Donnerstag, 8. Oktober 2026

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Celle Drilling 2026: Internationale Bohrbranche setzt auf Innovation und neue Anwendungen

Mit der internationalen Fachkonferenz Celle Drilling 2026 ist heute in der Congress Union Celle eines der wichtigsten Branchentreffen der internationalen Bohrtechnik gestartet. Unter dem Motto „The Way Ahead“ kommen am 15. und 16. September Fachleute aus Industrie und Wissenschaft zusammen, um aktuelle Entwicklungen, neue Technologien und Perspektiven der Bohrbranche zu diskutieren.

Zum 15. Mal wird die Celle Drilling vom GeoEnergy Celle e.V. in Kooperation mit der Technischen Universität Clausthal veranstaltet. Erwartet werden insgesamt 160 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 13 Ländern, darunter rund 40 internationale Gäste. Besonders stark vertreten sind neben Deutschland die Niederlande, die USA, Norwegen, Rumänien, Großbritannien und Italien. Eine begleitende Fachausstellung mit 14 Ausstellern ergänzt das Konferenzprogramm. Die Celle Drilling verbindet damit traditionelles Know-how aus der Tiefbohrindustrie mit neuen Anwendungen und technologischen Anforderungen.

Internationale Plattform für die Zukunft der Bohrtechnik

Im Pressevorgespräch unterstrichen Kim Schwettmann, Vorstandsvorsitzender des GeoEnergy Celle e.V., Prof. Philip Jaeger von der TU Clausthal, Chairman des Celle Drilling 2026 Program Committee, sowie Rainer Krispin, Leiter der Geschäftsstelle Geo Energy Celle e. V., die Bedeutung der internationalen Veranstaltung für den Standort Celle und die gesamte Branche.

„Die Celle Drilling ist ein internationaler Treffpunkt, an dem die aktuellen Entwicklungen der Bohrbranche präsentiert und diskutiert werden“, wurde im Pressegespräch deutlich. Gerade angesichts des technologischen Wandels komme dem Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis eine zentrale Bedeutung zu.

Im Mittelpunkt der diesjährigen Konferenz stehen insbesondere die Digitalisierung und Automatisierung von Bohrprozessen, neue Bohrwerkzeuge, innovative Bohrverfahren sowie Sensorik und Messtechnik. Weitere Schwerpunkte sind die Konstruktion von Bohrkronen, Bohrloch-Werkzeuge, geothermische Anwendungen und Fallstudien. Erstmals findet die Celle Drilling zudem zweisprachig in Deutsch und Englisch statt. Die Übersetzung erfolgt KI-generiert über die LiveVoice-App auf dem Smartphone.

„Knallharte Innovation“ für die Bohrbranche

Besonders die Entwicklung der Geothermie steht in diesem Jahr im Fokus. Die Bohrtechnik spielt für geothermische Projekte eine Schlüsselrolle, da die Bohrung einen wesentlichen technischen und wirtschaftlichen Bestandteil entsprechender Vorhaben darstellt. Auf der Konferenz werden unter anderem tiefengeothermische Anwendungen, die Planung von Zeit und Kosten geothermischer Bohrungen sowie digitale Modelle und Simulationen thematisiert.

Prof. Philip Jaeger verwies im Pressevorgespräch zugleich auf die veränderten Rahmenbedingungen. In der Vergangenheit habe große Hoffnung auf der Geothermie gelegen, die Erwartungen der Investoren hätten sich jedoch teilweise nicht erfüllt. Umso stärker rücke jetzt die technologische Weiterentwicklung in den Mittelpunkt.

„Knallharte Innovation“ sei gefragt – insbesondere bei Bohrtechnik, Digitalisierung und Automatisierung. Gleichzeitig würden neben der Geothermie auch andere Energieanwendungen und Märkte zunehmend interessant. Dazu zählten nach Jaegers Einschätzung unter anderem Solar und Erdgas.

Damit richtet sich der Blick der Celle Drilling nicht allein auf einzelne Energiequellen, sondern auf die technologische Leistungsfähigkeit der Bohrindustrie insgesamt.

Vom Bohrprojekt zum Gesamtsystem

Auch Kim Schwettmann betonte, dass der Ausbau der Geothermie nicht isoliert betrachtet werden dürfe. Die Bohrindustrie sei technologisch bereit, ihren Beitrag zu leisten. Entscheidend sei jedoch, dass Bohrung und Wärmenetz gemeinsam gedacht und geplant würden.

„Die Bohrindustrie ist bereit. Wir arbeiten kontinuierlich daran, Bohrtechnologien weiterzuentwickeln, Bohrzeiten zu verkürzen und damit die Kosten geothermischer Projekte zu senken“, so Schwettmann. Gleichzeitig müsse sichergestellt werden, dass die gewonnene Wärme auch tatsächlich bei den Verbrauchern ankomme.

Aus Sicht des GeoEnergy Celle e.V. liegt deshalb eine zentrale Herausforderung im Zusammenspiel der einzelnen Projektbausteine. Fortschritte bei Bohrverfahren, Digitalisierung und Automatisierung könnten geothermische Projekte schneller und wirtschaftlicher machen. Parallel müssten auf kommunaler Ebene die Voraussetzungen geschaffen werden, um die gewonnene Wärme zu den Verbrauchern zu transportieren.

„Wir müssen vom einzelnen Bohrprojekt stärker zum gesamten Wärmesystem denken“, lautet Schwettmanns Forderung. Geothermiebohrung und Wärmenetz müssten von Beginn an parallel geplant, zeitlich eng aufeinander abgestimmt und gemeinsam umgesetzt werden.

Celle als Kompetenzstandort

Für Celle bietet die internationale Konferenz dabei eine besondere Chance. Der Standort verfügt über ein über Jahrzehnte gewachsenes Know-how in der Bohrtechnologie. Dieses Wissen gelte es für die Energieversorgung der Zukunft zu nutzen, betonte Schwettmann.

Die Celle Drilling zeige zugleich, dass die Branche den Wandel längst angenommen habe. Die Verbindung aus etablierter Tiefbohrtechnik, wissenschaftlicher Forschung und neuen digitalen Technologien schafft in Celle eine Plattform, auf der konkrete Lösungen für die künftigen Anforderungen der Energie- und Bohrbranche diskutiert werden können.

Den Abschluss des zweitägigen Programms bildet eine Exkursion zum Drilling Simulator Celle DSC, einer Forschungseinrichtung der Technischen Universität Clausthal am Standort Celle. Damit schlägt die Konferenz auch die Brücke von den Fachvorträgen und Diskussionen zur praktischen Erprobung moderner Bohrtechnologien.

Mit 160 Teilnehmern aus 13 Ländern, 14 Ausstellern und einem Programm, das von Geothermie über Digitalisierung bis hin zu Automatisierung und innovativen Bohrverfahren reicht, unterstreicht die Celle Drilling 2026 einmal mehr Celles Rolle als internationaler Kompetenzstandort der Bohrtechnik.

PR/Redaktion
Celler Presse
Fotos: Celler Presse

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