Mit Bewerbungspaten einen Ausbildungsplatz gefunden

CELLE. Als im Oktober 2010 das Bewerbungspatenprojekt an der GHS Altstadt gestartet wurde, konnte noch niemand ahnen, wie es ausgehen wird. Nun ist es Gewissheit. Drei „Patenkinder“ sind nach dem Hauptschulabschluss auf dem Weg in eine gesicherte berufliche Zukunft. Zwei davon haben bereits einen Ausbildungsvertrag in der Tasche, eine Schulabgängerin hat sich kurzfristig entschlossen, ein Berufsbildungsjahr zu absolvieren und wird die BBS II besuchen. Heidi Bente, Leiterin der Freiwilligenagentur beurteilt den Verlauf des Projektes positiv: „Wir haben unsere Erfahrungen gemacht im ersten Durchgang.“ Gesucht werden nun weitere Bewerbungspaten, um das Projekt ausweiten und fortsetzen zu können. 

Bereits im Februar 2011 wurde das Projekt mit einem Zwischenbericht vorgestellt. Da war schon Cengiz (16) mit seinem Paten Stefan Meier seit Oktober 2010 dabei. Meier hatte sich gleich in der Anfangsphase um eine Patenschaft bemüht, weil es ihm Spaß macht, mit jungen Leuten zu arbeiten und weil diese Tätigkeit eine flexible Handhabung erlaubt. Als „Hilfe zur Selbsthilfe“ versteht Meier sein Engagement. Dass sein Schützling „pflegeleicht“ ist und sich auch initiativ in die Sache einbringt, hat sich von Anfang an herausgestellt. Diese Kooperation ist nun von einem Erfolg gekrönt. Der Ausbildungsvertrag mit einer Fastfoodkette ist perfekt. Zwei Jahre soll die Ausbildung dauern, und mit einem weiteren Jahr kann er sogar seine Karrierechancen im Unternehmen noch verbessern. Cengiz strebte anfangs eine Ausbildung im Einzelhandel als Verkäufer an und hat dann aber auch andere Berufe einbezogen: Tischler, Tiefbauer, Altenpfleger. Nach ca. zehn Bewerbungen und zwei Vorstellungsgesprächen klappte es noch rechtzeitig. Am 1. August beginnt der berufliche Ernst des Lebens. Und Cengiz ist froh, die Unterstützung gehabt zu haben. 

Kirsten Barteczko hatte es mit einem etwas komplizierteren Fall zu tun. Sie hatte zunächst ein Mädchen zu betreuen, das aber nach kurzer Zeit zu der Erkenntnis kam, das ihr die Familie genug war und sie keine Hilfe von außen benötigte. Dann wurde ihr eine andere Schülerin vermittelt, die mit Bewerbungen und mit der Bedeutung einer Unterschrift vertraut gemacht werden musste. Noch im Februar bestätigte Kirsten Barteczko optimistisch, dass die Schülerin wisse, was sie wolle. Bis vor Kurzem wollte sie noch Friseurin werden und hatte schon einen Ausbildungsvertrag in Aussicht. Nun strebt sie einen handwerklichen Beruf an: Tischlerin. Um in dem Beruf die Chancen auf einen Ausbildungsplatz zu erhöhen, wird sie das Berufsbildungsjahr an der Axel-Bruns-Schule absolvieren. 

Erst seit Februar dieses Jahres betreut Marion Növig ihr „Patenkind“ Catharina (16). Trotz der relativ kurzen Vorlaufzeit ist es gelungen mit ca. 15 Bewerbungen einen Wunsch-Ausbildungsplatz zur Friseurin zu erhalten. Einmal wöchentlich sind sie zusammengekommen, um Form und Inhalt einer Bewerbung, Vorgehens- und Verhaltensweisen zu besprechen. Fazit: Es hat sich gelohnt. Auch Catharina kann am 1. August ihre Ausbildung beginnen. 

Koordiniert wird der Einsatz der Paten durch die Schulsozialarbeiterin Mirian Rentsch. Nach der Ermittlung der förderungsbedürftigen Schülerinnen und Schüler wird zunächst das Einvernehmen mit den Eltern hergestellt, und erst dann kommt der Kontakt zwischen dem Paten und der Schülerin bzw. dem Schüler zustande. Interessenten, die eine Patenschaft über nehmen wollen, können sich bei der Freiwilligenagentur melden (Tel.: 12400). Neben einer gewissen Lebenserfahrung sollten Interessenten mit dem heutigen Arbeitsmarkt vertraut sein und sich mit Bewerbungsverfahren auskennen. 

Redaktion
Celler Presse 

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