Freitag, 17. Juli 2026

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Ein KulturBürgerHaus für Neuenhäusen?

Zweifellos ist Neuenhäusen das urbanste Quartier Celles, das zudem über ein enormes Potential zur Weiterentwicklung verfügt, denn 47,2 Hektar gelten als Sanierungsgebiet und profitieren dementsprechend von den hierfür bereitgestellten Fördermitteln. Die Grundlage bildet ein integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept (ISEK), das auf der Basis umfangreicher Gutachten und Analysen erstellt wurde und regelmäßig fortgeschrieben wird. Hier heißt es: „Als Defizit wurde das Fehlen ergänzender nachbarschaftlicher Begegnungsstätten, Jugend-/Familientreffs oder von Räumlichkeiten zur Entfaltung künstlerisch und kreativ schaffenden Gewerbetreibenden festgestellt und auch im Zuge der Beteiligungen stets genannt.“

Inhaltlich überschneidet sich diese Feststellung mit der Wahrnehmung von Ortsbürgermeister Dr. Jörg Rodenwaldt (Zukunft Celle): „Es fehlt an nachbarschaftlichen Begegnungsstätten und Orten für gemeinsame Projekte, Beratung und Kulturaustausch“. So entstand schon vor geraumer Zeit die Idee eines KulturBürgerHauses, die jedoch nicht wirklich Fahrt aufnahm.

Dieses soll sich nun ändern, im Rahmen der letzten Ortsratssitzung dieser Legislaturperiode widmete sich das Gremium diesem Thema ausführlich und hatte mit Liliane Steinke, der Leiterin der Celler Volkshochschule, und Nora Bornemann von der Solidarischen Initiative Neuenhäusen zwei kompetente Akteure des Stadtteils zu Gast. Nora Bornemann ist Mitglied im Sanierungsbeirat und hat bereits zu Beginn des Jahres 2025 eine offene Versammlung veranstaltet mit der Überschrift: „Wie kann ein Konzept für ein neu entstehendes ‚Neuenhäusener KulturBürgerHaus‘ aussehen?“ Wie kaum anders zu erwarten, wurden mehr Fragen aufgeworfen als Antworten gegeben. Ein niedrigschwelliger Ort, der niemanden ausschließt, integrativen, sozialen und kulturellen Charakters soll es sein. Oft scheitern Projektideen wie diese am Geld, keine Gefahr in diesem Fall. Im Rahmen der Deklaration als Sanierungsgebiet stehen für das KulturBürgerHaus eine Mio Euro für die Schaffung von Räumlichkeiten zur Verfügung. Wie es sich mit den laufenden Kosten verhielte, ist ebenso unklar wie fast alle anderen Rahmenbedingungen. Wer soll der Träger sein, bedient man sich einer Altimmobilie oder eines Neubaus und mit welchen Inhalten soll die Location gefüllt werden? Möchte man zentral oder dezentral agieren? In welcher Form beteiligt sich die Stadt?

Liliane Steinke mahnte, man müsse erst einmal fragen: Wie ist der Bedarf? Es gehe hier um eine Animation zur Selbstinitiative, an der sie sich mit einer klaren Beauftragung gerne beteilige. Ortsbürgermeister Jörg Rodenwaldt regte daraufhin an, eine Projektgruppe ins Leben zu rufen, um ein Konzept für ein KulturBürgerHaus zu entwickeln. „Gegenwärtig lässt der Ortsrat prüfen, ob wir dafür Mittel zur Verfügung stellen dürfen oder andere Töpfe existieren. Es kommt der Punkt, an dem konzeptionell diskutiert werden wird.“

In keinem Fall möchte der Ortsrat Neuenhäusen die Chance, ein KulturBürgerHaus zu etablieren, verstreichen lassen. „Wir müssen jetzt ins Handeln kommen“, sagte Rodenwaldt abschließend mit Nachdruck.

Anke Schlicht
Redaktion Celler Presse
Foto: WPM (Archiv)

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