Stadt will Gesindehaus per Bieterverfahren verkaufen
Noch im Herbst 2025 strebte das Neue Rathaus den Abbruch des Gesindehauses an, Stadtbaurätin Elena Kuhls machte dieses im Zuge einer Ratssitzung öffentlich, obwohl zu diesem Zeitpunkt bereits bekannt war, dass das Verfahren zur Unterschutzstellung des Gebäudes in unmittelbarer Nachbarschaft der Thaer-Villa lief. Mittlerweile ist es als Kulturdenkmal im Niedersächsischen Denkmalatlas gelistet.
Nun möchte die Stadt das Haus per Bieterverfahren veräußern. „Aktuell werden vorbereitende Maßnahmen eingeleitet“, schreibt Pressereferentin Myriam Meißner auf CP-Anfrage. Hatte es im Herbst 2024 noch von Seiten der Verwaltung geheißen, die Bausubstanz des im Jahr 1918 errichteten Gebäudes sei stark angegriffen, das Holzständerwerk beispielsweise vom Holzbock befallen, eine Sanierung daher unverhältnismäßig teuer, heißt es jetzt: „Wir sind optimistisch, dass sich Käufer finden werden, denn im Vorfeld haben ja bereits einige ihr gesteigertes Interesse bekundet.“ Dieses könnte auch darauf beruhen, dass das Landesamt für Denkmalpflege das Gebäude als durchaus erhaltenswert einstufte. Verkauft wird als Denkmal, der neue Eigentümer erwirbt die Immobilie im Wissen, dass er es erhalten muss, eine Unwirtschaftlichkeit kann nicht geltend gemacht werden.
Die Argumentation des Baudezernates lautet mittlerweile, es sei immer das Ziel gewesen, „das Gebäude im Güldenen Winkel 10 zu veräußern, was aufgrund der seinerzeitigen gesetzlichen Rahmenbedingungen nicht möglich war. Deshalb stand temporär ein Abriss im Raum. Unterdes haben sich die gesetzlichen Rahmenbedingungen der Niedersächsischen Bauordnung geändert, weshalb wir dem Verwaltungsausschuss im März einen Verkaufsbeschluss vorgelegt haben.“ Das Gremium stimmte zu, eventuell spielte die Tatsache, dass der Erhalt der Immobilie gesichert ist, bei einigen Mitgliedern eine Rolle.
Verläuft der Veräußerungsprozess wie geplant, erhält den Zuschlag, wer nach Besichtigung das höchste Gebot unterbreitet. Üblicherweise legt die verkaufende Partei im Vorfeld keinen Preis fest, sondern fordert die Interessenten auf, Angebote abzugeben.
Der direkt am Gesindehaus entlangführende und bei vielen Bewohnern und Bewohnerinnen des Hehlentor so beliebte Weg ist immer noch gesperrt. Die Stadtverwaltung äußert sich zwar speziell zu diesem Aspekt nicht, aber eventuell gibt es Hoffnung, denn für die Sperrung wurden vor vielen Monaten potentiell herabfallende Ziegel als Begründung genannt. Nun führt die „allerland“ als Dienstleister der Stadt Sicherungsmaßnahmen am Dach aus.
Anke Schlicht
Redaktion Celler Presse
Foto: Anke Schlicht
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