Dienstag, 17. Februar 2026

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Karottennase vs. Krawallmacher: Die traurige Kapitulation der Empathie im Celler Schneegestöber

Man muss sich das Szenario einmal auf der Zunge zergehen lassen: In Hamburg werden auf einer Brücke dutzende, liebevoll gestaltete Mini-Schneemänner niedergemetzelt. Der NDR spricht vom „Schneemann-Massaker“, und man möchte fast ergänzen: Es ist die Kapitulation des gesunden Menschenverstands. Während die einen mit klammen Fingern und viel Herzblut versuchen, der grauen Welt ein Lächeln abzuringen, reicht bei anderen der IQ offenbar gerade mal so weit, um das Gleichgewicht zu halten und mit dem Fuß zuzutreten.

Was genau geht in den Köpfen jener „Helden“ vor, die in Celle am späten Abend gegen einen zwei Meter hohen Schneemann in den Krieg ziehen? Drei junge Männer zwischen 21 und 24 Jahren – eigentlich in einem Alter, in dem die Sturm-und-Drang-Phase allmählich konstruktiveren Hobbys weichen sollte – hielten es am späten Abend für eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung, ein über zwei Meter hohes, frostiges Kunstwerk fachgerecht zu zerlegen. Warum man seine Energie ausgerechnet an einer wehrlosen Skulptur aus gefrorenem Niederschlag abarbeiten muss, bleibt wohl ein exklusives Geheimnis der Beteiligten. Dass aus diesem unnötigen Akt der Zerstörung dann auch noch eine handfeste Auseinandersetzung mit herbeieilenden Restaurantmitarbeitern wurde, setzt der Absurdität die (Schnee-)Krone auf.. Man fragt sich: Wie tief muss der Frust sitzen, wenn eine Karottennase und drei Schneekugeln das persönliche Weltbild so sehr erschüttern, dass man handgreiflich wird? (Zur Polizeimeldung)

Es ist das Armutszeugnis einer Gesellschaft, in der einige Zeitgenossen offenbar nur noch eine Form der Selbstverwirklichung kennen: Zerstören um des Zerstörens willen. Wo Kinder oder junggebliebene Erwachsene anderen eine Freude machen wollen, sehen diese empathiebefreiten Grantler nur ein Ziel für ihren sinnlosen Vandalismus. Wer schon bei einem harmlosen Schneemann die Beherrschung verliert und die Faust ballt, bei dem muss man sich über die täglichen Meldungen von roher Gewalt und Sachbeschädigung wahrlich nicht mehr wundern. Das Niveau liegt hier tiefer als der Gefrierpunkt.

Auf dem Titelbild sieht man sogar, wie sich ein Schneemann in weiteren Schneemassen zu verstecken versucht. Man kann es ihm nicht verübeln. In einer Welt, in der die pure Freude anderer Menschen als Provokation empfunden wird, ist es für Wesen aus Eis und Liebe schlichtweg zu gefährlich geworden. Man kann über so viel Kleingeistigkeit und Aggression nur noch fassungslos den Kopf schütteln. Wenn die Menschlichkeit schmilzt, bevor es der Schnee tut, haben wir ein echtes Problem.

Redaktion
Celler Presse
Foto: Celler Presse

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