12. Celler City Night – Starkregen beendet Elite-Rennen der Männer

Print Friendly, PDF & Email

CELLE. Das beliebte Radrennen inmitten der Celler Fachwerkstatt zog am Samstag wieder viele Besucher an. Der „verrückte“ 600 Meter-Kurs kostet die Radrennfahrer viel Kraft und ist dennoch sehr schnell. Die Zuschauer sehen die Sportler mehrfach und können den Verlauf des Rennens stets aktuell verfolgen. Doch auch schon die Rennen am Nachmittag boten viel Spannung und Dynamik. Das sehr schöne Wetter zog tausende Zuschauer in die Celler Innenstadt, die auch zwischen Weinmarkt und City-Night pendelten. Nur der abrupte Starkregen vor dem Finale konnte die Radrennfahrer stoppen. Dennoch hatten die Zuschauer und Sportler viel Spaß bei der Celler City-Night.

Zu Beginn des Renntages der 12. Celler City Night standen wie immer die ganz Kleinen. Das Bobby-Car-Rennen, oder vielmehr der “Volvo Erdmannsky-Cup“ eröffnete das lange Radrennhighlight. Die sieben Starter wurden von den Zuschauern angefeuert und diese wollten auch gleich noch weiterfahren. Die drei Gewinner konnten sich über eine Geschenketüte freuen, aber auch die anderen vier bekamen einen Trostpreis.

Der „SVO-Cup“ für Jugendliche von 6 – 12 Jahre aus der Region läutete nun wirklich den Radsport des Tages und Abends ein. Dieses Rennen umfasst Teilnehmer mit Rennrädern sowie Mountainbikes, hier auch „Fette Reifen“ genannt. So gab es im Anschluss auch zwei Siegerehrungen, schließlich waren die Rennräder den anderen Bikes überlegen. Janeck Berger vom RV Etelsen gewann in der Klasse der Rennräder vor Carlos Gloystein und Tomek Steenbock vom Radclub Bremen. Silas Kuschla aus Hannover freute sich über seinen Sieg in der „Fette-Reifen“-Klasse, vor Manuk Mkrtcjan und Timo Jung.

Es folgte das Schülerrennen U13/U15 (mit Lizenz) um den „Sparkassen-Cup“. Die nun gefahrenen 15 Runden (9 km) mussten von den beiden zeitgleich fahrenden Wertungsgruppen absolviert werden. Luca Bockelmann vom Radclub Bremen e.V. gewann bei in der Gruppe U15. Es ist der zweite Sieg in seiner diesjährigen Saison, die der 14-jährige Bockelmann einfahren konnte. Nach ihm folgte Milan Henkelmann vom HRC Hannover auf Platz zwei und Rene Metz vom RV Etelsen 1961 e.V.. In der Gruppe U13 hingegen freute sich Pascal Walaschek vom HRC Hannover. Mit 18 Siegen und 7 Platzierungen ist der 12-Jährige schon ein echter Profi. Der zweite Platz ging an William Grau, der erst vor zwei Monaten in die Saison startete und in den fünf teilnehmenden Rennen sich höchstens über Platz sieben freuen durfte. Platz drei für Justin Bischoff vom RV Etelsen 1961 e.V., der auch schon am 20.07.2014 in Bad Essen diesen Platz erfuhr.

30 Runden sind auf dieser Strecke 18 Kilometer und nennen sich bei der Celler City-Night „Jedermann-Rennen“. Es geht um den „Großen Preis der Stadtwerke Celle“. Oliver Prochnow vom Team Hackmann univativ hatte zum Schluss in dem sehr schnellen Rennen die Nase vorn. Es folgten Michael Trog vom Cultkraft Racing Team und Daniel Rhein vom RG BSV Hamburg. Der Geschäftsführer der Stadtwerke, Thomas Edathy, gratulierte und ehrte im Anschluss die verdienten Sieger.

Seniorenrennen-Sieger Toralf Baumgarten aus Magdeburg fährt für den vom RSV Braunschweig 1923 e.V. und nimmt mit der Fahrgemeinschaft „Rauhfaser“ an Radrennen auf der ganzen Welt teil. Gleich mit fünf Fahrern traten sie in Celle an und Baumgarten gewann das Rennen in Celle nicht zum ersten Mal. Baumgarten konnte sich gar nicht mehr genau daran erinnern, doch fünf oder sechs Mal habe er bestimmt in Celle schon mitgemacht. Baumgarten ist bei den allermeisten seiner Rennen unter den Top-10, zuletzt hatte er am 19.07.2014 die LBS Cup Team Tour Baden-Württemberg gewonnen, bzw. 10 Siege in der Saison gehabt. Rainer Beckers hatte mit seinem zweiten Platz Pech gehabt, schließlich habe Beckers von den letzten vier Rennen drei gewonnen, nun jedoch wieder der zweite Platz. Christian Hamburg vom Von Hacht Masters Team folgte den beiden „Rauhfaser“-Teammitgliedern auf den dritten Platz.

Sie fahren bei den Senioren, zählen aber noch lange nicht zum alten Eisen. Beim „Masters-Cup der Gesundheit“, wie das Seniorenrennen auch genannt wird, werden sowohl die U50 und Ü50 ausgelobt. Baumgarten gewann hierbei die U50 Gruppe, während Ralf Keller RSG Muldental Grimma der andere Sieger auf der anderen Seite der 50 ist. Dicht gefolgt vom Marco Großegger vom Team Erfurt Rauhfaser – Corratec und Heiko Heuser vom HRC Hannover komplettieren das Rennergebnis.

Der Celler Fabian Kruschewski konnte sich in einem spannenden Ausscheidungsrennen der Elite Männer um den „Thomas Deist Pokal“ gegenüber der starken Konkurrenz durchsetzen. Zwar studiert Kruschewski Maschinenbau in Aachen, doch die Sympathien des Publikums waren dem 24-Jährigen sicher. Da war auch die Freude des Anwalts und Namensgeber des Cups Thomas Deist groß. Dieser übergab den Siegern des Ausscheidungsrennes den verdienten Pokal.

Im Frauen-Elite-Rennen um den „großen Preis der SVO“ nahmen in diesem Jahr nur neun Radrennfahrerinnen teil. Melanie Hessling vom OSG Westfalen Dortmund konnte sich nach 70 Runden (42,00 km) souverän durchsetzen. Das Rennen prägte unter anderem der Sturz von Julia Wahnig, die das Rennen aber wieder aufnehmen konnte. Die 32-jährige Siegerin Hessling war zuvor in Celle noch nicht gefahren. Gehört habe sie von Celle und dem verrückten vor 600 Meter langen Kurs schon, und jetzt hat sie ihn auch gleich gewonnen. Mit 15 Jahren ist sie zum Radsport gekommen und investiert noch immer viel Zeit und Disziplin in den Sport. Ihr Lebensgefährte ist nach ihren Worten schon „Radsport-Rentner“, tritt daher etwas kürzer und kann sie dabei mehr überstützen.

Beim beliebten Promirennen geht es nicht nur um Spaß, sondern um den „Rathaus-Pokal“. Bunt, locker und ein wenig verrückt geht es aber dennoch zu, wenn bekannte Cellerinnen und Celler aus Politik und Wirtschaft sich auf ihr Rad schwingen. Vom Tandem, Mountainbike, Hollandrad bis zum hochgerüsteten Rennrad war auch in diesem Jahr wieder alles mit dabei. Stefan Bädermann hatte gleich zu Beginn ein hohes Tempo vorgelegt und schnell formte sich auf den nur vier Runden die Spitze aus Stefan Bädermann, Urs Müller, Dirk-Ulrich Mende, Thomas Edathy und Gerald Sommer. Während in der Schlussphase die Kräfte bei Edathy nachließen, Urs Müller die Spitze übernahm, gelang Sommer der größte Coup in dem Rennen. Er überholte kurz vor der Ziellinie Edathy und Mende und kam mit dem Platz drei noch auf das Treppchen. Sieger Urs Müller war von dem Rennen aber auch generell von der Veranstaltung begeistert. Es ist auch eine gute Idee, das Radrennen mit dem Weinmarkt zu verknüpfen. Müller lobte ausdrücklich die Verantwortlichen und die vielen Helfer, die jedes Jahr aufs Neue dieses Radrennen durchführen. Gerald Sommer berichtet, dass er erst spät nach dem Start in Gang kam und der Sprung von fünf auf drei war klasse. Sommer hofft aber, dass es der Oberbürgermeister im nächsten Jahr auch mal auf das Podest schafft. Generell können sich die Spitzenfahrer im Promirennen einen längeren Kurs vorstellen. Die gut trainierten Hobbysportler kommen in den nur vier Runden erst richtig in Fahrt und dann ist das Rennen auch schon wieder vorbei. Die drei Damenbesten kamen alle vom Handball-Bundesligisten SV Garßen. Zum ersten Mal dabei und schon fuhren sich Jolanda Robben, Turid Arndt und Natasha Ahrens in die Herzen der Zuschauer. Arndt sagte im Anschluss, dass sich alle drei sofort dafür gemeldet hätten, da sie auch gern Rad fahren. Auch im nächsten Jahr könnten sie sich vorstellen, bei der Celler City Night wieder mit zu machen.

Das Herren-Eliterennen hatte ein starkes Teilnehmerfeld und zeigte den Zuschauern gleich zu Beginn ihre Klasse. Ein hohes Tempo versprach ein spannendes und abwechslungsreiches Rennen. Auf den 100 Runden des „Großen Jubiläumspreises 40 Jahre Volvo Celle“, bzw. 60 gefahrenen Kilometern, sollte jedoch so einiges passieren. Neben den Wechseln im Feld war das abrupte Rennende das größte Highlight und Kritikpunkt zugleich. Nur wenige Runden vor Schluss setzten Starkregen und Windböen ein. Ines Wach von der Rennleitung hatte keine andere Wahl, denn schließlich habe die Sicherheit der Fahrer höchste Priorität. Zuerst habe man das Rennen um fünf Runden verkürzt, nach immer heftigerem Regen mussten die Verantwortlichen aber schließlich die letzte Runde ausrufen. Dramatisch für die Fahrer, die sich von der Kraft und Ausdauer ein ganz anderes Rennende gewünscht hätten. Auch ein Sturz auf der regennassen Strecke blieb nicht aus. Die Windböen rissen derweil am Start/Ziel-Banner und ließen die Laterne aber auch den Rennleitungs-Lkw stark schwanken, es musste von Helfern gekappt werden. Trotz der turbulenten Minuten gab es einen Sieger. Heinrich Berger vom RG KED-Stevens Rad Team Berlin freute sich regennass über seinen Sieg vor Dennis Klemme und Ole Quast von Stevens Racing Team.

Die zum Glück nur kurzweilig andauernden Wetterkapriolen endeten bei der Siegerehrung der Herren-Elite. Dennoch hatte die Veranstaltung solch ein Ende nicht verdient, gerade nach dem Sonnenschein und Wetterglück zuvor.

Redaktion
Celler Presse





%d Bloggern gefällt das: