Samstag, 10. Oktober 2026

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Rock den Teich bringt Hermannsburg bis Mitternacht zusammen

Regen zum Auftakt, später trockene und teils milde Bedingungen: Im Örtzepark in Hermannsburg ist am gestrigen Freitag, 4. September, die neunte Ausgabe von „Rock den Teich“ über die Bühne gegangen. Von 17.30 Uhr bis Mitternacht wechselten sich Ehrungen, der Schulchor der Anne-Frank-Oberschule und fünf musikalische Acts ab. Getragen wurde der Abend von zahlreichen freiwilligen Helferinnen und Helfern aus Hermannsburg, der Gemeinde Südheide und der Umgebung.

Zu Beginn mussten Besucher und Beteiligte noch mit Regen zurechtkommen. Im Laufe des frühen Abends änderten sich die Bedingungen jedoch. Spätestens während des Auftritts von HeidRock blieb es trocken, zeitweise waren die Temperaturen vergleichsweise mild. Damit konnten die weiteren Programmpunkte unter freiem Himmel ohne Regen stattfinden.

Auf dem Festivalgelände zeigte sich dabei, wie stark „Rock den Teich“ vor Ort verankert ist. Viele der Besucherinnen und Besucher kannten sich untereinander, ebenso waren zahlreiche Ehrenamtliche aus dem Ort und der Umgebung eingebunden. So entstand über die Stunden weniger der Eindruck eines klassischen Konzertabends als vielmehr der eines örtlichen Treffens mehrerer Generationen, bei dem die Musik den gemeinsamen Rahmen bildete.

Veranstaltet wurde „Rock den Teich“ vom Unternehmerverband Südheide e.V., die Organisation lag beim Präventionsrat Hermannsburg. Schirmherrin war Südheides Bürgermeisterin Katharina Ebeling. Auch der Veranstaltungsflyer verweist ausdrücklich darauf, dass das Festival durch die Beteiligung zahlreicher Menschen aus Politik, Wirtschaft und Vereinen ermöglicht wird.

Unternehmerverband eröffnet den Abend mit Ehrungen

Bevor die ersten musikalischen Beiträge zu hören waren, gehörte die Bühne zunächst dem Unternehmerverband Südheide. Von 17.30 bis 18 Uhr standen die Begrüßung und die Ehrung von Auszubildenden aus der Südheide auf dem Programm. Damit verband das Festival seinen musikalischen Charakter erneut mit der Arbeit und dem Engagement vor Ort.

Anschließend gab es bei „Rock den Teich“ eine Premiere. Erstmals trat ein Chor bei der Veranstaltung auf: Von 18 bis 18.45 Uhr stand der Schulchor der Anne-Frank-Oberschule auf der Bühne. Danach übernahmen im weitgehend stündlichen Wechsel die Bands und Musiker das Programm.

Um 19 Uhr folgte HeidRock. Die Band wurde 2022 in Walsrode gegründet. Ihren Ursprung hatte sie in einem spontanen Auftritt während der Corona-Zeit. Gitarrist und Sänger Jannik Garbers stellte damals gemeinsam mit Schlagzeuger Jonas Panning innerhalb weniger Proben ein Live-Set zusammen. Später kam Bassist Luis Schmidt hinzu. Musikalisch entwickelte sich HeidRock aus einem zunächst von Coversongs geprägten Programm weiter und begann, bekannten Stücken eine eigene rockigere Ausrichtung zu geben.

Sundays Closed bringen Indierock aus Köln nach Hermannsburg

Ab 20 Uhr gehörte die Bühne Sundays Closed. Die Kölner Band ist seit 2025 aktiv und bewegt sich musikalisch zwischen Indierock und Alternative. Ihr Auftritt dauerte bis 20.45 Uhr, bevor der Umbau für den nächsten Programmpunkt begann.

Gerade in dieser Pause kam es zu einem Programmpunkt, der so nicht im offiziellen Ablaufplan stand. Serge, der bei der Veranstaltung eigentlich unterstützend tätig war, griff kurzerhand selbst zum Mikrofon. Er hatte einen eigenen Song über Frieden geschrieben und trug diesen vor dem Publikum vor.

Vor seinem Beitrag sprach Serge darüber, dass ihn die gegenwärtigen Konflikte und Entwicklungen in der Welt beschäftigten. Frieden in Freiheit werde seiner Wahrnehmung nach nicht immer ausreichend wertgeschätzt. Aus diesen Gedanken heraus sei sein Lied entstanden. Inhaltlich beschäftigte er sich darin unter anderem mit Krieg, Waffen, Drohnen, zerstörten Orten und den persönlichen Folgen für Menschen und Familien.

Der spontane Auftritt setzte damit zwischen den regulären Bands einen ruhigeren Akzent. Es war kein angekündigter Teil des Line-ups, sondern ein persönlicher Beitrag eines Menschen, der an diesem Abend selbst an der Durchführung des Festivals beteiligt war.

Zeitlos übernimmt anschließend die Bühne

Danach ging es mit dem regulären Programm weiter. Um 21 Uhr begann der Auftritt von Zeitlos, einer sechsköpfigen Rammstein-Coverband. Im Mittelpunkt steht Sänger Alexander Wagner, begleitet von fünf weiteren Musikern. Die Gruppe widmet ihr Programm den Songs und der Bühnenästhetik von Rammstein und war für eine Stunde im Örtzepark angesetzt.

Ab 22.15 Uhr folgte mit Toxic Vapors Punkrock. Die Band wurde bereits 1983 in Faßberg gegründet. Zum Trio gehören Dieter an Gitarre und Gesang, Matze am Bass sowie Jupp am Schlagzeug. Damit stand an diesem Abend auch eine Formation aus der Region auf der Bühne, deren Geschichte inzwischen mehr als vier Jahrzehnte zurückreicht.

Den musikalischen Abschluss übernahm ab 23.15 Uhr das Salvation Melody Soundsystem. Das Soundsystem aus der Südheide präsentierte Reggae in unterschiedlichen Ausprägungen – von Ska und Rocksteady bis hin zu elektronisch geprägten Produktionen. Dabei kam ein selbstgebautes Boxensystem zum Einsatz. Der letzte Programmpunkt war bis Mitternacht angesetzt.

Viele Helfer tragen die neunte Ausgabe

Dass das Programm über mehrere Stunden stattfinden konnte, war auch Ergebnis der Arbeit hinter den Kulissen. Helferinnen und Helfer aus Hermannsburg, der Gemeinde und der weiteren Umgebung übernahmen unterschiedliche Aufgaben rund um das Festival. Der Eintritt blieb für die Besucher kostenlos. Speisen und Getränke wurden über Chips bezahlt, die an den Informationsständen erhältlich waren.

So entwickelte sich die neunte Ausgabe von „Rock den Teich“ nach dem regnerischen Beginn zu einem langen gemeinsamen Abend im Örtzepark. Schulchor, Rock, Alternative, Rammstein-Cover, Punkrock und Reggae sorgten bis Mitternacht für wechselnde musikalische Richtungen. Zugleich zeigte die Veranstaltung ihren lokalen Charakter: Viele Menschen standen nicht nur vor der Bühne, sondern arbeiteten gemeinsam daran, dass das Festival überhaupt stattfinden konnte.

Redaktion
Celler Presse
Foto: Celler Presse

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