Dienstag, 17. Februar 2026

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Neujahrsempfang der Schwarze Könige in Winsen Aller – Wechsel an der Spitze

Beim traditionellen Neujahrsempfang der Schwarzen Könige von Winsen/Aller am 24. Januar 2026 stand neben dem geselligen Auftakt ins neue Jahr vor allem ein bedeutender personeller Wechsel im Mittelpunkt. In bewährter Form trafen sich die Mitglieder der Vereinigung zum Jahresbeginn zum gemeinsamen Haxen-Essen, um Rückblick zu halten, aktuelle Themen zu besprechen und die Weichen für die Zukunft zu stellen.

Zentraler Punkt des Abends war die Wahl eines neuen Sprechers der Schwarzen Könige. Mike Schönemann stellte sein Amt zur Verfügung. Ausschlaggebend hierfür sind eine zunehmende saisonale Mehrfachbelastung sowie seine Aufgaben im Vorstand des Kreisschützenverbandes Celle Stadt und Land e.V.. Um beiden Aufgaben gerecht zu werden, entschied sich Schönemann bewusst für diesen Schritt. Die Vereinigung wählte mit Marco Hallemann (Schwarzer König 2018) und Jannik Randolph (Schwarzer König 2024) erstmals eine Doppelspitze. Beide übernehmen gemeinsam und gleichberechtigt das traditionsreiche Sprecheramt.

Mit dieser Struktur reagiert die Vereinigung auf veränderte Anforderungen: Das Amt soll künftig auf mehrere Schultern verteilt werden, um nachhaltig und zukunftsfähig zu bleiben. Ziel ist es, den Mitgliedern der Schwarzen Könige mehr Teilhabe zu ermöglichen – verbunden mit einer klaren Erwartung an Engagement und Verantwortung. Die Sprecher betonten, dass eine lebendige Tradition nur dann Bestand habe, wenn sie aktiv getragen werde.

Ein häufig diskutiertes Thema der vergangenen Jahre – ein möglicher Mangel an künftigen Schwarzen Königen – wurde dabei bewusst eingeordnet: Aktuell gebe es keinen Nachwuchsmangel. Vielmehr sei die Bereitschaft zur Übernahme dieser besonderen Würde vorhanden, wenn Strukturen klar, Aufgaben fair verteilt und Erwartungen transparent seien.

Ganz verabschieden wird sich Mike Schönemann allerdings nicht aus der Arbeit für die Schwarzen Könige. Künftig wird er sich verstärkt seiner Rolle als Chronist widmen. Ziel ist es, die Geschichte der Schwarzen Könige weiter aufzuarbeiten, zu sichern und für kommende Generationen zugänglich zu machen.

Der Blick richtet sich bereits nach vorn:

Zum Gemeinde-, Schützen- und Volksfest 2026 wird turnusgemäß der nächste Schwarze König proklamiert – ein weiterer Höhepunkt im Jahreslauf der traditionsreichen Vereinigung.  

Wer sind die Schwarzen Könige?

Die Schwarzen Könige bilden eine traditionsreiche Gemeinschaft innerhalb des

Schützenwesens in Winsen. Anders als der reguläre Schützenkönig – oft auch „Grüner König“ genannt – wird der Schwarze König nicht durch ein Schießen bestimmt, sondern durch persönliche Eignung und das Vertrauen der Gemeinschaft. Die ehemaligen Schwarzen Könige 

suchen den neuen Würdenträger aus und fragen (vertreten durch den Sprecher der

Schwarzen Könige), ob der Auserwählte, in die Gemeinschaft eintreten möchte. Dabei ist eine Mitgliedschaft in der Schützengilde Winsen (Aller) nicht vorausgesetzt. Er verpflichtet sich freiwillig, das Gemeinde-Schützen- und Volksfest sowie den amtierenden Schützenkönig ideell und organisatorisch zu unterstützen.

Der Titel „Schwarzer König“ steht symbolisch für das Geheimnisvolle – seine Identität bleibt bis zur feierlichen Proklamation während des Schützenfestes geheim. Die Schwarzen Könige treten traditionell mit Zylinder auf, tragen den Schwarzen Königsorden und zeichnen sich durch eine besondere Nähe zur Gemeinde sowie durch gesellschaftliches Engagement aus.

Zum jährlich stattfindenden Konvent werden der jeweilige Schwarze König sowie seine Partnerin in die Gemeinschaft der Schwarzen Könige aufgenommen und bleiben bis an das Lebensende ein Teil dieser aktiven Gemeinschaft.   

Die Werte der Schwarzen Könige

Die Gemeinschaft der Schwarzen Könige ist kein eingetragener Verein, sondern eine ideelle

Verbindung mit einem klaren Wertefundament. Die drei Leitbegriffe Ehre – Treue – Gemeinsinn bilden das ethische Rückgrat der Schwarzen Monarchie. Wer in ihren Kreis aufgenommen wird, soll diese Tugenden nicht nur während des Königsjahres, sondern auch darüber hinaus im privaten und beruflichen Leben glaubwürdig vertreten. 

Zur Aufnahme als Schwarzer König gehört unter anderem:

  • eine starke Verwurzelung in Winsen (Wohn- und/oder Geschäftssitz),
  • eine tragende berufliche oder ehrenamtliche Rolle in der Gemeinde,
  • Integrität, Kommunikationsfreude und soziale Anerkennung,
  • die Bereitschaft, Verantwortung mit Freude und Gelassenheit zu tragen.

Auch die Partnerinnen der Schwarzen Könige – die sogenannten Schwarzen Hoheiten – sind fester Bestandteil der Gemeinschaft und tragen die Werte in gleichem Maße mit. 

Ein lebendiges Erbe

Die Schwarzen Könige sind ein Beispiel dafür, wie Tradition und Moderne miteinander verbunden werden können: als verlässlicher Bestandteil des Winser-Schützenwesens, als stiller Motor des Festes und als Ausdruck gelebter Dorfgemeinschaft.  

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