Das Gedächtnis der Stadt

CELLE. Kulturelle Werte der Stadt Celle befinden sich im Celler Stadtarchiv im Westercelle. Werte, die es zu bewahren gelte, daran arbeiten die Mitarbeiter des Stadtarchivs mit Leib und Seele. Am Tag der Archive am Samstag konnten sich die Celler von der Arbeit selbst überzeugen. Jeder konnte sich dort wiederfinden und in Erinnerungen schwelgen. Ein Tag voller neuer Eindrücke aus einer vergangenen Zeit.

Die Lettern des Extrablattes der Celleschen Zeitung vom 31. Juni 1914 berichten unwiderruflich von der russischen Mobilmachung. Im Ausstellungsraum des Stadtarchivs fesseln die Besucher Bilder, Plakate und Kriegstagebücher aus der Zeit des ersten Weltkriegs. Bekannte Namen und Soldaten vor Celler Kasernen. Es wirkt fern und doch so nah, vor den Kulissen – die man kennt. Diese thematische Darstellung ist aber nur ein kleiner Teil des Archivs.

Schon im Treppenaufgang blickten die Besucher auf alte Aufnahmen von Fachwerkgebäuden aus Celle. Lange blieben sie vor jedem einzelnen Bild stehen, versuchten sie einzuordnen. Es hat sich viel in Celle verändert, und es ist faszinierend, den Blick in die Vergangenheit zu wagen.

Benjamin Geier, Archivinspektor und stellvertretender Leiter des Stadtarchivs Celle, führte die Besucher durch das Gebäude. Die Magazinräume und Bibliothek waren hoch interessant, es handelt sich schließlich um unsere archivierte Geschichte. Die Bescher nutzten die Gelegenheit und stellten viele Fragen, die von Geier gerne beantwortet wurden. Mit viel Akribie und Sorgfalt werden alte und neue Dinge aufbereitet und für die „Ewigkeit“ archiviert. Ein Wissen, was nicht in dunklen Räumen verschwindet. Das Archiv kann immer für Nachforschungen genutzt werden und präsentiert selbst in Ausstellungen einzelne Themen.

Generell versucht das Stadtarchiv bei der Archivierung mehrgleisig zu fahren. Digitalisierung ist zwar wichtig, doch auf das Speichermedium kommt es an, was in der schnelllebigen Zeit jedoch nicht einfach ist. Das Stadtarchiv hat bisher fast 25% digitalisieren können und noch viel vor sich.

Unter anderem sind dort die Celleschen Zeitungen von 1874 – 1990, mit einer mehrjährigen Kriegsunterbrechung, auf Microfilm für die Zukunft gebannt. Diese werden auch als Informationsquelle genutzt. Um sie vor Verschleiß zu schützen, werden jedoch nur Duplikate verwendet.

Bei den Recherchen der Bürgerinnen und Bürger kommt es bei der Speicherung der Daten und späteren Auswertung nicht immer auf das Original an. Die Informationen stehen im Fokus, daher kann im Lesesaal auch auf schon digitalisierte PDF Dokumente verwiesen werden.

Die Aufgabe des Archivars ist bedeutend, schließlich müssen wichtige von unwichtigen Dokumenten unterschieden werden. Aber auch laufende aktuelle Überlieferungen der Stadtverwaltungen fließen in die tägliche Arbeit ein. Ein Spagat zwischen historisch wertvollen Dokumenten und banal wirkenden Dokumenten der Neuzeit. Das Stadtarchiv braucht viel Platz. Ob Magazinschränke oder die Bibliothek – es wird eng in den Räumen. Die Wichtigkeit des Archivs – gegen das Vergessen – braucht langfristig auch geeigneten Raum, wobei die richtige Lagerung berücksichtigt werden muss.

Interessierte Bürgerinnen und Bürger, Heimatforscher, Namensforscher (auch private) oder Unternehmen können die Dienste des Stadtarchivs in Anspruch nehmen. Gegen eine geringe Gebühr von 10 Euro am Tag, können Informationen bezogen werden. Eine genaue Gebührenübersicht finden Sie unter: www.stadtarchiv-celle.findbuch.net/home/temp1.html. Damit niemand allein in den Räumen herumstöbern muss, unterstützen die Mitarbeiter des Archivs bei der Vorauswahl.

Öffnungszeiten:

Montag
Dienstag
Mittwoch
Donnerstag
Freitag
08.00 – 13.00 Uhr
08.00 – 16.00 Uhr
08.00 – 13.00 Uhr
08.00 – 17.00 Uhr
08.00 – 13.00 Uhr

Redaktion
Celler Presse

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