Wo gibt es in Celle noch Gewerbeflächen?

CELLE. Wenn auch mehrheitliche Übereinstimmung über die Notwendigkeit der Ausarbeitung eines Gewerbeflächenkonzeptes bestand, so schieden sich die Geister an der Frage, ob das Konzept verwaltungsintern oder durch ein externes Büro erstellt werden kann. Bei der externen Lösung waren die veranschlagten Kosten in Höhe von 30.000 EURO SPD und Grünen ein Dorn im Auge. Eine Mehrheit fand sich für einen SPD-Vorschlag mit einem Finanzierungsvorbehalt. 

„Außer den Kolkwiesen in Wietzenbruch gibt es in Celle keine freien Gewerbeflächen“, erläuterte Erste Stadträtin Susanne Schmitt vor dem Ausschuss. Dieses wichtige Thema brenne der Stadt auf den Nägeln. Ein Konzept sei ein geeignetes Instrument, um langfristige Ansiedlung zu gewährleisten. Und ein solches Konzept müsse auch umgesetzt werden. Diese nun diskutierte Thematik geht auf einen CDU-Antrag von Februar 2010 zurück, in dem entlang der neuen B 3 im Nahbereich zur Landeshauptstadt ein „interessanter Standort für Gewerbeansiedlung“ gesehen wird. In dem Antrag geht es auch um die Aufwertung vorhandener Potenziale, um die gewerbliche Situation Celles nachhaltig zu verbessern. In der Verwaltungsvorlage wird Bezug genommen auf das bereits früher beschlossene Einzelhandelskonzept (EZK) als wesentlicher Bestandteil des städtischen Entwicklungskonzepts. In einem nächsten Schritt soll ein Gewerbeflächenkonzept erarbeitet werden. Ziel dieser Arbeit ist die Bestandsaufnahme von vorhandenen Gewerbeflächen, die Untersuchung der sektoralen Schwerpunkte und Defizite sowie die Ermittlung des Bedarfs weiterer Gewerbeflächen für die nähere Zukunft. 

Bernd Zobel (Grüne) machte von Vornherein klar, dass seine Partei aus haushalterischen Gründen gegen diesen Plan sei. Es solle auf eine Verbesserung der Finanzlage gewartet werden, zumal dann noch weitere Flächen zur Disposition stehen könnten. Zobel machte außerdem ökologische Bedenken geltend; man solle nicht noch mehr Flächen versiegeln, schließlich habe sich die Stadt auch dem Klimaschutz verpflichtet. Die von der CDU ins Feld geführte Gewerbeansiedlung entlang der neuen B 3 sah Jens Rejmann (SPD) skeptisch, da für eine Konkretisierung die Fertigstellung der Straße abgewartet werden müsse. Zu der Frage der Kosten für eine Konzepterstellung wies Joachim Falkenhagen (FDP) darauf hin, dass auch die Verwaltung Geld koste. Er hob die Notwendigkeit des Konzeptes hervor, da damit die Grundlagen für Arbeitsplätze geschaffen würden. Es dürfe nicht die Situation eintreten, dass interessierten Unternehmen keine Flächen angeboten werden könnten. 

Astrid Peters (CDU) räumte zwar ein, soviel Planungsarbeit wie möglich verwaltungsintern durchzuführen, gab aber zu bedenken, dass die Verwaltung schon jetzt gut ausgelastet sei; wenn nicht, sei sie überbesetzt. Deshalb könne es günstiger sein, befristet ein Konzept von außen erstellen zu lassen. Jens Rejmann schließlich baute die Brücke für einen Abstimmungskonsens. So kam es letztendlich zu einem Mehrheitsbeschluss, der die Ausarbeitung eines Gewerbeflächenkonzeptes mit einem Finanzierungsvorbehalt befürwortet. Nun ist der Finanzausschuss gefordert. 

Redaktion
Celler Presse 

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