Dienstag, 18. August 2026

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Entenrennen – Spiel, Spaß und Spenden auf Rekordniveau

Für ein Rennen verfügen sie über denkbar schlechte Eigenschaften: Weder haben sie Ehrgeiz noch sind sie zielstrebig, vielmehr lässt sich diese bunt geschmückte Plastiktruppe die 300 Meter lange Strecke auf der Aller einfach treiben. „Die Strömung ist schwach“, verkündet der Moderator während der Business-Cup des 5. Celler Entenrennens ausgetragen wird, also muss geduldig am Ufer der Aller auf der Ziegeninsel gewartet werden, bis sich ein kleines Grüppchen absetzt. Stimmung kommt auf, als die Ziellinie ganz nah rückt. Den „Sportlern“ dürfte der Sieg völlig egal sein, aber sie schwimmen nun einmal nicht für sich, sondern sie haben Paten, Firmen aus Celle und der Region, und die 80 teilnehmenden Unternehmen haben sich die kreativ geschmückten Tierchen einiges kosten lassen.

Ja, es geht ums Geld bei diesem Event, aber in einer Form, die einfach Spaß macht. Und natürlich steht über allem der gute Zweck, sämtliche Gelder kommen dem Onkologischen Forum zugute. Alle zwei Jahre – im Wechsel mit der Ruderregatta – findet das Entenrennen statt, und die Ausgabe des Jahres 2026 wartete schon beim Vorverkauf mit Rekorden auf. 7000 Exemplare der kleinen Plastikschwimmer waren veräußert worden. „Bisher waren wir bei 5000“, berichtete der Pressesprecher des Onkologischen Forums Michael Sturm kurz bevor die Vorsitzende des Forums, Dr. Catherine Hollerbach, das Event von der Bühne herunter offiziell eröffnete. „Für uns ist das Entenrennen eine Gelegenheit, die Arbeit des Onkologischen Forums bekannt zu machen“, sagte sie und fügte hinzu: „Wir brauchen auch Leichtigkeit und Fröhlichkeit“. So ließe sich die Stimmung während der verschiedenen Rennen beschreiben. Viele Kinder sind mit Eltern oder Großeltern gekommen. Auf alle, die sich beteiligt haben, warten Preise im Wert von insgesamt 15.000 Euro.

Neu in diesem Jahr waren die Mini-Entenrennen, die sowohl die Kleinen als auch die Großen an die Rennstrecke lockten. Seit 2024 gibt es den Business-Cup mit dem Wanderpokal als Siegprämie. In diesem Jahr geht er an Wasa Barilla. „Wir haben viel trainiert und auch viel Knäckebrot im Vorfeld gegessen“, sagt Firmenvertreterin Antonia augenzwinkernd, als sie den Pokal entgegennimmt. Ebenfalls neu bei der Ausgabe 2026: Die Firma Ikea, die den zweiten Platz beim Cup erringt, hat die soziale Ente für Kinder kreiert. Wer eine Ente haben möchte, aber die Finanzierung als Barriere sieht, erhält ein Entchen, Ikea zahlt.

Höhepunkt eines jeden Entenrennens seit dem Start im Jahr 2017 ist die Zuwasserlassung der gelben Tierchen mittels eines Krans für das Hauptrennen, dessen Ziellinie die Pfennigbrücke ist. Gleich zum Start um 11 Uhr ist die Ziegeninsel gut gefüllt, 800 bis 1.000 Besucher bewegen sich auf dem Festgelände, das nicht nur ein Ort für diese besondere Form eines Rennens ist, sondern in erster Linie Menschen zusammenbringt. Überall gibt es Gelegenheit, ins Gespräch zu kommen. So auch bei der Preisverleihung am Ende des gelungenen Events, das mit einem zweiten Rekord aufwartet. Es wurde so viel Geld eingespielt wie nie zuvor: „80.000 Euro“, verkündet Michael Sturm. „Das ist eine wirklich große Summe.“ Er bedankt sich bei allen, die dazu beigetragen haben, und beim Ehrenamt. „Ohne DLRG und THW läuft hier gar nichts.“

Anke Schlicht
Redaktion Celler Presse
Fotos: Anke Schlicht