„Vielfalt spielt eine Rolle“ ein märchenhaftes Theaterprojekt
Ein ganz besonderes Theaterprojekt wurde in dieser Woche unter dem Titel „Märchen, Märchen“ in der Altenceller Flora der Lebenshilfe Celle und der Freilichtbühne des Albert-Schweitzer-Familienwerk e.V. aufgeführt. Dieses inklusive Theaterprojekt konnte in enger Zusammenarbeit mit dem Albert-Schweitzer-Familienwerk, der Lebenshilfe und dem Schlosstheater Celle realisiert werden.





















Hier haben SchauspielerInnen mit und ohne Beeinträchtigung, innerhalb von 9 Wochen, ein sehr unterhaltsames und witziges Theaterstück auf die Bühne gebracht, das klare Botschaften mit viel Spaß, Spielfreude und Humor transportierte.
In „Märchen, Märchen“ werden kurze Sequenzen der bekanntesten Märchen der Gebrüder Grimm gezeigt, die aber plötzlich eine überraschende Wendung erfahren, da die Protagonisten mit der ursprünglichen Geschichte nicht einverstanden sind – die ist für sie einfach nicht zeitgemäß und realitätsfremd.
Die Märchen werden von den SchauspielerInnen ganz klar in Frage gestellt, deshalb wurden die Szenen ganz spontan der heutigen Zeit angepasst und verändert. So lässt Rapunzel den verliebten Prinzen nicht einfach in ihren Turm, er ist schließlich ein für sie wildfremder Mann. Bei dem Märchen Schneewittchen wird der Begriff „Schönheit“ untersucht. Wer oder was ist eigentlich schön? In Wirklichkeit sind wir doch alle schön, da sind sich auch die Handwerker einig, die soeben den schief aufgehängten Spiegel der Stiefmutter geradegerückt hatten.
Das Stück zeigt die SchauspielerInnen bei den Proben. Die arrogante Regisseurin hat stets ein prüfendes Auge auf die Entwicklung der Spielszenen, nimmt aber ihre Assistentin überhaupt nicht wahr und nennt sie ständig respektlos beim falschen Namen. Cool sind auch die beiden Handwerker, die gleich zu Beginn des Stücks auftauchen und vor der Arbeit erstmal eine ausgedehnte Pause machen, dabei die Proben beobachten und ihre Kommentare zu den Veränderungen in den verschiedenen Märchenszenen abgeben. Meistens finden sie die neue Version besser als das Original.
Am Ende des Stücks erfährt auch die Regisseurin eine Wandlung. Sie erkennt wie wertvoll und unverzichtbar die Arbeit ihrer Assistentin ist, nennt sie endlich bei ihrem richtigen Namen „Gaby“, und entschuldigt sich für ihr ignorantes Verhalten.
Zum großen Finale gingen alle Darsteller auf die Bühne und sangen den bekannten Rosenstolz Titel „Liebe ist alles“.
Die Spielleitung hatte die Schauspielerin und Theaterpädagogin Verena Saake vom Schlosstheater Celle. Die SchauspielerInnen hatten mit ihr das Stück in den Proben gemeinsam entwickelt, und durften in diesem Projekt viele eigene Spielideen einbringen, die zu den tollen Wendungen und Gags in den Märchenszenen geführt hatten.
Das Ensemble präsentierte das Stück mit großer Spielfreude und brachte das Publikum, mit ihrem humorvollen Spiel, oft zum Lachen. „Vielfalt spielt eine Rolle“ war ein wirklich tolles inklusives Projekt, das gezeigt hat, was Menschen gemeinsam, ohne Vorurteile leisten können.
Editha Urich
Redaktion Celler Presse
Fotos: Editha Urich
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