Bundeslehrgang des BDJJ zum ersten Mal in Celle

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CELLE/NEUSTADT. Die Celler Ju-Jutsu Sparte des TUS Celle 92 konnte sich an diesem Wochenende über den in ihrer Sporthalle stattfindenden Bundeslehrgang freuen. Teilnehmer des Bund Deutscher Ju-Jutsuka kamen aus dem ganzen Bundesgebiet nach Celle, um gemeinsam zu lernen und sich auszutauschen.

Der Sport verbindet, das konnte die Celler Ju-Jutsu Sparte erleben. Der Bund Deutscher Ju-Jutsuka e.V. (BDJJ), dessen Mitglied auch die Ju-Jutsu Sparte des TUS Celle 92 ist, schrieb diesen Lehrgang aus. Mitglieder aus dem ganzen Bundesgebiet folgten dem Aufruf und kamen nach Celle. BDJJ Vorsitzender Jörg Szelies reiste selbst aus Plochingen bei Stuttgart an und freute sich, zum ersten Mal in Celle diesen Lehrgang durchführen zu können. Gleichwohl war Szelies ein wenig frustriert, denn durch den Bahnstreik hätten einige Teilnehmer nicht kommen können.

Der zweite stellvertretende Vorsitzende Sebastian Gnotke aus Viersen erläuterte die Prämisse des Ju-Jutsu: „helfen, sichern, schützen und verhindern“. Auf dem am Samstag stattgefundenen Lehrgang stand die waffenlose Verteidigung auf dem Stundenplan. In der Sporthalle der Neustädter Schule machten sich aber zunächst die zahlreich erschienen Teilnehmer warm, bevor sie die drei Stationen besetzten.

Was in vergangenen Jahren die traditionsreiche „Waffenlose Kampfkunst der Samurai“ war, ist im Ju-Jutsu im Schwerpunkt die Verteidigung. Ju-Jutsu vereint wichtige Bestandteile der Kampfsportarten des Aikidō, Taekwondo, Judo und Karate. Der BDJJ versteht Ju-Jutsu als Breitensport. Die Tradition ist ihnen sehr wichtig aber moderne Elemente finden auch ihren Platz, unterstreicht Szelies. Wettkämpfe werden allerdings im Verband kritisch gesehen, schließlich soll doch das erlernte Wissen den Schüler persönlich weiterbringen, Disziplin lehren und auf Konfliktsituationen vorbereiten.

An der ersten Station wurden die Teilnehmer mit Messern und Pistolen konfrontiert. Alles selbstverständlich harmlose Übungswaffen aus Plastik, Holz und Gummi. Der Übungsleiter erläuterte in aller Ruhe das Szenario, zeigte die spezielle Abwehrtechnik am Probanden und gab Tipps zu den Vor- und Nachteilen. Die gelehrigen Schüler konnten das Gezeigte auch gleich ausprobieren. Hierbei ist zunächst noch keine Schnelligkeit gefragt, da die Griffreihenfolge verinnerlicht werden muss.

Auf den Matten der zweiten Station gab es eine Kombination aus Judo und Ju-Jutsu. Würfe und die Bodensicherung wurden hier akribisch eingeübt, wobei Körpergröße oder Gewicht keine Rolle spielten. Die Technik kann von allen angewendet werden, um effektiv den Angreifer abzuwehren. Das ist eine Besonderheit des Ju-Jutsu erläutert der Celler Spartenleiter Uwe Seemann, wobei viele Aktionen des Ju-Jutsu ideal von Frauen angewendet werden können.

„Zwar implementiert jede Verteidigung auch einen Angriff“, berichtet Seemann; doch „jeder eigentlich vermiedene Kampf ist ein gewonnener Kampf“, komplettiert Szelies.

Soweit waren die Teilnehmer der dritten Station aber noch nicht und mussten sich noch mit Tritten gegen den angreifenden Sandsack wehren. Kraft, Geschicklichkeit aber auch die Wirkung mussten trainiert werden. Gerade bei der Trittfolge war Koordination gefragt, was aber nach und nach die Übung macht.

„Die Schüler lernen bei uns Disziplin und gleichzeitig geben wir ihnen Selbstvertrauen“, sagt Seemann und führt weiter fort: „Wir schauen was auf der Straße passiert und lassen das Reale in die Ausbildung einfließen. Dabei geht es aber nur um die reine Verteidigung. An den Übungstagen konzentrieren wir uns immer nur auf drei bis vier Techniken und die Schüler müssen auch Lösungen selbst erarbeiten. Das ist zielführender, intensiver, motiviert und macht Spaß. Wir stehen für einen reinen Verteidigungssport, der auf der Jahrhunderte alten Tradition fußt.“

Interessierte sind jeden Mittwoch ab 17:00 Uhr in der Sporthalle der Neustädter Schule herzlich eingeladen beim Training mitzumachen.

Redaktion
Celler Presse

Fotos: Celler Presse
Gruppenbild: Carsten König



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