SchutzCelle – Hilfe für Kinder!

NEUSTADT/HEESE. In der Neustadt-Heese wird dieser Slogan ernst genommen. Die Stadtteil-AG Heese-Neustadt ist eine Gruppe von Haupt- und Ehrenamtlichen im Stadtteil Neustadt-Heese. Seit Jahren setzt sie viele soziale Projekte im Stadtteil um. Kinder sind unsere Zukunft und dennoch oft die Schwächeren in unserer Gemeinschaft. Deswegen hat die Stadtteil-AG dieses Projekt zur Stärkung und Unterstützung von Kindern ins Leben gerufen. Es wurden Anlaufstellen, sogenannte SchutzCellen, für Kinder geschaffen, an die sie sich auf der Suche nach Unterstützung und Hilfe wenden können. Sei es, dass ein Mädchen oder Junge ein Pflaster braucht oder ganz dringend auf die Toilette muss oder sei es, dass ein Kind Schutz sucht oder sich gefährdet fühlt.

Gestern fand das Jahrestreffen 2016 im Café Amboss in der Heese 48 statt, um Bilanz zu ziehen und Ausblicke für die Zukunft zu erörtern. Neben VertreterInnen einzelner SchutzCellen wurden der Schirmherr des Projektes, Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende, sowie als Referent Herr Wolfram Beins, Leiter der Psychosozialen Beratungsstelle des Diakonischen Werkes in Celle, begrüßt., der einen Einblick in das Thema „Psychische Erkrankungen im Stadtteil“ gab und mit den Anwesenden Fragen zu diesem Themenfeld in Bezug auf das Projekt SchutzCelle diskutierte.

Nachdem Monika Rietze, Stadtteilmanagerin, die VertreterInnen des Kinderschutzbundes, der Stiftung Linerhaus, des Ladens der Paulus Gemeinde, der Alten Schmiede, des Fachdienstes Jugendarbeit der Stadt Celle, der AWO, des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, der privaten ehrenamtlichen Mithelfer der Schneiderei Pasternak, des Celler Bau- und Sparvereins und nicht zuletzt Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende und Ortsteilbürgermeisterin Antoinette Kämpfert willkommen hieß, erläuterte Wolfram Beins die Zuständigkeiten der Beratungsstelle des Diakonischen Werkes in Celle und stellte diverse psychische Erkrankungen und deren Symptome dar.

Ein hoher Stellenwert habe die Prävention, denn über 50% der psychischen Erkrankungen hätten ihren Ursprung im Kindes- und Jugendalter. Deshalb begrüße er die SchutzCelle Initiative, um Auffälligkeiten frühzeitig zu erkennen und fachmännische Hilfe zu suchen. Allerdings sagte er auch, dass es nicht die Aufgabe sei, selbst Diagnosen zu stellen, sondern vielmehr erstmal da zu sein, die Kinder aufzufangen, um im Zweifel an Experten weiterzuvermitteln. Auch hierin bestehe eine wichtige Aufgabe des Diakonischen Werkes, denn man verstehe sich als Mittler und Koordinator im psychosozialen Netzwerk. „Wir haben es so geregelt, dass immer Vertreter von Stadt und Land mit am Tisch sitzen und Entscheidungen gemeinschaftlich getroffen werden.“ Es ginge nicht zuletzt auch um die Finanzierung von entsprechenden Hilfsmaßnahmen.

Die Anwesenden diskutierten angeregt über Fragen wie z.B.: „Wie erkenne ich psychische Auffälligkeiten bei Kindern?“, „Ab wann ist die Krankheit wirklich eine Krankheit?“ und „Gibt es mehr Erkrankungen als früher?“. Wolfram Beins sagte dazu: „Es gibt nicht unbedingt mehr Erkrankungen, aber heutzutage werden diese eher erkannt.“ Was zugenommen habe, seien die Komplexität der Lebenssituation und die Anforderungen an Kinder und Jugendliche. Dieses führe zunehmend zu Ängsten und Angststörungen. Die Diagnose in der Altersgruppe sei schwer, und es müsse immer die gesamte Lebenssituation betrachtet werden.

SchutzCellen können Einzelhandelsgeschäfte, Banken und Institutionen wie z.B. eine Stadtteilbücherei sein. Wer bei diesem Projekt mitmacht und SchutzCelle ist, ist an dem orangefarbenen Aufkleber an der Tür oder den Schaufenstern zu erkennen.

PR/Redaktion
Celler Presse

 

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