Ex-OB Dirk-Ulrich Mende – Abschied von Celle
Noch einmal eröffnete er die Sitzung, ließ über die Tagesordnung abstimmen, dann übergab er an seine Stellvertreterin Marlies Petersen (Grüne). Es war Dirk-Ulrich Mendes letzte Amtshandlung als Kreistagsvorsitzender. Er leitete das Gremium seit 2021 und scheidet nun aus. Bekannt ist Mende den meisten Cellern aus Stadt und Landkreis als früherer Oberbürgermeister, die Geschicke der Stadt Celle lenkte er acht Jahre lang, von 2009 bis 2017. Der SPD-Politiker, der von 2023 bis zum Ende der Ampel-Regierung auch Bundestagsabgeordneter war, hat Celle im Februar verlassen und ist nach 16 Jahren in der Residenzstadt mit seiner Frau Brigitte zurück in seine Heimat Kassel gezogen.
„Es waren persönliche, familiäre Gründe“, sagte er in seiner Abschiedsrede. „Ich war gerne in Celle, habe als Oberbürgermeister viel erlebt, ich möchte mich bedanken bei all denen, die mir das Vertrauen für dieses Amt geschenkt haben.“ Nur mit einem kurzen Zitat aus den damaligen Reihen der CDU erinnerte er daran, wie schwierig und außergewöhnlich die Eroberung der CDU-Hochburg Celle gewesen war: „Der ist Sozialdemokrat, ist der richtig für das Amt?“, hätten sich damals viele gefragt. Seine Qualitäten stellte der Genosse unter anderem während der Flüchtlingswelle im Jahr 2015 unter Beweis. Auch die Integrierte Gesamtschule würde es ohne Dirk-Ulrich Mende nicht geben. Landrat Axel Flader (CDU) hob dieses in seiner kurzen Würdigung hervor. Besonders eine Erfahrung aus seiner Zeit als Oberbürgermeister habe Mende in die Kreistagsarbeit eingebracht: „Die Fähigkeit, unterschiedliche Perspektiven zusammenzuführen, Entscheidungen nachvollziehbar zu gestalten und dabei stets den Blick auf die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger zu richten“, sagte der Landrat und dankte: „Sie verlassen dieses Gremium als geschätzter Kollege.“
Auch Mende fasste sich sehr kurz, ging in seiner Ansprache an den Kreistag dennoch auf die aktuelle politische Situation ein: Es gelte, die demokratischen Grundlagen unseres Gemeinwesens zu bewahren, für die gemeinsame Sache zu streiten. „Wir sind das Bollwerk gegen rechtsextremistische Bestrebungen“, betonte der 68-Jährige und mahnte an, keine gesellschaftliche Gruppe zu vernachlässigen und niemandem die Menschenwürde abzusprechen.
Er verabschiedete sich mit den Worten: „Wir haben in Celle einen wichtigen Teil unseres Lebens verbracht, ein Stück bleibt immer hier. Ich werde Celle in guter Erinnerung behalten.“
Das langjährige Mitglied des Deutschen Bundestages, Kirsten Lühmann, wurde zur Nachfolgerin für den Kreistagsvorsitz gewählt. Maximilian Schmidt (SPD) schlug die Hermannsburgerin vor, die anderen Parteien verzichteten auf eigene Kandidaten. Gerda Kohnert rückt als Kreistagsabgeordnete für die SPD nach.
Anke Schlicht
Redaktion Celler Presse
Foto: Anke Schlicht
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