Die „Radwegdetektive“ der Oberschule Westercelle – Die „Anklage“ steht fest: Es gibt viel zu verbessern!

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CELLE. 53 SchülerInnen der Oberschule Westercelle haben im Rahmen eines Verkehrssicherheitsprojektes 5 Monate akribisch ermittelt. Natürlich stellten sie ihre Ergebnisse nicht gleich der Staatsanwaltschaft vor, dafür aber im Rahmen einer Pressekonferenz dem städtischen Fahrradbeauftragten Jörg Frohnert, dem Verkehrssicherheitsberater der Polizei Joachim Ehlers, der Mobilitätsbeauftragten der Schule Sarah Seidel und dem Schulleiter Ulf Krüger.

Joachim Ehlers erläuterte zunächst noch einmal (Celler Presse berichtete) den Hintergrund für das gemeinschaftliche Projekt und betonte, dass zwar die Anzahl der Radunfälle nicht wesentlich gestiegen sei, dafür aber die Häufigkeit der ernsthaften Verletzungen. Besonders die Altersgruppe von 10-14 Jahren sei nach wie vor betroffen, weil Verkehrsregeln nicht nachhaltig gelehrt würden. Fahren auf dem Radweg in falscher Richtung, Ignorieren der Ampelregelung, zu schnelles Fahren; all dieses führe dazu, dass Kinder sich täglich auf dem Schulweg in Gefahr brächten. Aber man dürfe die Verkehrssituation nicht nur als Erwachsener und Autofahrer betrachten, sondern müsse die befragen, die es betrifft: Die Schüler.

Schulleiter Ulf Krüger sagte: „Als die Anfrage für das Projekt durch Herrn Ehlers kam, haben wir entschieden: „Da machen wir mit“. Wir planen aufgrund der Ermittlungsergebnisse eine Verkehrs AG zu gründen, um konstant das Wissen weiterzugeben. Frau Seidel wird uns dabei unterstützen“.

Die Schülerinnen Karola Mazanke und Leonie Piper präsentierten stellvertretend für die zwei Klassen, die an dem Projekt teilgenommen hatten, die Ergebnisse. Sie berichteten darüber, was alles gezählt, gemessen, beobachtet, gehört und fotografiert wurde und veranschaulichten die wesentlichen Kritikpunkte auf Plakaten. Dabei fokussierten sich die Beiden nicht nur auf das „Nichtwissen“ der SchülerInnen sondern auch auf den mangelhaften Zustand oder die fehlende Breite der Fuß-/Radwege, unsinnige Ampelschaltungen und nicht zuletzt auf die chaotischen Verhältnisse vor der Schule zwischen 7:40 Uhr und 8:00 Uhr. Karola Mazanke sagte: „Warum müssen Eltern ihre Kinder täglich mit dem Auto zur Schule fahren, um ihnen womöglich noch den Schulranzen in das Klassenzimmer zu tragen? Wenn man zwei gesunde Beine hat, sind wohl 200-300 Meter als „Schulweg“ zu Fuß zumutbar. Stattdessen herrscht hier jeden Morgen das totale Durcheinander.“

Aber auch die Schule selbst könne noch einiges optimieren. Die Anzahl der Fahrradparkplätze sei nicht optimal verteilt bzw. die momentane Regelung würde ignoriert, es fehle an Überdachungen und geeigneten Stangen, um das Rad anzuschließen. Abschließend gaben die beiden Schülerinnen die Empfehlungen der Projektgruppe weiter. Fazit: Überall würde zu schnell und zu rücksichtslos von den Autofahrern gefahren, Schilder nicht beachtet und geparkt, wo man möchte. Karola Mazanke sagte: „Es muss klare Regelungen geben, und an diese muss sich jeder halten.“

Jörg Frohnert und Joachim Ehlers bedankten sich für die aufschlussreichen Erkenntnisse und das Engagement der SchülerInnen. Man wolle die Ergebnisse in den entsprechenden Gremien diskutieren, um bessere Lösungen für die Verkehrsraumgestaltung zu finden. Ulf Krüger zeigte sich ebenso beeindruckt und sagte: „Man muss das Thema auch in die Köpfe der Eltern bringen. Oftmals ist dies ein Problem der Bequemlichkeit, das wir lösen müssen“.

Alle „Angeklagten“ haben also gute Chancen auf Bewährung.

Redaktion
Celler Presse

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