„Planung Zugbrückenstraße wurde angepasst“ – Stadt nimmt Bürgerideen auf
Es war eine außergewöhnliche Ortsratssitzung in Klein Hehlen, hat sie doch bewiesen, wie ein echtes Hand in Hand zwischen Bürgern, Politikern und der Verwaltung aussehen kann. Nach der Präsentation der Pläne zur Sanierung der Zugbrückenstraße in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Klima, Verkehr und technische Dienste hatten sich zahlreiche Klein Hehlener zu Wort gemeldet, weil sie nicht hundertprozentig zufrieden waren mit dem Konzept.


Fachbereichsleiter Ulf Pohlmann sowie die Verantwortlichen des beauftragten Ingenieursbüros Heidt + Peters haben diese Bedenken und konkreten Anregungen sehr ernst genommen, die Wochen bis zur gestrigen Ortsratssitzung genutzt, um das Konzept noch einmal zu überprüfen und an den Stellen, wo es möglich war, den Wünschen der Einwohner nachzukommen. Hilfreich war der Entwurf der Klein Hehlener Architektin Claudia Fornaschon, die sich gemeinsam mit einem Verkehrsexperten den Abschnitt zwischen Berlin- und Händelstraße noch einmal angeschaut hatte. Sie sieht für die Fläche vor dem Einkaufszentrum einen Shared Space vor, d.h. dieser Platz gehört allen, wobei die Fußgänger Vorrang genießen. Die Stellplätze für Pkw direkt vor den Geschäften siedelt sie links und rechts vom Shared Space beidseitig an, so dass von den aktuell vorhandenen 35 Stellplätzen 32 erhalten bleiben. Der Shared Space wird gegenüber der Einkaufsmeile durch ein grünes Band begrenzt. Fornaschon sieht eine verkehrsberuhigte Zone mit Schrittgeschwindigkeit vor, zahlreiche Fahrradbügel sowie Stadtmobiliar aus Holz gehören zur Ausstattung. Die vorhandenen Überdachungen bleiben.
„Wir haben die Planung angepasst, die Anregungen gerne aufgegriffen, wir sind beweglich“, sagt Ulf Pohlmann in der gut besuchten Ortsratssitzung. Auch ein zusätzlicher Gehweg auf der Ostseite ab Kaninchengarten wurde aufgenommen. Der bisherige Fußweg längs des Kollerschen Waldes entfällt jedoch weiterhin. „Wir haben hier mit Kameras gearbeitet, aus verkehrsplanerischer Sicht ist hier kein Weg notwendig.“ Das Areal wird für eine Versickerungsmulde genutzt.
Dreh- und Angelpunkt bleiben die bereits begonnenen Gespräche mit den Eigentümern der Immobilien längs des Einkaufszentrums, die Teile ihrer zwischen 20 und 80 qm großen Flurstücke zur Verfügung stellen sollen, um den Gestaltungsspielraum für den Quartiersplatz zu erhöhen. „Wir haben verschiedene Varianten vorgestellt, aber noch keine Zahlen genannt. Es geht ums Geld“, erläutert Ulf Pohlmann. Sollte einer sich an der Quartiersgestaltung nicht beteiligen wollen, könnte man auch drumherum bauen, aber wenn mehrere nicht mitmachen, könnte das gesamte Projekt gefährdet sein. Der nächste vorgesehene Schritt ist eine weitere Gesprächsrunde mit den Immobilienbesitzern.
Ortsbürgermeisterin Karin Abenhausen bedankte sich ausdrücklich bei Fachbereichsleiter Pohlmann sowie Dirk Rother von Heidt + Peters: „Sie haben versucht, für alle Beteiligten das Bestmögliche durchzusetzen. Dafür sind Kompromisse erforderlich. Wir sind in vielen Punkten aufeinanderzugegangen.“
Anke Schlicht
Redaktion Celler Presse
Fotos: Anke Schlicht
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