Hitzewarnung für den Landkreis Celle: Temperaturen steigen bis 37 Grad
Auf die Menschen im Landkreis Celle kommen in den nächsten Tagen außergewöhnlich hohe Temperaturen zu. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat eine amtliche Hitzewarnung herausgegeben und warnt vor einer starken Wärmebelastung. Gleichzeitig appellieren die Bundesärztekammer und weitere Gesundheitsverbände an die Bevölkerung, besonders auf gefährdete Menschen zu achten.
Für den Landkreis Celle gilt zunächst von Mittwoch, 24. Juni, 11 Uhr, bis Donnerstag, 25. Juni, 19 Uhr, eine amtliche Warnung vor Hitze. Zudem wird ein hoher UV-Gefahrenindex der Stufen 6 bis 7 erwartet. Die Meteorologen rechnen mit einer anhaltenden Belastung, die sich in den kommenden Tagen sogar noch verschärfen könnte.
Temperaturen steigen weiter an
Eine Entspannung ist nach den aktuellen Prognosen nicht in Sicht. Während am Mittwoch Temperaturen um die 32 Grad erwartet werden, sollen die Werte bis zum Wochenende weiter ansteigen. Für Samstag werden im Landkreis Celle örtlich bis zu 37 Grad vorhergesagt. Damit könnte es innerhalb weniger Tage nochmals rund fünf Grad wärmer werden.
Besonders problematisch ist dabei, dass sich Gebäude, Wohnungen und Büros über mehrere Tage hinweg immer weiter aufheizen. Hinzu kommen teilweise sehr warme Nächte, in denen die Temperaturen kaum noch ausreichend absinken. Mediziner warnen deshalb davor, die Belastung zu unterschätzen.
Ärzte warnen vor gesundheitlichen Folgen
Die Bundesärztekammer bezeichnet die aktuelle Entwicklung als ernstzunehmende Gesundheitsgefahr. Hitzewellen zählen nach Einschätzung von Experten zu den gefährlichsten Extremwetterereignissen überhaupt.
„Der Hitzedom über Europa ist keine abstrakte Gefahr mehr – er kostet bereits Menschenleben“, erklärt der Präsident der Bundesärztekammer, Dr. Klaus Reinhardt. Er ruft dazu auf, auf sich selbst und besonders auf gefährdete Mitmenschen zu achten.
Gefährdet sind insbesondere ältere Menschen, chronisch Kranke, Pflegebedürftige, Schwangere, kleine Kinder sowie Personen, die körperlich im Freien arbeiten.
Auf Nachbarn und Angehörige achten
Die Gesundheitsverbände bitten die Bevölkerung ausdrücklich darum, alleinlebende Menschen im Blick zu behalten. Bereits ein kurzer Anruf oder ein Besuch bei älteren Nachbarn, Freunden oder Verwandten könne helfen, gesundheitliche Probleme frühzeitig zu erkennen.
Hintergrund sind Erfahrungen aus früheren Hitzewellen. Gerade ältere Menschen bemerken Flüssigkeitsmangel häufig erst spät oder unterschätzen die Belastung durch die hohen Temperaturen.
Warnzeichen ernst nehmen
Mediziner weisen darauf hin, dass Austrocknung häufig schleichend beginnt. Zu den möglichen Anzeichen gehören Schwindel, Verwirrtheit, Schwäche, Konzentrationsprobleme sowie eine geringe Flüssigkeitsausscheidung.
Die Direktorin des Instituts für Allgemeinmedizin der Uniklinik Köln, Prof. Dr. Beate Müller, empfiehlt insbesondere älteren Menschen, regelmäßig zu trinken – auch dann, wenn kein Durstgefühl vorhanden ist.
Zudem sollten Medikamente nicht eigenmächtig verändert oder abgesetzt werden. Bestimmte Arzneimittel können den Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt beeinflussen und die Belastung bei Hitze erhöhen. Im Zweifel sollte die Hausarztpraxis kontaktiert werden.
So können sich Bürger schützen
Die Gesundheitsverbände empfehlen für die kommenden Tage:
- ausreichend Wasser trinken
- körperliche Anstrengungen möglichst vermeiden
- direkte Sonneneinstrahlung meiden
- Aufenthalte im Freien auf die Morgen- und Abendstunden verlegen
- Wohnräume tagsüber verschatten
- früh morgens und spät abends lüften
- auf ältere und alleinlebende Menschen achten
- Wetterwarnungen und Warn-Apps verfolgen
Bei schweren gesundheitlichen Beschwerden, Bewusstlosigkeit oder Krampfanfällen sollte umgehend der Notruf 112 gewählt werden.
Auswirkungen bereits im Alltag spürbar
Die hohen Temperaturen haben inzwischen auch Auswirkungen auf den Alltag im Landkreis Celle. Der Zweckverband Abfallwirtschaft Celle hat angekündigt, die Müllabfuhr ab Mittwoch bereits um 5 Uhr morgens beginnen zu lassen. Damit sollen die Beschäftigten einen größeren Teil ihrer Arbeit in die kühleren Morgenstunden verlegen können.
Nach derzeitigen Prognosen wird der Höhepunkt der Hitzewelle erst zum Wochenende erwartet. Mit möglichen Temperaturen von bis zu 37 Grad könnte die Belastung für viele Menschen im Landkreis Celle dann nochmals deutlich zunehmen.
Redaktion
Celler Presse
Foto: Gemini
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