Tradition, Ehrungen und ein stimmungsvoller Zapfenstreich: Fischessen läutet Celler Schützenfest ein
Mit dem traditionellen Fischessen in der Congress Union ist am Freitagabend das Celler Schützen- und Volksfest feierlich eröffnet worden. Zahlreiche Vertreter aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Sport und Schützenwesen kamen zusammen, bevor am Abend der Fackelumzug durch die Altstadt und der Große Zapfenstreich vor dem Celler Schloss den stimmungsvollen Auftakt des Schützenfestes bildeten.






















































Brietzke begrüßt zahlreiche Ehrengäste
Der 1. Vorsteher der Altstädter Schützengilde, Gerald Brietzke, hieß die Gäste willkommen. Unter ihnen waren Oberbürgermeister Dr. Jörg Nigge, Landrat Axel Flader, der Landtagsabgeordnete und Bürgermeister Alexander Wille, Bürgermeister Klaus Didschies, zahlreiche Mitglieder des Stadtrates sowie Vertreter der Stadtverwaltung. Ebenso begrüßte Brietzke Vertreter des Niedersächsischen Sportschützenverbandes, des Kreisschützenverbandes, des Kreissportbundes, der Museumsstiftung Celler Schützenmuseum sowie zahlreiche Partner aus Wirtschaft und Gesellschaft.
In seiner Ansprache hob Brietzke den Zusammenhalt hervor, den das Schützenwesen seit Generationen pflegt. Das Schützen- und Volksfest führe Menschen zusammen und schaffe Jahr für Jahr bleibende Erinnerungen.
Fischessen und satirische Fischrede
Traditionell wurde anschließend Seelachsfilet in Eihülle mit Remouladen- und brauner Sauce, Kartoffelsalat sowie Heidekartoffeln serviert.
Für den humorvollen Höhepunkt des Abends sorgte anschließend Ulf Kerstan, Vorsitzender des Celler Rudervereins, mit der traditionellen Fischrede. Bereits der Einstieg sorgte für Lacher: In einem fiktiven Telefonat mit US-Präsident Donald Trump spielte Kerstan augenzwinkernd mit aktuellen politischen Themen und leitete über zu der Erkenntnis, dass sich nicht jedes Problem mit Geld lösen lasse.
Mit viel Wortwitz spannte er den Bogen von der Fußball-Weltmeisterschaft über Bundespolitik und Fachkräftemangel bis hin zu lokalen Themen. Aus der Perspektive eines Ruderers und mit einem Blick „unter Wasser“ nahm er unter anderem den Tigern aus Höfer, den Zustand der Aller, den Hochwasserschutz, den Brückenbau sowie den Klimaschutz aufs Korn. Dabei blieb keine politische Richtung verschont – stets mit einem Augenzwinkern und zahlreichen Anspielungen auf das Geschehen in Celle.
NSSV-Präsident: Vereine sind das Fundament
In seinem Grußwort stellte Stefan Kiesewetter, Präsident des Niedersächsischen Sportschützenverbandes (NSSV), die Bedeutung der Schützenvereine in den Mittelpunkt. Nicht die Vereine seien für den Verband da, sondern der Verband habe die Aufgabe, die Vereine zu unterstützen und ihre Interessen zu vertreten.
Zugleich verwies Kiesewetter auf die fortschreitende Digitalisierung innerhalb des Verbandes und die Einführung einer neuen Mitgliederverwaltung, die den Vereinen künftig die Arbeit erleichtern soll.
Zahlreiche Ehrungen für langjähriges Engagement
Ein weiterer Höhepunkt des Fischessens waren die Ehrungen verdienter Schützinnen und Schützen.
Den Auftakt übernahm Gerald Brietzke, der im Namen der Altstädter Schützengilde drei langjährige Mitglieder für ihr außergewöhnliches Engagement auszeichnete.
Für 40 Jahre Mitgliedschaft wurde Thomas Fiedler geehrt. Brietzke bezeichnete ihn als „den Gewissenhaften“. Fiedler war Jugendkönig 1982/83, errang sechsmal die Würde des Freihandkönigs, war 2012/13 König der Gilde und engagierte sich über mehr als zwei Jahrzehnte als Oberschießmeister im geschäftsführenden Vorstand.
Für 50 Jahre Mitgliedschaft erhielt Volker Schröder die Auszeichnung. Der als „der Beständige“ gewürdigte Schützenbruder war Jugendkönig 1979/80, mehrfach Freihandkönig und dreimal König der Gilde (1992/93, 1998/99 und 2006/07). Darüber hinaus prägte er über viele Jahre die Jugendarbeit sowie den Platzausschuss.
Ebenfalls für 50 Jahre Mitgliedschaft wurde Karsten Schröder geehrt. Brietzke würdigte ihn als „den Richtungsweisenden“. Nach seiner Zeit als Freihandkönig 1980/81 und anschließendem Vizekönig errang er 2002/03 die Königswürde der Gilde. Zudem führte er die Altstädter Schützengilde in zwei Amtszeiten als Vorsteher (1997 bis 2005 sowie 2016 bis 2017) und ist heute Ehrenvorsteher.
Im Anschluss nahm der Vorsitzende des Kreisschützenverbandes Celle Stadt und Land, Mike Schönemann, gemeinsam mit seiner Stellvertreterin Maren Gremmel die Ehrungen des Verbandes vor. Dabei wurden Karsten Schröder und Volker Schröder für ihre besonderen Verdienste um das Schützenwesen ausgezeichnet. In seiner Laudatio betonte Schönemann, dass eine über Jahrhunderte gewachsene Tradition vor allem von Menschen lebe, die Verantwortung übernehmen, ihre Erfahrungen weitergeben und sich über Jahrzehnte hinweg ehrenamtlich engagieren.
Die Verleihung der Theo-Wilkens-Medaillen übernahm anschließend Norbert Schüpp, der neue Oberste Hauptschaffer des Großen Schafferrates der Fünf Vereinigten Celler Schützengesellschaften.
Mit der Theo-Wilkens-Medaille in Bronze wurden Friederike Pfingsten, Kimberlyn Engel, Dominic Struck, Klaus Vetter, Markus Dratius und Lena Fiesel ausgezeichnet.
Die Silbermedaille erhielten Hans-Friedrich Nölke, Werner Krüger, Michaela Wiechmann sowie Oberbürgermeister Dr. Jörg Nigge. Mit der Goldmedaille wurde Christian Glück, Vorsteher des Allgemeinen Celler Vereins (ACV), geehrt.
Überraschungsehrung für Harald Rösler
Für eine besondere Überraschung sorgte die Ehrung von Harald Rösler, der nach mehr als 20 Jahren an der Spitze der Stiftung Celler Schützenmuseum für sein außergewöhnliches ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet wurde.
In seiner Laudatio zeichnete Dr. Udo Hörstmann Röslers jahrzehntelangen Einsatz nach. Seit seiner Jugend sei er dem Schützenwesen eng verbunden und habe zahlreiche Funktionen im Neuenhäuser Schützencorps übernommen. Vor allem als Mitbegründer und langjähriger Vorsitzender der Museumsstiftung habe Rösler die Entwicklung des Schützenmuseums maßgeblich geprägt. Unter seiner Leitung seien die Ausstellungen erweitert, die Galerie der Königsgemälde nahezu vollständig restauriert und das Museum zu einem deutschlandweit besonderen Ort der Schützengeschichte weiterentwickelt worden.
Als Zeichen des Dankes überreichten Vorstand und Kuratorium des Schützenmuseums eine eigens angefertigte Ehrung.
Fackelumzug und Großer Zapfenstreich
Rund 600 Schützenbrüder und Schützenschwestern zogen mit brennenden Fackeln und musikalischer Begleitung durch die historische Celler Altstadt zum Schloss. Für die Musik sorgte der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehren Burgdorf und Hänigsen. Zahlreiche Besucher säumten die Straßen und verliehen dem Umzug eine besondere Atmosphäre.
Vor dem Celler Schloss erinnerte Norbert Schüpp, Oberster Hauptschaffer des Großen Schafferrates, an die seit 1950 bestehende Tradition des Hauptkönigsschießens. Die Schützinnen und Schützen erwiesen dem amtierenden Hauptkönig Konstantin Schröder die Ehre.
Traditionell wurde dem Hauptkönig anschließend der symbolische Schlüssel der Stadt Celle überreicht. Er steht sinnbildlich dafür, dass dem Hauptkönig für die Dauer seiner Regentschaft „der Schlüssel zu den Herzen der Cellerinnen und Celler“ anvertraut wird.
Hauptkönig dankt den Schützen
In einer kurzen Ansprache stellte Konstantin Schröder die Verbindung zwischen der historischen Altstadt und der jahrhundertealten Schützentradition heraus.
„Ich danke euch von Herzen, dass ihr hier seid und dieses Fest gemeinsam mit uns lebt“, sagte der Hauptkönig. Mit den Worten „Auf Celle und auf unser schönes Schützenfest!“ beendete er seine Rede.
Anschließend begann vor der eindrucksvollen Kulisse des Celler Schlosses die Serenade zum Großen Zapfenstreich. Für diesen besonderen Moment hatte sich Hauptkönig Konstantin Schröder das feierliche Musikstück „Highland Cathedral“ ausgesucht. Die musikalische Leitung lag in den Händen von Alexander Dunkel, Dirigent des Musikzugs der Freiwilligen Feuerwehren Burgdorf und Hänigsen, während Daniel Biermann das Kommando über die Zeremonie führte. Mit dem anschließenden Großen Zapfenstreich fand der festliche Abend einen würdigen Abschluss.
Das Fischessen mit der traditionellen Fischrede, der Fackelumzug und der Große Zapfenstreich zählen zu den festen Höhepunkten zu Beginn des Celler Schützen- und Volksfestes. Bis zum Abschluss des Festes am Montag steht Hauptkönig Konstantin Schröder im Mittelpunkt des Schützenwesens und repräsentiert die fünf vereinigten Celler Schützengesellschaften.
Im Anschluss machten sich die Schützinnen und Schützen gemeinsam mit zahlreichen Besucherinnen und Besuchern – diesmal ohne Fackeln – auf den Weg zurück zum Schützenplatz. Dort klang der Abend im Festzelt sowie auf dem Volksfestgelände in geselliger Runde aus, wo bis in die Nacht gemeinsam gefeiert wurde.
Redaktion
Celler Presse
Fotos: Celler Presse
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