Montag, 16. Februar 2026

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„Für die Pendler wird das hart“ – Infoveranstaltung der DB zur Sanierung Hannover-Hamburg

Die Strecke Hannover-Hamburg wird saniert, aber nicht generalsaniert. Der beschlossenen Generalsanierung, die vom 5. Januar bis zum 22. Juni 2029 stattfindet, unabhängig davon, ob es eine Neubautrasse geben wird oder nicht, wird eine kleine Sanierung vorgeschaltet. Vom 1. Mai bis 10. Juli 2026 müssen sich Nutzer der Strecke Hannover-Hamburg auf längere Fahrzeiten, Schienenersatzverkehr und gänzlich andere Wegeführungen gefasst machen. Zehn Wochen lang wird Ausnahmezustand herrschen, denn es steht eine Komplettsperrung an.

Über das Projekt und das, was auf Pendler und andere Fahrgäste zukommt, informierte die Deutsche Bahn mittels einer Veranstaltung in der CD-Kaserne in Form von drei Vorträgen und drei Marktständen, an denen Material auslag und Fragen gestellt werden konnten. Insgesamt sollen deutschlandweit rund 40 Strecken generalsaniert werden, davon ein Großteil in Norddeutschland, lediglich bei einer wird eine Maßnahme vorgeschaltet, die die Deutsche Bahn (DB) „Qualitätsoffensive“ nennt, und dieses ist die 163 km lange Linie Hannover-Hamburg. „Es handelt sich um eine mit 147 Prozent stark überlastete Mischverkehrsstrecke“, erläutert der bei der DB für die Schieneninfrastruktur zuständige Projektleiter Dieter Olliges in seinem Vortrag. Man habe in Deutschland ein Problem mit der Schieneninfrastruktur. „In den letzten Jahrzehnten sind wir auf Verschleiß gefahren, haben immer nur das Allernötigste gemacht. Irgendwann kommt dann der Punkt, an dem man mit Flickwerk nicht mehr weiterkommt.“

Innerhalb der „Qualitätsoffensive“, die die Region Hannover sowie die Landkreise Uelzen, Lüneburg, Harburg und Celle tangiert, werden u.a. ca. 100 km Gleis und 70 Weichen saniert sowie vier Bahnhöfe modernisiert, zwischen Lüneburg und Uelzen wird neue Stellwerkstechnik installiert. „Wir sperren ganz konsequent die komplette Strecke, für die Pendler wird das hart“, sagte der Projektleiter. Der Bahnhof Celle gehört nicht zu den vier „Zukunftsbahnhöfen“, lediglich der tropfenden Unterführung hat man sich angenommen und dort Abdichtungsarbeiten durchgeführt. Ab dem 1. Mai, 21 Uhr, wird sieben Tage die Woche, 24 Stunden gearbeitet mit mehreren hundert Fachkräften und sehr leistungsstarken Gleisbaumaschinen. „Wir setzen ein, was der Markt hergibt“, betonte Olliges.

Der Ersatzverkehr erfolgt mit Zügen und Bussen. Aufgabenträger hierfür ist die Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG), sie hat das Eisenbahnverkehrsunternehmen „metronom“ sowie die „Regionalbus Braunschweig GmbH und SEV GmbH“ mit dem Schienenersatzverkehr (SEV) beauftragt. Die DB SEV GmbH ist deutschlandweit ausschließlich für Ersatzverkehre zuständig. Joachim Ebinger von der LNVG informierte: „Die Heidebahn wird die schnellste Verbindung zwischen Hannover und Hamburg sein.“ Für die Pendler zwischen Hannover und Celle hatte er gute Nachrichten im Gepäck: Die S-Bahnen fahren über Ausweichstrecken wie gewohnt. Die Verantwortlichen rechnen mit einer erhöhten Nachfrage, daher wird mit der S61 eine zusätzliche Linie eingerichtet. Grundsätzlich würden alle Bahnhaltepunkte im Falle von Ersatz mit Bussen bedient. In Eschede wird es allerdings eine Ausnahme geben, der Haltepunkt wird sich nicht am Bahnhof, sondern an der Bundesstraße befinden. Insgesamt sei mit längeren Fahrtzeiten zu rechnen, die Fahrt zwischen Celle und Hamburg wird beispielsweise durchschnittlich 50 Minuten länger dauern. Eine Fahrradmitnahme sei grundsätzlich nicht möglich. „Die Fahrzeuge sind als Ersatzverkehr deutlich erkennbar. Sie sind in Verkehrs-Purpur gestrichen“, betonte Ebinger und fügte hinzu, dass sogenannte Reiselenker der Firma „metronom“ zur Verfügung stehen würden. Weitere Informationen seien abrufbar unter: www.de-metronom.de/fahrplan/qualitaetsoffensive-2026/

Im Anschluss an die Vorträge hatten die zahlreich erschienenen Interessierten Gelegenheit, sich an den drei Marktständen zu informieren. Es entspannen sich angeregte Gespräche. Hörte man sich unter den Besuchern um, zeigten sie sich mit der Veranstaltung zufrieden. Peter aus Celle: „Es war gut, die Vorträge konzentrierten sich aufs Wesentliche.“ Elke aus Eschede ist sehr häufig mit der Bahn unterwegs, sowohl im Nah- als auch im Fernverkehr: „Ich habe neue Informationen erhalten, worauf wir uns zehn Wochen lang einstellen müssen.“ Sie hätte sich allerdings gewünscht, früher von der geplanten Maßnahme zu erfahren, z.B. durch Hinweise in den Zügen. Insgesamt fände sie mehr Bürgerbeteiligung bei Projekten der DB angebracht.

Anke Schlicht
Redaktion Celler Presse
Foto: Anke Schlicht

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