Gegen Erderwärmung: Mit Lust am Fotografieren und Energie zur Bildbearbeitung

CELLE. Noch bis zum 15. Mai 2014 ist die Fotoausstellung „Inferno Erderwärmung“ im Wilhelm-Buchholz-Stift, Flootlock 10, zu sehen. Die Bilder von Rolf-Dieter Peulecke sind mehr als Fotografien im herkömmlichen Sinne. Peulecke wählte die Fotografie mit intensiver Bildbearbeitung, um den Auswirkungen des Infernos Erderwärmung Ausdruck zu verleihen.

Entstanden sind faszinierende und bedrückende Bilder. 17 Werke sind nun im Lobetaler Wilhelm-Buchholz-Stift im Ortsteil Wietzenbruch zu sehen. Bei der Eröffnung der Ausstellung betont der Künstler, dass er sich nicht auf die Seite der wissenschaftlichen Klimaforschung oder auf die Seite der Klimalügner stellen wolle. Peulecke: „Meine Bilder sollen mit ihrer Aussagekraft in dramatischer Form und künstlerischer Freiheit die möglichen Folgen eines Klimawandels als Fotografik oder Fotokunst aufzeigen.“ Das Anliegen, Menschen für das Thema Klimawandel zu interessieren und Anreize für die Auseinandersetzung zu geben, ist gelungen. So haben einige Werke auf den ersten Blick den Anflug einer „romantischen Seite“ des Infernos, zeigen aber bei genauer Betrachtung die ganze Tragik. Die Titel wie „Durst, der letzte Tropfen“, oder „Wassermangel durch Verschwendung“ halten dem Betrachter den Spiegel eigener Verhaltensweisen vor und sind gleichzeitig ein Appell zur Nachdenklichkeit. Und den Turm der Stadtkirche umgeben von Wassermassen möchte sicher niemand erleben.

Ganz nüchtern ging der Diplom-Biologe Andreas Lindemann, Innendienstsleiter bei der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung, in seinem Redebeitrag mit dem Thema Klimawandel um: „Klimawandel, ja, er ist da!“ Drei Feststellungen seien deutliche Anzeichen dafür: Temperaturanstieg, Anstieg der Meeresspiegel – bis zum Ende dieses Jahrhunderts 23 bis 25 cm – und die Treibhausgase. Alles menschlichen Ursprungs. Dazu müsse heute ein Konsens herbeigeführt werden. Kritik übte Lindemann an den Klimakonferenzen, aus denen keine wesentlichen Fortschritte hervorgehen.

Lindemann setzt sich für die Begrenzung des Abbaus der Moore ein. Statt Torf zu kaufen, könne jeder auf Humus zurückgreifen. Bei erneuerbaren Energien könne verstärkt auf geothermische Anlagen gesetzt werden. Gerade in Celle gebe es eine Konzentration von Firmen, die sich der Technologie widmen. Ganz gegenläufig zu den Absichten, sei der CO2-Ausstoß in Deutschland gar gestiegen, da verstärkt für die Energiegewinnung billige Braunkohle eingesetzt werde. Energiegewinnung mit Gas werde sogar abgeschaltet. Lindemann: „Wichtig sind Menschen, die bereit sind, sich zu engagieren.“ Nicht zuschauen – sondern einmischen, vor allem aber nicht auf die nächste Klimakonferenz warten.

Auslöser für Rolf-Dieter Peuleckes Engagement war das Buch „Spielball Erde – Machtkämpfe im Klimawandel“ von Claus Kleber und Cleo Paskal. Vor seinem Medizinstudium hat Peulecke einen dreisemestrigen Kunstunterricht durchlaufen und sich ab 1988 nebenberuflich intensiv der Malerei gewidmet. Er war an mehreren Gemeinschaftsausstellungen unter anderem in Berlin, München und Hannover beteiligt, hat aber auch eigene Ausstellungen gestaltet. 2004 ging der Allgemeinmediziner in den Ruhestand und hat sich fortan mehr der Fotografie gewidmet. Es folgten Veröffentlichungen in Fotozeitschriften und Tageszeitungen. 2011 landete er unter den „Top twenty“ des Jahresfotowettbewerbs der Fachzeitung „d-pixx“.
Auch in den kommenden Jahren hat der Künstler noch viel vor, er folgt mit seinen künstlerischen Mitteln der Prämisse: „Wir dürfen keinen Schrotthaufen hinterlassen.“

Redaktion
Celler Presse

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