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“Und es gibt sie noch immer” – Sommerfest in der Synagoge

Jun 19, 2017

CELLE. „Und es gibt sie noch immer“: Unter diesem Motto stand am Sonntags das diesjährige Sommerfest der Celler Synagoge, seit 20 Jahren das Zuhause der Jüdischen Gemeinde Celle. Der Nachmittag mit einem traditionellen Nachmittagsgebet („Mincha“), gesungen von Kantorin Aviv Weinberg, die begleitet wurde von Gitarrist Guy Woodcock und einen spannenden Einblick in das Judentum gab. Nach dem „Mincha“ wurde es dann jiddisch bunt mit Kantorin Sveta Kundish und Akkordeonist Patrick Farrell.

Die zahlreichen Besucher erhielten an diesem Nachmittag jedoch nicht nur Einblicke in einen jüdischen Gottesdienst, sondern erfuhren gleichzeitig auch Geschichtliches zur Synagoge in Celle: Von den ehemals 140 niedersächsischen Synagogen, die vor 1933 existierten, sind heute nur noch ungefähr 40 als Gebäude erhalten. Zwei davon werden als Gedenkstätte und Museum genutzt. Zu diesen zählt die mehr als 250 Jahre alte Celler Synagoge Im Kreise 24, die seit 1997 auch wieder ihrer ursprünglichen Bestimmung dient, nämlich als Gotteshaus der Neuen Jüdischen Gemeinde Celle.

Heute gilt die Celler Synagoge als die älteste niedersächsische Fachwerksynagoge, die in ihren wesentlichen Bauteilen noch erhalten ist. Die heutige Einrichtung der Synagoge, zum Beispiel das hölzerne Podest vor dem Thoraschrein und das Lesepult für die Thorarolle (Bima), entstammt der Zeit nach 1945. Eine umfassende Renovierung erfolgte 1973/74 durch die Stadt Celle, die das Gebäude 1969 erworben hatte. Am 20. Juni 1974 wurde die Celler Synagoge durch den Heidelberger Rabbiner Dr. Nathan Peter Levinson neu geweiht.

Nach einer weiteren Renovierung 1996/97 wurde das Nachbarhaus Im Kreise 23 als Museum hergerichtet. Es beherbergt heute Wanderausstellungen zu unterschiedlichen Themen jüdischer Geschichte sowie eine Dokumentation zum jüdischen Leben in Celle.

Die Synagoge kann jeweils dienstags bis donnerstags von 12 bis 17 Uhr, freitags von 10 bis 15 Uhr und sonntags von 12 bis 17 Uhr besichtigt werden.

Redaktion
Celler Presse






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