Das Schlosstheater startet Offensive

CELLE. Das Schlosstheater zeigte sich bei der Vorstellung der neuen Spielzeit breit aufgestellt. Mit vielen neuen Ideen wird sich das Theater weit mehr öffnen und die Zuschauer mit zahlreichen Aufführungen fesseln. Das feste Ensemble des Schlosstheaters und das Kinder- und Jugendtheater zeigen mehr Präsenz und sollen den Besuch des Theaters zum Erlebnis machen.

Der neue Intendant des Schlosstheaters Celle, Andreas Döring, hatte bereits vor einem Jahr die Recherchen aufgenommen. Mit dem Einverständnis von Geschäftsführer Stephan Bruhn reiste Döhring zu wichtigen Theatern und suchte sein Ensemble zusammen. Genau so wichtig wie die Schauspieler waren allerdings auch die Meinungen von Cellern. Der neue Intendant beschäftigte sich im Vorfeld mit den Interessen der Celler und deren Meinung zum Schlosstheater. Die Celler Geschichte war für Döhring obendrein ein wichtiges Thema.

Bereits im Vorfeld hörten die Celler vom neuen Intendanten des Schlosstheaters Celle im Rahmen der Planungen für die „Halle 19“, der damaligen Residenzhalle und deren Modernisierung für das Kinder- und Jugendtheater. Auch diesem Thema möchte sich Andreas Döhring widmen; dazu wird die gelernte Schauspielerin und Theaterpädagogin Julia Penner die Leitung übernehmen. Zur Modernisierung wollte sich Döring nicht direkt äußern, nur, dass die Planungen auf einem guten Wege seien. Da aber noch ein wichtiges Dokument fehle, ist es nach Döring noch verfrüht, den Umbau als beschlossene Sache anzusehen.

Viele Ideen für einen kompletten Neustart des Schlosstheaters sind zusammengekommen und machten Döring und seinem Team die Arbeit nicht leichter. Doch voller Elan präsentierte sich gestern ein Teil des Teams bei der Vorstellung des neuen Programms. Dabei ging das neue Logo des Theaters fast schon unter. Das große (C) dominiert das ansonsten schlicht wirkende Schriftlogo, indem die Worte Schloss, Theater und Celle jeweils linksbündig untereinander stehen. Döring habe auch kein Motto für seine Zeit in Celle, eher eine Grundeinstellung. Er möchte das Theater zu einem Ort der Begegnung und der Fairness machen.

Andreas Döring möchte in die Grundstruktur des Theaters zurückkommen und zugleich viel offener werden. Zuerst soll die Hauptbühne aber ihren Namen verlieren. Schließlich gab es früher keine separate Bezeichnung für diese Bühne, es war einfach das Schlosstheater. Das möchte der neue Intendant auch wieder. Die Bezeichnungen „Studiobühnen“ für den Malersaal und die Turmbühne oder die „Halle 19“ werden in den Theatersprachgebrauch übergehen. Die Qualität kommt nicht zu kurz, berichtet Stephan Bruhn. Man habe die Sichtlinien im Schlosstheater geprüft und verzichtet in den oberen Rängen auf Sitzplätze, was auch der Beinfreiheit zu Gute kommt. Auch die Fürstenloge bekommt in der dritten Reihe eine kleine Erhöhung, und die bessere Sitzplatznummerierung ist vorgesehen.

Das Schlosstheater Celle ist mehr als ein Kulturraum, er muss auch mit Leben gefüllt werden. Andreas Döring sprudelte vor Ideen und Umsetzungsmöglichkeiten, selbst mit dem Kinder- und Jugendtheater und dem gleichbleibenden Budget. Mit der Erweiterung der Gastronomie wird Cafés im Foyer ein Café etabliert. In der Sommerzeit kann auch im Schlossinnenhof davon profitiert werden. Die Sommerbühne unter freiem Himmel wird im nächsten Jahr wieder aufgenommen und kann in Verbindung mit dem Besuch des Cafés ideal genutzt werden.

Neben der Neugestaltung, der Verbesserung und des breiteren Angebots steht das neu zusammengestellte Ensemble im Fokus. Bis auf Thomas Wenzel und Jürgen Kaczmarek erwartet die Celler viele neue Gesichter. Nach bisherigem Stand werden insgesamt 16 Schauspieler fest aufgenommen und bieten eine Fülle an Aufführungen.

Zum neuen Ensemble gehören:

Bastian Beyer

Dirk Böther

Michèle Breu

Morgane Ferru

Ulrich Gall

Jürgen Kaczmarek

Tanja Kübler

Felix Meyer

Eva-Maria Pichler

Josephine Raschke

Johann Schibil

Katrin Steinke

Regina Vogel

Kukas von der Lühe

Thomas Wenzel

Rasmus Max Wirth

Gespickt mit einem vielseitigen Programm kommen die Celler auf ihre Kosten. Stücke, die gesellschaftliche Probleme humoristisch aber auch kritisch beleuchten, sollen viele neue Besucher anziehen. Celle war einst bundesweit bekannt, als Vorreiter in der Theaterszene zu sein und so kam es, dass eher durch Zufall ganze sechs Uraufführungen im Celler Theater stattfinden werden. Döring war es wichtig, dass die Themen ausgewogen und vielseitig sind. Zudem gibt es die Möglichkeit im Kinder- und Jugendtheater aber auch im Bereich „Extra“ neue Themen aufzunehmen. An den Premierenabenden sollen im Foyer Speis’, Trank und Musik einen eindrucksvollen Rahmen bilden. Insgesamt möchte der neue Intendant den Besuch des Schlosstheaters zu einem Erlebnis zu machen.

Ab dem 2. Juni beginnt die Produktion und mündet am 12. September mit der ersten Aufführung „Faust, die Tragödie“. Eine Aufführung, die in Celle schon einige Zeit her ist und zu Ende erzählt werden müsste. Die Uraufführung „Der letzte Herzog“ hat einen direkten geschichtlichen Bezug von 1698 und reiht sich in die Ereignisse rund um die Ausstellungen „Als die Royales aus Hannover kamen“ ein.

Spannung und Emotionen erwarten die Zuschauer beim Stück „Verbrennungen“. Die Zwillinge Jeanne und Simon folgen dem Testament ihrer Mutter und bringen sie in eine emotionale Reise zu ihren Wurzeln. Die Vergangenheit der Mutter zeigt auch eine kollektive Tragödie des Krieges und erschüttert die Gegenwart und Identität der Hauptdarsteller.

In einem Wechselbad der Gefühle findet sich das Publikum bei „Die Kunden werden unruhig“. Im ersten Anschein geht es um die Finanzkriese und wird zum Psychothriller, indem der Zuschauer direkt mit einbezogen wird. Ein humorvolles Stück, was im Anschluss auch im Landkreis als Gastspiel unterwegs sein wird.

Dem Schlosstheater ist es wichtig, dass nicht sporadisch Aufführungen stattfinden, sondern ein permanenter Spielbetrieb stattfindet. Zusammen mit den anderen Theatern und der versetzten Startzeit werden teilweise bis zu vier Stücke am Wochenende angeboten.

Da die Halle 19 noch nicht einsatzbereit ist, heißt es „Halle 19 / on Tour“. So sind Aufführungen an besonderen Orten außerhalb geplant. Als Spielstätte dienen unter anderem Klassenzimmer oder Aulen. Julia Penner ist es wichtig, dass die Stücke auf die Situation der Jugendlichen zugeschnitten sind. Es gehe um die erste Liebe, Musik, Freundschaft aber auch Drogen und den Tod. Im Rahmen eines Lehrestammtisches sollen weitere Verbindungen zu Schulen und deren Theater AG’s geknüpft werden. Senioren können sich ebenfalls beim Jungen Theater melden und schauspielerisch mit einbezogen werden. Es ist auch geplant, dass die Jugendlichen auch die Bühnen des Schlosstheaters nutzen können und somit besser in den Spielbetrieb integriert werden.

Abonnenten können bei ihren Karten auf die bestehenden Konditionen setzen, oder ganz individuelle Systeme nutzen. Alexandra Socher, zuständig für Marketing und Kommunikation, berichtete von den neuen Möglichkeiten und viel mehr Flexibilität. Gutscheine und speziell auf die Besucher zugeschnittene Abonnements waren laut einer Befragung gewünscht, und das Schlosstheater habe diese Vorschläge ernst genommen. Es gibt nun eine ganze Reihe an Jugend- und Schüler-Abos, Familien-Abos oder Abos für Experten und Entdecker.

Die Mitarbeiter/innen an der Theaterkasse beraten hierzu gerne die Kartenkäufer und finden eine individuell auf den Besucher zugeschnittene Lösung. Hier haben sich die Öffnungszeiten geändert. Nun ist die Kasse auch wieder am Dienstag zu erreichen und hat durchgehend von Mo.-Fr.: 9:00 – 15:00 Uhr und Sa.: 9:00 – 13:00 Uhr geöffnet. Außerhalb der Öffnungszeiten und in der Sommerpause können Interessierte ihre Theaterkarte auch auf der Internetseite: www.schlosstheater-celle.de online bestellen.

Redaktion
Celler Presse

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