Den Menschen die Tür öffnen
CELLE. Die Bahnhofsmission öffnete am Samstag seine Tür nicht nur für Menschen, deren “Zug” abgefahren ist, oder die einen warmen Ort aufsuchen wollten, sondern allen interessierten Bürgerinnen und Bürgern. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter freuten sich über Anteilnahme an ihrer Arbeit und boten Kuchen und jede Menge Informationen.
Mit einer Andacht, die der katholische Pfarrer Andreas Tenerowicz von der Pfarrgemeinde St. Ludwig hielt, begann in der Bahnhofshalle am Samstag der Tag der offenen Tür der Bahnhofsmission Celle. Der Pfarrer u. Dechant Tenerowicz würdigte diesen besonderen Tag, der unter dem Motto „Gemeinsam Wege gehen“ stand. Damit waren die Celler jedoch nicht allein. In ganz Deutschland, in Österreich, der Schweiz, Italien und auch in Frankreich wurde dieser Tag der Bahnhofsmissionen gefeiert. Tenerowicz hatte in seiner ökumenischen Andacht den wertvollen und karitativen Dienst der Celler Mission gewürdigt. „Einer trage des anderen Last“ aus dem Brief des Paulus an die Galater unterstrich die Dienste der Celler Ehrenamtlichen.
Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende nahm am Samstag ebenfalls an der Andacht teil und besuchte die Mission. Im Namen der Stadt Celle wollte er den ehrenamtlichen Mitarbeitern persönlich danke sagen. Hier erkennt man wieder, wie wichtig das Ehrenamt ist und was es länderübergreifend leisten kann.
Die Celler Bahnhofsmission existiert schon seit 1950. Damals noch in einer alten Wellblechhütte, wo jetzt das Parkhaus steht und seit nunmehr langer Zeit direkt im Celler Hauptbahnhof. Die Deutsche Bahn stellt den Missionen in ganz Deutschland solche Räume in ihren Bahnhöfen zur Verfügung. Die beheizten Räumlichkeiten bieten Zuflucht für kurzweiliges Obdach. Die insgesamt 17 Mitarbeiter in Celle sind bestens geschult, um auch in Konfliktsituationen angemessen zu reagieren. Sie möchten die Menschen unterstützen, Hilfe beim Ein-, Aus- und Umsteigen zu geben und eine saubere Toilette zu bieten. Eine Duschmöglichkeit ist ebenfalls gegeben und jeder Hilfsbedürftige bekommt dort gern einen Kaffee und ein Brot. Spiele und Bücher vertreiben die Wartezeit vor Ort und die Mitarbeiter haben immer ein offenes Ohr für ihre „Gäste“. Sie möchten schließlich allen hilfsbedürftigen Menschen helfen und den Menschen die Tür öffnen, deren „Zug“ abgefahren ist.
Während in den Celler Anfangszeiten die Einstiegshilfe für Schüler im Fokus stand, passt sich die Arbeit der Missionsmitarbeiter immer der Zeit und den Bedürfnissen an. Der karitative Gedanke steht dabei immer im Mittelpunkt, ganz im Zeichen der ersten Mission 1894 in Berlin. In Celle besuchen circa 50 – 60 Menschen täglich die Mission. Sie sind Bedürftige aus der Stadt oder benötigen Hilfe beim Ein- oder Ausstieg. Dabei schauen die Mitarbeiter bei jedem IC und bei jedem Metronom, ob jemand Hilfe benötigt, berichtet die Leiterin der Bahnhofsmission Celle, Daniela Brückner. Dabei geht es hauptsächlich um Ältere und Menschen mit einer Behinderung. Sie reichen jedoch jedem die helfende Hand, der sie benötigt.
Stadt und Landkreis Celle unterstützen die Bahnhofsmission finanziell. In einem gemeinsamen Haushalt mit der Caritas und der Diakonie ist die Celler Mission ökumenisch. Dennoch ist die Mission auf weitere Spenden angewiesen. Spenden sind also willkommen.
Die Öffnungszeiten der Bahnhofsmission Celle
Montag – Freitag: 08:00 – 17:00 Uhr
Samstag: 08:00 – 12:00 Uhr
Sonn- und feiertags geschlossen
Redaktion
Celler Presse
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