Freitag, 11. September 2026

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Zehnte Auflage von „Eschede erfahren“ bringt rund 200 Radfahrer auf die Strecke

Sportlicher Wettkampf, gemeinsames Radeln und ein kleines Fest auf dem Bahnhofsvorplatz: In Eschede hat heute die zehnte Auflage von „Eschede erfahren“ stattgefunden. Bei mildem Wetter machten sich Radsportler und Genussradler auf unterschiedliche Strecken durch die Südheide. Am Nachmittag gehörte die Aufmerksamkeit dann dem Nachwuchs beim Kinderrennen.

Schon am Morgen füllte sich der Bahnhofsvorplatz. Helfer und Organisatoren waren an diesem Jubiläumstag leicht zu erkennen: Sie trugen eigens angefertigte Trikots mit einer großen „10“ auf dem Rücken. Stephanie Bölke und Jens Buchholz vom Organisationsteam begrüßten die Teilnehmer offiziell zur Jubiläumsauflage.

„Wir freuen uns, dass ihr uns schon so lange hier die Treue haltet“, sagte Bölke. Buchholz machte deutlich, dass es den Organisatoren nicht allein um den sportlichen Wettbewerb geht. „Wir wollen letztendlich einen Tag für alle bieten, wo ein bisschen Spaß am Bahnhof rund um das Thema Radfahren ist“, sagte er später im Gespräch.

Gravelbike-Rennen zum sechsten Mal

Den sportlichen Auftakt machte das Gravelbike-Crossrennen, das im Rahmen von „Eschede erfahren“ mittlerweile zum sechsten Mal ausgetragen wurde. Rund 70 Kilometer lagen vor den Teilnehmern. Die ersten drei Kilometer wurden neutralisiert gefahren, bevor das Rennen freigegeben wurde.

Nico Tietje von der Rennleitung hatte die Fahrer zuvor noch einmal auf die Besonderheiten der Strecke und die Sicherheitsbestimmungen hingewiesen. Eine wichtige Vorgabe galt bei Kilometer 57: An einer Landstraßenquerung mussten die Teilnehmer vom Fahrrad absteigen und die Straße zu Fuß überqueren. Tietje appellierte zudem an die Fahrer, Rücksicht auf Spaziergänger, Reiter, andere Radfahrer und Autofahrer zu nehmen.

Neben dem Rennen wurde eine CTF angeboten. Die Teilnehmer konnten zwischen einer etwa 70 Kilometer langen und einer kürzeren Strecke über rund 50 Kilometer wählen. Anders als beim Rennen ging es hier nicht um Zeiten und Platzierungen. Ein zentraler Verpflegungspunkt befand sich in Rebberlah.

Dass die sportlichen Formate gefragt sind, zeigte sich an den Teilnehmerzahlen. Für Gravelbike-Rennen und CTF waren nach Angaben von Buchholz 150 Kontrollkarten vorbereitet worden – und am Ende waren alle vergeben. „Unser Format, Gravelbike-Rennen, CTF, ist voll, 150, zum allerersten Mal“, freute sich der Organisator.

Genussradler entdecken die Südheide

Etwas gemütlicher, aber nicht weniger gemeinschaftlich ging es bei den Genussradlern zu. Rund 40 bis 50 Teilnehmer machten sich auf die ungefähr 30 Kilometer lange Tour. Insgesamt kam „Eschede erfahren“ damit nach Einschätzung von Buchholz in diesem Jahr auf rund 200 Teilnehmer.

Bölke führte die Gruppe gemeinsam mit weiteren Begleitern durch die Umgebung. Die Route führte in Richtung Dalle, vorbei an den Loher Teichen, durch den Wald weiter in Richtung Marwede und Bargfeld und anschließend über Endeholz und Scharnhorst zurück zum Bahnhof. Für die Tour waren etwa drei Stunden eingeplant.

Die Wurzeln dieses Angebots reichen sogar weiter zurück als „Eschede erfahren“. Bölke erinnerte daran, dass zunächst eine Genusstour im Rahmen des Großraum-Entdeckertages angeboten worden sei. Seit rund 16 Jahren werde sie dabei von Scouts aus der Abteilung Männerfitness des TuS Eschede unterstützt.

Den Teilnehmern gab sie neben Hinweisen zum sicheren Queren von Straßen auch eine dringende Bitte mit auf den Weg: Wegen der hohen Waldbrandgefahr sollte im Wald keinesfalls geraucht werden.

Familiärer Charakter soll erhalten bleiben

Die Jubiläumsausgabe knüpfte bewusst an die Anfänge der Veranstaltung an. Auf dem Bahnhofsvorplatz warteten nach der Rückkehr Verpflegung, Kaffee, Sitzgelegenheiten und Musik auf Teilnehmer und Besucher. Moderator Lars begleitete das Geschehen durch den Tag.

Für Buchholz gehört dieser Eventcharakter fest zur Idee von „Eschede erfahren“. Im vergangenen Jahr habe das Rennen wegen einer fehlenden Genehmigung nicht in der geplanten Form stattfinden können. Zur zehnten Auflage sollte deshalb wieder mehr rund um Start und Ziel geboten werden.

Ein immer größeres Teilnehmerfeld ist dabei gar nicht unbedingt das Ziel. „Wir wollen ja nicht mit 300 Leuten starten, dann kennst du die Leute nicht mehr“, sagte Buchholz. Gerade das Familiäre solle erhalten bleiben. Bei der Weiterentwicklung sieht er vielmehr Möglichkeiten, den Gravelbike-Bereich künftig eventuell gemeinsam mit einem Sportverein weiterzuentwickeln und zugleich Genussradeln und Radwandern stärker in den Blick zu nehmen.

Wie viel Arbeit hinter dem Radevent steckt, wurde am Morgen ebenfalls deutlich. Buchholz und Bölke bedankten sich bei den zahlreichen Helfern, Sponsoren und Unterstützern. Ein kleines Dankeschön gab es unter anderem für René Köneke von der Firma P. S. Rode GmbH, der für die Absperrungen zuständig war und von den Organisatoren einen Präsentkorb erhielt.

Nachwuchs fährt mit Tempo zum Bahnhof

Am Nachmittag rückten schließlich die jüngsten Radfahrer in den Mittelpunkt. Beim Kinderrennen ging es über 1.000 Meter vom Schneebruch bis zum Bahnhof. Gestartet wurde von einer Holzrampe, anschließend führte die Strecke geradewegs zum Zielbanner auf dem Bahnhofsvorplatz.

Dort war inzwischen aus dem Start- und Zielbereich ein kleines Fest geworden. Teilnehmer der verschiedenen Touren kamen zurück, stärkten sich und ließen den Tag gemeinsam ausklingen. Auch das Wetter spielte mit: Die milden Bedingungen hielten sich und boten gute Voraussetzungen für einen langen Tag auf zwei Rädern.

Nach zehn Auflagen steht für die Organisatoren nun zunächst die Auswertung an. Ob es im kommenden Jahr weitergeht, ließ Buchholz noch offen. Sollte sich das Team erneut „auf den Weg machen“, sei aber klar, in welche Richtung es gehen soll: sportlicher Anspruch auf der Strecke, Angebote für Freizeitradler und ein gemeinsamer Treffpunkt am Bahnhof – ohne dabei den familiären Charakter von „Eschede erfahren“ aus den Augen zu verlieren.

Redaktion
Celler Presse
Foto: Celler Presse