Montag, 8. Dezember 2025

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Seit mehr als zwei Jahren kein Investor – Dennoch hält die Stadt am Strohballenhaus fest

Ist es der richtige Entwurf für dieses unbebaute Grundstück am Rande der Altstadt? Seit August 2023 prangt das Plakat mit der Skizze des Strohballenhauses am Zaun der Bergstraße 25, um das Interesse von Investoren zu wecken. Das kleine Areal im Eigentum der Stadt sah zwischenzeitlich recht ungepflegt aus. Vor einigen Tagen bewegte dort ein Bagger kleinere Erdmassen. Tut sich hier nun endlich etwas, mögen sich manche Celler gefragt haben. Die Antwort der Pressestelle fällt negativ aus: „Es handelt sich um notwendige Kanalarbeiten. In Sachen Investor gibt es noch nichts Neues zu vermelden“, teilt Myriam Meißner mit. Auch die Präsentation auf einer Immobilienmesse im Herbst 2023 in München blieb ohne Ergebnis.

Bereits im Oktober 2021 war das Projekt vom Büro e3architekten aus Hannover im Ausschuss für Bau und Stadtentwicklung vorgestellt worden. „Es ist ein anspruchsvolles ökologisches Objekt“, beschrieb Dipl.-Ing. Jens Olaf Walter damals die fünf geplanten barrierefreien Wohnungen zwischen 60 und 130 Quadratmetern mit anderthalb bis sechs Zimmern sowie einer Gewerbeeinheit. Auf ein Sockelgeschoss sollen drei Häuser mit Satteldächern und in Strohballenbauweise aufgesetzt werden. Dazwischen sind Grünflächen vorgesehen, die auch als Terrassen genutzt werden können. Vor vier Jahren betrug das Investitionsvolumen 2,6 Mio Euro, heute dürfte dieses höher liegen.

„Strohballenbau ist sehr alt, aber wenig bekannt“, sagte Dipl.-Ing. Jens Olaf Walter vom Architektenbüro in der damaligen Sitzung. Ein klassisches Strohballenhaus hat als Konstruktionsbasis einen Holzrahmen, in den Strohballen eingesetzt werden. Es handelt sich dabei um hochverdichtetes Stroh. Beidseitig wird Lehm aufgetragen, der dafür sorgt, dass das Material keine Feuchtigkeit annimmt. Mittlerweile gibt es in Deutschland mehr als 1.000 Gebäude dieser Art.

Das Neue Rathaus möchte mit den Strohballenhäusern städtebaulich neue Wege gehen, ein innovatives Pilot- und Vorzeigeprojekt schaffen. Dieses Ansinnen passt zum Nachbarensemble, dem Village, es entstand unter dem damaligen Stadtbaurat Ulrich Kinder, gehörte zu den Top 3-Nominierungen für den Niedersächsischen Architekturpreis 2020 und erntete ein Jahr später auch bundesweit Anerkennung im Rahmen des „Deutschen Ziegelpreises 2021“. Einer der fünf Sonderpreise ging an das Celler Village.

Das verantwortliche Dezernat bleibt geduldig und hält an den Plänen fest: „Das Strohballenhaus ist ein zukunftsweisendes und vor allem nachhaltiges Bauprojekt und nach Abschluss aller baurechtlichen Abwägungen für die Stadt Celle nach wie vor der einzig sinnvolle Entwurf. Uns ist von Beginn an bewusst, dass diese Bauweise im Norden Deutschlands noch wenig bekannt ist. Alle zu verwendenden Baustoffe sind nachwachsend und damit ohne Probleme recyclebar. Zudem sind nach wie vor die generelle Flaute im Bausektor und die Krisen im Allgemeinen (Ukraine-Krieg, Energiesektor u.a.) spürbar“, teilt das Dezernat auf CP-Anfrage mit und fügt abschließend hinzu: „Es bleibt dabei: Wir stehen allen Interessenten offen gegenüber.“

Anke Schlicht
Redaktion Celler Presse
Fotos: Anke Schlicht

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