Kultur am Schlossplatz als Marke – Intendant Döring fordert mehr Sichtbarkeit
In der Tat, an dieser Stelle ballt sich Celler Kultur. Kunst- und Bomann-Museum, die Gotische Halle, das Gebäude der Ritterschaft, aber auch des Oberlandesgerichtes, das Residenzmuseum und nicht zuletzt das Schlosstheater. Alle haben sie eine Adresse – den Schlossplatz.



„Aus der Perspektive des Kulturmarketings hat die Stadt hier kein Konzept. Die Dinge sind so gewachsen“, referiert Schlosstheater-Intendant Andreas Döring im Ausschuss für Wirtschaft, Stadtmarketing und Tourismus. Am Schlossplatz befänden sich über das Theater hinaus weitere Anziehungspunkte für einen Trip nach Celle.
Auf der Tagesordnung steht ein Antrag der FDP, der mehr Marketing zugunsten des Schlosstheaters fordert. „Der Schlossplatz vereint alle Player am Ort, inclusive der Verwaltung. Die Stadt ist Mieter im Schloss, das dem Land gehört, und wir sind die Untermieter. Wir könnten doch im Verbund mit gemeinsamer Strahlkraft werben“, führt Döring aus. Begleitet wird er vom Geschäftsführer des Schlosstheaters Claus Becker.
„Was wir bieten, wird touristisch nicht adressiert, sondern nur in Stadt und Landkreis bekannt gemacht“, ergänzt Becker. Man müsse überlegen, wie man den Schlossplatz mit all seinen kulturellen Attraktionen bewerben könne.
Und dann sagt Andreas Döring einen Satz mit Superlativ, allerdings im negativen Sinn: „Wir sind weltweit das einzige Theater, an dem draußen nicht dransteht Theater.“ Dieses zu ändern dürfte nicht so schwierig sein. Beim Gesamtpaket Kultur-Schlossplatz wird es schon schwieriger. Die Mitglieder des Ausschusses gehen auf diesen Aspekt wenig ein, sondern fokussieren sich auf die Spielstätte. Dr. Jörg Rodenwaldt (Zukunft Celle) fragt die für Tourismus zuständige Johanna Crolly, ob es ein touristisches Angebot gebe, das ein Gesamtpaket Kultur beinhalte? Also Leute anspricht, die ins Theater gehen und die Museen besuchen wollen. „Wir bewerben die Kultur nur insgesamt. Es gibt aber ein Programm für einen Tag in Celle“, antwortet Crolly, die bereits Gespräche mit Claus Becker und Andreas Döring geführt hat. „Wir sind im Prozess“, sagt sie abschließend.
Eventuell wird es schon zu Beginn der neuen Spielzeit nach der Sommerpause etwas Neues auf dem Schlossplatz zu entdecken geben, das die Frage, wo denn das Theater überhaupt sei, überflüssig macht.
Anke Schlicht
Redaktion Celler Presse
Fotos: Anke Schlicht
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