Von sechs Uhr morgens bis zur Zeltparty: Klein Hehlen feierte seinen Schützenfest-Samstag
Ausschlafen war für die Klein Hehlener Schützen am Samstag keine Option. Bereits um 6 Uhr setzte sich der traditionelle Weckumzug in Bewegung. Es war der Auftakt zu einem langen Schützenfesttag, der die Teilnehmer über viele Kilometer durch den Ort führte und erst spät am Abend im Festzelt ausklang.











































































Beim Weckumzug wurden die amtierenden erwachsenen Majestäten nacheinander zu Hause besucht und geweckt. Die Reihenfolge richtete sich dabei weniger nach Rang und Titel als danach, wo die jeweiligen Majestäten wohnen. An den einzelnen Stationen wurden die Schützinnen und Schützen in den Gärten der Majestäten empfangen.
Gerade dieser Teil des Schützenfestes hat in Klein Hehlen einen besonders familiären Charakter. Man kommt zusammen, stärkt sich, zieht weiter und macht sich auf den Weg zur nächsten Majestät. In diesem Jahr bedeutete das auch eine Premiere: Erstmals führte die Tour zu einem König ins Neubaugebiet am Kieferngrund. Entsprechend ging es einmal quer durch Klein Hehlen – und schon am Vormittag hatten die Schützen einige Kilometer in den Beinen.
Nach dem Wecken und den verschiedenen Einkehren führte der Weg schließlich wieder zum Schützenheim. Dort wurde gemeinsam mit dem amtierenden Hauptkönig Robert Brettschneider, „der meisterliche Blitzstarter“, gefeiert.
Um 14 Uhr gehörte das Fest den Kindern
Bevor am Nachmittag der große Festumzug begann, standen zunächst die jüngsten Klein Hehlener im Mittelpunkt. Um 14 Uhr startete der traditionelle Kindertanz unter der Leitung von Lea Glaser und mit Musik von DJ Olli.
Dieser Programmpunkt ist der Schützengesellschaft besonders wichtig: Eingeladen sind ausdrücklich alle Kinder aus Klein Hehlen – unabhängig davon, ob sie selbst oder ihre Eltern Mitglied im Schützenverein sind. Unterstützt wird der Kindertanz auch durch den Ortsrat.
Nur anderthalb Stunden später wurde es wieder deutlich marschlastiger. Um 15.30 Uhr setzte sich der große Festumzug in Bewegung.
Neben den Klein Hehlener Schützen waren zahlreiche Gastvereine aus der Nachbarschaft vertreten. Hinzu kamen in diesem Jahr weitere Stadtschützenvereine. Hauptkönig Brettschneider, der auch über Klein Hehlen hinaus im Schützenwesen aktiv ist, hatte sich deren Teilnahme gewünscht. Entsprechend groß fiel der Festumzug aus.
Nach dem Marsch wurde gemeinsam beim Hauptkönig gefeiert. Bei Speis und Trank hätte es dort eigentlich noch eine ganze Weile gemütlich weitergehen können – wären da nicht die Damen gewesen.
Plötzlich war der Hauptkönig verschwunden
Die hatten nämlich einen eigenen Programmpunkt vorbereitet und den amtierenden Hauptkönig kurzerhand entführt.
Der König wurde über die Hauptstraße auf den Bunnenhof gebracht. Damit begann für seine Königswache die Suche. Lange blieb Robert Brettschneider allerdings nicht verschwunden: Die Wache spürte ihn relativ schnell wieder auf.
Finden allein reichte jedoch nicht. Zunächst musste die Königswache vollständig antreten, bevor die Verhandlungen über die Freilassung beginnen konnten. Und die waren weniger diplomatische Mission als ausgelassene Schützenfest-Gaudi.
Verhandelt wurde unter anderem über Schnäpse und andere augenzwinkernde Forderungen. Die Entführerinnen hatten sich ihren Zeitpunkt dabei durchaus mit Bedacht ausgesucht. Schließlich stand noch der traditionelle Ehrentanz auf dem Programm – und dafür wurde der Hauptkönig gebraucht.
Nach erfolgreicher „Auslösung“ konnte der König schließlich zu seinen Schützen zurückkehren.
Eine letzte große Ehre für den amtierenden König
Nach der gemeinsamen Feier stellten sich die Schützen auf dem Hof noch einmal in Formation auf. Es wurde Spalier gestanden und für Speis und Trank gedankt, bevor sich der Festumzug erneut in Bewegung setzte.
Noch einmal ging es durch Klein Hehlen. In der Dorfstraße wartete ein besonderer Moment auf den noch amtierenden Hauptkönig.
Das Königshaus nahm dort gemeinsam mit einem Spielmannszug Aufstellung. Der restliche Festumzug zog anschließend am König vorbei und erwies ihm die Ehre. Es war zugleich der Dank für den Empfang und die gemeinsame Feier.
Leise ging diese Ehrung nicht vonstatten. Der Vorbeimarsch wurde von vier Böllerschüssen begleitet: Den Anfang machte ein Handböller, anschließend folgten zwei kleinere Kanonen. Den unüberhörbaren Schlusspunkt setzte schließlich die große Kanone.
Danach führte der Weg zurück zum Schützenplatz. Dort marschierte die Festgesellschaft gemeinsam ins Festzelt ein. Nach einem kurzen musikalischen Grußstück wurde die Formation aufgelöst.
Und dann war ganz bewusst Schluss mit Marschordnung und Zeremoniell.
Denn bei aller Schützentradition soll das Fest in Klein Hehlen auch diejenigen ansprechen, die mit Uniform, Königsschießen und Festumzug vielleicht weniger anfangen können. Ist der Zug zurück im Zelt, sollen die Menschen vor allem eines: miteinander feiern und Spaß haben.
Dafür sorgte am Samstagabend das DJ-Team HEIDE BEATS. Damit ging ein Schützenfesttag, der für viele Teilnehmer bereits um 6 Uhr morgens begonnen hatte, in eine lange Partynacht über.
Am heutigen Sonntag wird gleich mehrfach über neue Ämter entschieden
Auch am heutigen Sonntag bleibt es in Klein Hehlen spannend. Um 12.30 Uhr beginnt das Festessen. Dazu werden auch Gäste aus Politik und öffentlichem Leben erwartet.
Angekündigt sind unter anderem Celles amtierender Oberbürgermeister Dr. Jörg Nigge, der CDU-Landtagsabgeordnete Alexander Wille sowie Klein Hehlens Ortsbürgermeisterin Karin Abenhausen. Abenhausen hat am selben Tag ihre Goldene Konfirmation, will aber zumindest für ein kurzes Grußwort beim Schützenfest vorbeischauen.
Um 15.30 Uhr folgt dann einer der wichtigsten Momente des gesamten Festwochenendes: Die neuen Majestäten werden proklamiert. Damit endet auch die Amtszeit des bisherigen Hauptkönigs Robert Brettschneider.
Um 17 Uhr setzt sich der Festumzug zum Anbringen der neuen Königsscheiben in Bewegung. Ab 20 Uhr soll das Schützenfest schließlich bei der Königsparty mit DJ Olli ausklingen.
Der heutige 13. September ist für Klein Hehlen allerdings noch aus einem anderen Grund ein besonderer Sonntag: In Celle findet die Kommunalwahl statt. Während beim Schützenfest die neuen Majestäten bekannt gegeben werden, entscheiden die Bürgerinnen und Bürger an der Wahlurne unter anderem über die Zusammensetzung von Stadtrat und Ortsräten sowie über das Oberbürgermeisteramt.
Eine besondere Verbindung zwischen Schützenfest und Kommunalwahl zeigt sich dabei schon beim Festessen: Mit dem amtierenden Oberbürgermeister Dr. Jörg Nigge und Klein Hehlens Ortsbürgermeisterin Karin Abenhausen werden dort gleich zwei Gäste erwartet, die am selben Tag bei der Oberbürgermeisterwahl gegeneinander antreten.
So steht Klein Hehlen an diesem Sonntag gleich auf mehreren Ebenen im Zeichen neuer Amtsinhaber – im Wahllokal ebenso wie beim Schützenfest.
Redaktion
Celler Presse
Foto: Celler Presse
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