Schlicht
Redaktion Celler Presse
Fotos: Anke Schlicht
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