Sonntag, 8. März 2026

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Jugend-Café in der Altstadt – Realisierung nicht in Sichtweite

Vor etwas mehr als einem Jahr schien es zum Greifen nah: Im Januar 2025 war die Innenstadtmanagerin Johanna Crolly zu Gast auf der Jugendkonferenz „Work in progress“, die der Vorbereitung der eigentlichen 6. Jugendkonferenz im Juni diente. Crolly hatte gute Nachrichten im Gepäck, sie sei mit der Bereitstellung eines Schüler-Cafés in städtischer Trägerschaft bereits befasst. „Wir benötigen jemanden, der verantwortlich ist“, merkte sie zu der aus ihrer Sicht „schönen Idee“ an.

Doch nach wie vor gibt es kein Jugend-Café. Lediglich ein Lernort wurde in der Alten Exerzierhalle eingerichtet. Beides steht in engem Zusammenhang mit der Schließung der Stadtbibliothek für eine umfassende Sanierung. Sie erfüllte für die Schüler und Schülerinnen eine wichtige Funktion, hier traf man sich, auch, aber nicht nur, um zu lernen. Darüber hinaus gehört ein Schüler-Café in der Altstadt zum übergeordneten und regelmäßig wiederkehrenden Thema auf den Jugendkonferenzen – der Aufenthaltsqualität in der Innenstadt. In der City kommt man zusammen, möchte sich dort wohlfühlen.

Der Wunsch nach einer geeigneten Location ist bei den Verantwortlichen im Neuen Rathaus angekommen. Der Dezernent für Bildung und Soziales Sebastian Stottmeier sprach in den beiden jüngsten Schulausschuss-Sitzungen sogar davon, man habe „in den vergangenen Jahren auf Anforderung der Schülerschaft wiederholt die Initiative ergriffen, um ein entsprechendes Konzept umzusetzen“. Laut Verwaltung möchten die jungen Leute weder pädagogische noch eine andere Form der Begleitung durch Dritte, sondern Autonomie. In diesem Bestreben lägen in rechtlicher und organisatorischer Hinsicht die Hürden. „Es bedarf einer verantwortlichen Person.“ Der Verwaltung sei die Übernahme der Betriebsführung aus Gründen der erzeugten Konkurrenz gegenüber der örtlichen Gastronomie leider nicht möglich, heißt es von Seiten des Fachdienstes Jugendarbeit.

Diese Schwierigkeiten wurden bereits in der damaligen Diskussion mit Johanna Crolly angesprochen, als ein zusätzliches Problem stellte sich der Wunsch der Jugendlichen nach der Verlängerung der Öffnungszeiten für die Außengastronomie heraus. Man wolle im Sommer länger draußen sitzen. Die Innenstadtmanagerin machte deutlich, dass die Lärmschutzverordnung dieses nicht zulasse.

Im jüngsten Schulausschuss in der vergangenen Woche fragte Bernd Zobel (Grüne), ob die CD-Kaserne kontaktiert worden sei. Dieses ist nicht geschehen und sei auch nicht geplant. Da das Thema als Geschäft der laufenden Verwaltung deklariert wurde, ist die Mitwirkung der Kommunalpolitiker im weiteren Prozess nicht vorgesehen. Der Abteilungsleiter Jugendarbeit Marcus Kleber sagte in der Schulausschuss-Sitzung, dass der Wunsch nach einem Schüler-Café nicht ganz oben auf der Liste der dringlichsten Themen gestanden habe, und verwies auf die kommende 7. Jugendkonferenz, die am 19. Juni stattfindet: „Dort wollen wir mit den Jugendlichen ins Gespräch kommen.“ Die Ausschuss-Vorsitzende Johanna Thomsen (Grüne) merkte an: „Die Jugendkonferenz ist kein Gremium, in dem Beschlüsse gefasst werden.“

Anke Schlicht
Redaktion Celler Presse
Foto: Anke Schlicht

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