Gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit mit Karikatur und Satire
CELLE. Heute wurden die „Aktionswochen gegen Rechtsextremismus“ in der CD-Kaserne eröffnet. Vom 11. April bis 23. April wird eine Ausstellung gezeigt, die den Rechtsextremismus in Karikatur und Satire darstellt. Die Wanderausstellung „Oh, eine Dummel! Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit in Karikatur und Satire“, unter der Schirmherrschaft der Niedersächsischen Kultusministerin Frauke Heiligenstadt, ermöglicht einen besonders jugendgerechten Zugang zu den Themen Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit.
Zu der Eröffnung hatten sich zahlreiche Vertreter aus Politik und Gesellschaft in der CD-Kaserne eingefunden. Wie Frauke Heiligenstadt hervorhob, habe es in der Gesellschaft einen deutlichen Rechtsruck gegeben. Dabei erinnerte sie an die zahlreichen Anschläge auf Flüchtlingsunterkünfte. Aber auch die rassistische Mordserie des Nationalistischen Untergrunds (NSU) sei durch den aktuellen Prozess gegenwärtig. Menschenfeindliche Einstellungen seien in der Gesellschaft stärker verbreitet als zuvor angenommen. Durch Studien sei nachgewiesen, dass sich diese Muster nicht nur an den Rändern, sondern auch in einem nicht unerheblichen Maße in der Mitte der Gesellschaft finden lassen. Pegida und AfD bedienten sich dieser Ressentiments. Der Besuch der Ausstellung rege dazu an, miteinander ins Gespräch zu kommen und zusammen zu überlegen, wie es zu rassistischen und menschenfeindlichen Einstellungen und Verhaltensmustern komme und wie man deren Entstehung entgegenwirken könne.
Wie Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende in seiner Rede hervorhob, werde durch die Übernahme der Schirmherrschaft für die Veranstaltung durch die Kultusministerin Frauke Heiligenstadt die Bedeutung des Abliegens deutlich. Das Thema sei für die Landesregierung wichtig. Wichtig sei auch, dass eine kritische und auch überspitzte Form der Auseinandersetzung mit dem Thema stattfinde. Mende: „Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Demokraten, die Aktionswochen verdeutlichen auf eindrückliche Art und Weise die Wehrhaftigkeit unserer Demokratie.“
„Toleranz und Weltoffenheit sind Markenzeichen unserer freiheitlichen Gesellschaft. Extremismus, Rassismus und Antisemitismus haben bei uns keinen Platz. Wir werden es nicht zulassen, dass die Errungenschaften unseres freiheitlichen, demokratischen Rechtsstaates durch Extremisten gefährdet werden. Deshalb klären und decken wir auf. Deshalb legen wir ein solches Verhalten offen und deshalb bekämpfen wir Vorurteile und Gewalt, und deshalb stärken wir Toleranz und Menschenwürde“, so der Oberbürgermeister weiter.
Die Wanderausstellung „Oh, eine Dummel!“ mit seinen ca. 60 Karikaturen sei ein wichtiger Beitrag gegen Menschenfeindlichkeit und Rechtsextremismus. Hier beschäftigen sich die unterschiedlichsten Institutionen und Menschen phantasievoll mit dem Thema und regen zum Nachdenken an. Und dies gelte für die Ausstellung nicht nur für Celle sondern landesweit. Aufklärung bleibe eine Daueraufgabe engagierter Demokraten, bei der man nicht nachlassen dürfe. Mende: „Das friedliche Zusammenleben von Menschen und Kulturen zu organisieren und zu bewahren, ist mir wichtig ebenso, wie der Öffentlichkeit zu zeigen, dass in Celle der Geist der Toleranz, Offenheit und Verständigung durch das Engagements aller gesellschaftlichen Kräfte bewahrt und gestärkt wird.“
Hans-Christian Biallas, Präsident der Klosterkammer Hannover, sprach für die Förderer der Ausstellung, die es ja zu finanzieren gelte, und betonte, dass nur zukunftsträchtige Projekte gefördert werden. Bei den Stiftungen gehe es darum, dass Projekte den Zweck der Bildung haben. Bei dem Umgang mit Fremdenfeindlichkeit und Fremdenhass sei es wichtig, die Migranten nicht nur unterzubringen, sondern sie auch teilhaben zu lassen in einem mitmenschlichen Miteinander. Biallas: „Karikaturen können helfen, etwas im Gehirnkasten in Gang zu setzen.“ Derzeit gebe es noch eine Menge Defizite; das erfordere eine offene Auseinandersetzung mit dem Thema.
So hatte dann auch der Präsident lobende Worte für die Herangehensweise an das Thema in Celle: „So etwas wie die CD-Kaserne wie in Celle habe ich im ganzen Land noch nicht erlebt.“
Für den musikalischeb Rahmen der Eröffnungsveranstaltung sorgte der Juventus-Jugendchor vom KAV-Gymnasium unter der Leitung von Stefan Doormann.
Die Veranstaltung wird gefördert durch das Niedersächsische Kultusministerium, die Klosterkammer Hannover, die Stiftung Niedersachsen, die NordLB-Kulturstiftung, den Lüneburgischen Landschaftsverband und durch das Bundesprogramm „Demokratie leben“.
Idee, Konzeption und Realisierung wird durch die CD-Kaserne gGmbH und die Stadt Celle, Fachdienst Jugendarbeit umgesetzt, namentlich Kai Thomsen Geschäftsführer CD-Kaserne/Projektleiter, Stefanie Fritzsche zuständig für Öffentlichkeitsarbeit und Projekt in der CD-Kaserne und Marcus Laube vom Fachdienst Jugendarbeit der Stadt Celle. Unterstützt wurden sie bei ihrer Arbeit von der Wissenschaftlichen Mitarbeiterin, Bianca Brüning und ein Kuratorium bestehend aus: Linda Anne Engelhardt (Aufsichtsratsvorsitzende CD-Kaserne gGmbH), Dr. Sebastian Fischer (Leibniz Universität Hannover), Daniela Koß (Stiftung Niedersachsen), Marcus Laube (Stadt Celle), Claudia Schanz (Niedersächsisches Kultusministerium), Ralf Schmalhorst (KAV-Gymnasium Celle), Kai Thomsen (CD-Kaserne gGmbH), Dr. Jens Christian Wagner (Stiftung niedersächsische Gedenkstätten) und Dr. Jochen Walter (Niedersächsisches Kultusministerium).
Nachdem die Ausstellung in Celle vom 12. April bis 21. April in der CD-Kaserne zu sehen ist, wird sie ab dem 19. Mai in der Nord/LB art gallery in Hannover halt machen, bevor sie in ganz Niedersachsen und darüber hinaus als Wanderausstellung zu sehen sein wird.
Öffnungszeiten in Celle
Vom 12.4. bis 15.4. 8 Uhr bis 17:30 Uhr
Am Sa., 16.4. und So., 17.4. 11 Uhr bis 17:00 Uhr
Vom 18.4. bis 21.4. in der CD-Kaserne
In der Zeit von Mo., bis Fr., (8:00 Uhr bis 14:00 Uhr) können sich Gruppen für einen begleiteten Besuch der Ausstellung anmelden. Anmeldeformular finden Sie auf www.cd-kaserne.de oder sie wenden sich direkt für die Anmeldung und weitere Informationen an Stefanie Fritzsche (s.fritzsche@cd-kaserne.de, 05141-97729-0) aus dem Team der CD-Kaserne. Der Besuch der Ausstellung ist kostenfrei.
Redaktion
Celler Presse
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