Offene Ateliers locken Besucher in die Südheide
Kunst nicht nur ansehen, sondern erleben – unter diesem Gedanken steht das 21. Offene Atelierwochenende des Kulturkreises Faßberg e.V., das gestern eröffnet wurde und heute seine Fortsetzung findet. An zahlreichen Stationen in Faßberg, Müden (Örtze), Hermannsburg und Unterlüß öffnen Künstlerinnen und Künstler ihre Ateliers, Werkstätten und Ausstellungsorte für interessierte Besucher. Neben Ausstellungen laden Workshops, Mitmachaktionen und Gespräche dazu ein, unterschiedliche Techniken und kreative Arbeitsweisen aus nächster Nähe kennenzulernen.












Das diesjährige Motto lautet „Sinne erwecken“. Dahinter steht die Idee, Kunst nicht nur über das Sehen wahrzunehmen, sondern möglichst viele Sinne anzusprechen. Farben, Materialien, Klänge, Formen oder räumliche Eindrücke sollen Besucherinnen und Besucher dazu anregen, Kunst auf individuelle Weise zu erleben. Das Motto versteht sich ausdrücklich nicht als Vorgabe, sondern als Einladung, kreative Arbeiten aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu entdecken.
Die offizielle Eröffnung fand gestern um 13 Uhr auf dem Sebandshof in Poitzen statt. In ihrem gemeinsamen Grußwort im Vorfeld betonen die Bürgermeisterinnen Katharina Ebeling (Gemeinde Südheide) und Kerstin Speder (Gemeinde Faßberg), dass das Offene Atelierwochenende die Gelegenheit biete, die vielfältige Kunst- und Kulturlandschaft der Region kennenzulernen. Zugleich danken sie dem Kulturkreis Faßberg e.V. und allen Mitwirkenden für ihr Engagement.
Die Celler Presse besuchte gestern unter anderem den Sebandshof in Poitzen sowie den Winkelhof Müden in der Alten Dorfstraße. Bereits kurz nach Beginn nutzten Besucher die Gelegenheit, mit den Künstlerinnen und Künstlern ins Gespräch zu kommen, Arbeiten aus nächster Nähe zu betrachten und einzelne Techniken erklären zu lassen. Anders als bei einer klassischen Ausstellung standen vielerorts die Entstehung der Werke und der persönliche Austausch im Mittelpunkt.
Auf dem Sebandshof präsentierten David Töpfer, Matthias Kondziella, Nadja Wucherpfennig und Thomas Weckerle ihre Arbeiten. David Töpfer zeigte Öl- und Portraitmalerei und führte seine Arbeitsweise live vor. Matthias Kondziella lud Besucher zu seinem Workshop „Kunst einfach – Einfach Kunst!“ ein, bei dem mit kreativen Techniken auf Leinwand gearbeitet wurde. Nadja Wucherpfennig stellte Werke aus Acryl- und Mixed-Media-Techniken aus, während Thomas Weckerle seine Illustrationen und Grafiken präsentierte. Für den heutigen Sonntag ist dort außerdem die interaktive Kunstaktion „Art Roulette“ geplant, bei der das Publikum die Richtung der kreativen Arbeit mitbestimmt.
Auch der Winkelhof Müden entwickelte sich zu einem Treffpunkt für Kunstinteressierte. Dort zeigen Stefanie Franke-Fischer, Monika Donath-Reichelt und Ursula Rühmann ihre Arbeiten. Franke-Fischer verbindet in ihrer Goldschmiedewerkstatt klassische Materialien wie Silber, Gold, Edelsteine und Perlen mit von der Natur inspirierten Formen und bot einen Workshop zum Punzieren in Kupfer oder Silber an. Monika Donath-Reichelt präsentierte Acryl- und Pastellmalerei, während Ursula Rühmann Besucher dazu einlädt, an einem gemeinschaftlichen Kunstwerk mitzuarbeiten.
Weitere Stationen befinden sich im Haus Tusculum in Müden mit Rita Dahlem, Nicole Dehning, Sabine Ahrens, Regina Rimpo und Joachim Brockmann, im Albert-König-Museum Unterlüß mit Sabine Manneke, Helga Prahler, Petra Timmermann, Johanna Busch und Elke Vögt, in Hermannsburg mit Frauke Sophie Fischer, Petra Herrmann und Rosi Ahrens sowie bei Vera Kuhlmann und Marlis Birk in Müden. Insgesamt beteiligen sich 23 Künstlerinnen und Künstler an der diesjährigen Kunst-Rundreise.
Neben den Ausstellungen stehen zahlreiche Mitmachangebote auf dem Programm. Besucher können unter anderem Portraitmalerei erleben, selbst auf Leinwand malen, Schmuck gestalten, Stoffarbeiten kennenlernen, Glückwunschkarten entwerfen, Keramik glasieren, mit Gewürzen malen oder gemeinsam an Kunstwerken arbeiten. Verschiedene Live-Aktionen ergänzen das Programm und sollen insbesondere Familien und Kinder ansprechen.
Wer gestern keine Gelegenheit zum Besuch hatte, kann dies heute (Sonntag) noch nachholen. Die Ateliers und Ausstellungsorte sind erneut von 13 bis 18 Uhr geöffnet. Damit besteht weiterhin die Möglichkeit, die verschiedenen Stationen der Kunst-Rundreise durch Faßberg, Müden, Hermannsburg und Unterlüß zu besuchen und Kunst dort zu erleben, wo sie entsteht.
Redaktion
Celler Presse
Foto: Celler Presse
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